Mittwoch, 20. März 2013

DUMM UND DÜMMERER (Dumb And Dumberer - When Harry Met Lloyd 2003 Troy Miller)



Harry und Lloyd sind zwei geistig minderbemittelte Teenager, die sich kennen lernen und Freunde werden. Gemeinsam nehmen sie teil an der neuen Förderklasse ihrer Schule. Dabei finden sie heraus, dass der Schuldirektor diese nur errichtet hat um an viel Geld zu kommen. Gemeinsam mit dem Rest der Förderklasse setzen sie dem fragwürdigen Treiben des Prinzipals ein Ende...


Dümmer geht’s noch immer...

Ich habe gar nichts von diesem Film erwartet, und das war wohl auch die beste Grundhaltung um sich über Routine noch überrascht freuen zu können. Der Vorgänger „Dumm und dümmer“ war lustig, aber bei weitem keine große Komödie. Bereits er erzählte keine Geschichte, sondern servierte idiotische Sprüche und Aktionen als Nonstop-Humoraction. Im groben wird in der Fortsetzung, welche die Vorgeschichte der Antihelden erzählt, das Grundkonzept beibehalten. Mit der schlichten Rahmenstory um den bösen Schuldirektor, die Richtung Ende immer bedeutender wird, verließ man sich allerdings nicht komplett auf das Konzept des Dauerregens an Idiotie und beging damit den größten Fehler.

Klar, „Dumm und dümmerer“ ist letztendlich nur eine Teenie-Komödie, aber schon bessere und ältere Werke zeigten uns, dass es dort nicht unbedingt eine wichtige Story geben muss. Vielleicht waren die Schreiber und Produzenten auch etwas verunsichert, da mit den zwei Antihelden keine Liebesgeschichte möglich war, ein Faktor der in anderen Teenie-Komödien häufig der einzige Handlungsstrang inmitten von pubertären Späßen ist.

Aber ebenso wie die körperlich erwachsenen Harry und Lloyd in Teil 1 reicht es im Prequel eigentlich vollkommen aus die beiden Außenseiter lediglich bei ihrem Dummsein zu zeigen. Dass das Niveau, was manch einer in Teil 1 nicht erkennen konnte oder wollte, in einer Fortsetzung für die schnelle Mark nicht mehr mitmischt war von Anfang an klar. Die Idiotien der beiden sind unsinniger aneinandergereiht, ergeben manchmal nicht einmal innerhalb der eigenen Welt der beiden Sinn, ein Fehler den das Original nie begangen hätte. Aber erstaunlicher Weise wissen einige der hier präsentierten Gags zu gefallen, auch wenn sie noch so plumper Natur sind. Dass man mindestens die Hälfte aller Witze in die Tonne kloppen kann ist klar, aber bei dem hier vorliegenden Konzept war ich mehr als überrascht, dass die Rechnung überhaupt halbwegs aufgeht.

Das liegt mitunter auch an der Maske, die den beiden Teens eine derartige Ähnlichkeit zu ihren späteren Ichs zaubert, dass dies schon ein Freudenfest für den Freund des Erstlings ist. Die Schauspieler sind beide nicht gerade mit Talent gesegnet, wissen aber wie man herumblödelt und mehr ist ja für diese Rolle auch nicht nötig, nicht in der plump angelegten Fortsetzung. Carrey und Daniels wurde da schon etwas mehr abverlangt: Grimassen schneiden, das Gefühl für Timing, Zurückhaltung und Übertreibung, das Verständnis für das große Warum (inkl. Humorverständnis) und, und, und. In einer ollen Teenieklamotte ist das alles nicht unbedingt nötig, zumindest nicht um Routine zu erzeugen.

Die Gefahr zu scheitern lag somit mehr am Drehbuch, und genau dieses weist ja nun auch die mangelhaften Zutaten auf, die den Film an einem noch besseren Ergebnis hindern. Wie erwähnt ist die Story um den Direktor, der recht plump von Levy verkörpert wird, völlig unnötig und nur ganz selten witzig. Viele der Gags sind Rohrkrepierer, und wie man auf die Idee kommen kann, den Vater der weiblichen großen Nebenrolle 20 mal öfter über Scheiße fluchen zu lassen, als das eine Mal, das noch Sinn gemacht hätte, ist mir schleierhaft. Der Verantwortliche gehört entweder in einen anderen Beruf oder in ein anderes Genre gesteckt.

Da „Dumm und dümmerer“ weder dem Teenie-Komödien-Bild der romantischen Art, der coolen Partykracher oder den pubertären Peinlichkeiten entspricht, erscheint es in der Umsetzung auch ziemlich sinnlos inszenatorisch einen auf „American Pie“ zu machen. Dies wurde von Produzentenseite dennoch als Pflicht angesehen. Also mussten Optik und Musik an die Erzählweise dieses Kinoerfolgs angelegt werden.

Der hier besprochene Film fällt jedoch viel mehr in die Kategorie der Chaotenkomödie innerhalb des Teenie-Genres. Es gab bis zu diesem Streifen hier nie einen Beitrag aus dieser Schmuddelecke, der mir auch nur Ansatzweise gefallen hat. Ich erinnere mich da nur ganz angewidert an „Die Chaotenhighschool“ und viele andere Werke auf diesen Spuren, die dem Wort Peinlichkeit völlig neue Bedeutungen gaben. Ich weiß nicht wie, aber die Fortsetzung von „Dumm und dümmer“ schafft es irgendwie diesen Abgrund zu umschiffen und zu einem halbwegs passablem Ergebnis zu kommen.

 
Trailer,   OFDb

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