Montag, 23. Juli 2012

EY MANN - WO IS' MEIN AUTO? (Dude, Where's My Car? 2000 Danny Leiner)


Jesse und Chester wachen ohne Erinnerung an den gestrigen Abend auf und stellen fest, dass ihr Auto verschwunden ist. Auf der Suche nach ihrem Gefährt stoßen sie auf die Wahrheit der durchzechten Nacht, und die hält so einige Überraschungen bereit...


Krass! Voll witzig, ey!...

Pauly Shore hat immer wieder versucht: eine Komödie zu erzählen in welcher ein oder zwei Gehirnamputierte im Zentrum stehen, die eigentlich recht sympathische Chaoten sein sollen. Dies allein sollte einen kompletten Film tragen können. Er scheiterte mit „Chaos! Schwiegersohn Junior im Gerichtssaal“, dachte er könne es besser mit „Bud und Doyle - Total bio. Garantiert schädlich“, scheiterte aber eigentlich schon beim noch halbwegs erträglichen „In The Army Now“. Pauly Shore ist nun einmal nicht Ashton Kutcher und Sean William Scott, welche die Figur des Vollidioten wesentlich besser beherrschen.

Die beiden Stars der Teenie-Komödie mit dem gehirnamputierten Titel „Ey Mann - Wo is‘ mein Auto“ wurden nicht blind gecastet und bewiesen sich in vergleichbaren Rollen bereits zuvor. So spielte Kutcher den Vollspacken in „Die wilden 70er“, eine Rolle die er nun auf erwachsener Ebene als neuer Star von „Two And A Half Man“ aufwärmt. Und Sean William Scott dürfte den meisten als Stifler aus den drei „American Pie“-Filmen ein Begriff sein.

Fakt ist, dass beide ihre Arbeit gut gemacht haben und damit ein passend gewählter Mittelpunkt eines Kinoprojektes sind, welches sich dort versucht wo schon viele gescheitert sind: Vollidioten im Zentrum einer nicht vorhandenen Geschichte zu machen. Letztendlich könnte man „Ey Mann - Wo is‘ mein Auto“ als Teenie-Version des ebenfalls geglückten „Dumm und dümmer“ betrachten, obwohl dieser eigentlich schon mit „Dumm und dümmerer“ eine Teenie-Variante beschert bekam, die jedoch wenig taugte. Noch eher vergleichbar ist der hier besprochene Film jedoch mit den Abenteuern von Bill und Ted aus den 80er und 90er Jahren, die seinerzeit recht erfolgreich waren, meinen Geschmack jedoch nur streiften. Vielleicht muss man Metal-Fan sein um mit beiden Filmen etwas anfangen zu können. Ich weiß es nicht.

Zumindest muss man für „Ey Mann - wo is‘ mein Auto“ kein Kiffer-Fan sein, auch wenn die Mentalität der Zugedröhnten hier schon recht gut wiedergespiegelt wird, und Regisseur Danny Leiner mit „Harold und Kumar“ vier Jahre später eine wirkliche Kiffer-Komödie auf die Menschheit losließ. Der Vergleich zu „Bill und Teds verrückte Reise durch die Zeit“ und dessen Fortsetzung ist allein schon durch die nach und nach aufkommende und immer dominanter werdende Science Fiction-Story von Leiners Film legitim. Zwei Freaks mit wenig Hirn retten das Universum - das ist das Konzept aller drei Filme und endlich funktioniert es einmal.

Man muss „Ey Mann - Wo is‘ mein Auto“ nun nicht zur Über-Komödie hochjubeln, dafür ist er letztendlich dann immer noch zu plump ausgefallen. Aber man darf schon erstaunt sein wie gut das Ganze funktioniert. Da zündet freilich nicht jeder Witz, aber interessant ist es schon, wie der Film im Ganzen wirkt, anstatt episodenhaft von Situation zu Situation zu springen. Sicherlich haben die vielen Running Gags Einfluss auf diese Wirkung, so dass mit diesen und einem Minimum an Story so etwas wie ein roter Faden vorgegaukelt wird, den man sich aufgrund der Partystimmung und einiger echt gelungener Gags auch gerne gefallen lässt.

Wenn zum Schluss nach Ende der eigentlichen Geschichte noch so richtig schön unnötig ein Horrorszenario a la „Angriff der 20-Meter-Frau“ angehangen wird, macht der Streifen noch immer Laune, obwohl es im Umkehrschluss schon sehr ratsam war die Laufzeit möglichst gering zu halten. Sicherlich werden sich auch bei „Ey Mann - Wo is‘ mein Auto“ die Geister scheiden, aber das Ergebnis ist schon eine Spur besser zum ebenfalls amüsanten „Feuer, Eis und Dosenbier“, und unterhaltsamer als die im Review erwähnten Vergleichsfilme ist der Streifen sowieso. Lediglich „Dumm und dümmer“ dürfte mit Leiners Teenie-Komödie auf gleicher Stufe stehen. Aber das erklärt sich auf ähnliche Weise wie hier: mit Jim Carrey und Jeff Daniels war er für eine Vollidioten-Komödie ebenso gut besetzt  wie der Film mit Kutcher und Scott.


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