30.01.2022

DIE VAMPIRE DES DR. DRACULA (1968)

Neulingen, die mit dem Namen Paul Naschys noch nichts anzufangen wissen, kann man "La Marca del Hombre-lobo" (Originaltitel) durchaus ans Herz legen, um herauszufinden ob einen der naive Touch seiner Horrorbeiträge zusagt oder nicht, spielt er meiner Meinung nach doch im Mittelfeld des Schaffens des seinerzeit erfolgreichen Darstellers. Da gab es Besseres und Schlechteres zu sichten. Vor allen Dingen aber ist es ein geradezu typischer Genrebeitrag des nicht gerade mit viel Talent gesegneten spanischen Stars, spielt er doch wieder einmal den Waldemar Daninsky, der immer alternative Geschichten darüber erlebt, wie er den Werwolf-Fluch erhält und mit diesem Schicksal lernen muss umzugehen. Theatralik und blauäugiger Grusel tummeln sich zuhauf, und es liegt am Charme des Ganzen, sei es durch den Retroaspekt erreicht, oder durch die liebevollen Settings und optischen Einfälle einer an sich simpel arbeitenden Kamera, dass das Ergebnis nicht rein zur unfreiwillig komischen Unterhaltung verkommt, sondern stattdessen zusätzlich eine gewisse stimmige Atmosphäre erreicht. Aber man muss eben Zugang zu Werken wie diesen finden, die wie Laientheater dargeboten sind und von einem ganz eigenen naiven Geisterbahn-Spuk leben, in welchem wild verschiedene Versatzstücke des Horrorbereichs verarbeitet werden. Der Titel "Die Vampire des Dr. Dracula" verrät bereits die Beimischung des Blutsaugeraspekts. 

Hexen wie im Alternativtitel "Hexen des Grauens", oder Frankenstein und sein Monster, wie der amerikanische Alternativtitel "Frankenstein's Bloody Terror" suggeriert, sind hier diesmal jedoch nicht auszumachen. Für einen Naschyfilm fällt "Hell's Creature" (Alternativtitel) zudem ziemlich unblutig aus. Stattdessen wird für den reißerischen Schauwert jedoch ordentlich gefoltert, und eine hübsche Vollbusige, die zu den ersten Opfern des wiedererweckten Vampirgrafen gehört, sorgt für zusätzliche Reize. Über die Spezialeffekte sollte man besser kein Wort verlieren, auch wenn das Werwolfsgesicht Naschys zu wirken weiß. Und der Obervampir fuchtelt mit seinem Mantel derart freudig penetrant herum, als hätte er sich diese Rolle von Kindheit an einmal gewünscht. Aber gerade diese verspielte, nie Perfektion anvisierende, sondern stattdessen in vielen Bereichen eher amateurhaft anmutende Herangehensweise ist es, was Naschyfilme ausmacht, die etwas langweiligeren ebenso, wie die kurzweiligen. Auch diesbezüglich schwimmt "The Wolfman of Count Dracula" (Alternativtitel) irgendwo in der Mitte mit Es gibt stets genug Schauwerte, öde wird es nie, aber es tut gut jemanden dabei zu haben, mit dem Mann beim Zuschauen ein wenig schwätzen kann, zumindest wenn "The Mark of the Wolf Man" (Alternativtitel) nicht der erste Ausflug in die Arbeiten Naschys ist, denn "The Werewolf's Mark" (Alternativtitel) bietet einige Elemente vergangener und zur Entstehungszeit noch kommender Werke dieses Mannes, so dass sich vieles bereits bei der Erstsichtung wie Wiederholung anfühlt. Frei von Sympathie ist aber auch dieser Streifen nicht ausgefallen, auch wenn ich etwas mehr Wohlwollen an den Tag legen musste, als bei manch anderem seiner Genrebeiträge.  OFDb

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