Montag, 20. August 2012

MONSTER AUS DEM ALL (The Green Slime 1968 Kinji Fukasaku)


Eigentlich wollten Astronauten nur einen Gesteinsbrocken daran hindern auf die Erde zu krachen, doch bringen sie von dem Kometen einen außerirdischen Virus mit, dessen Folge die Flut kleiner mutierter Monster ist...


Putzig schließt gefährlich nicht aus...

Diese kleine Perle hat es lange Zeit nicht auf den deutschen Videomarkt geschafft, obwohl es seiner Zeit eine deutsche Kinoveröffentlichung gab. Einer der cineastischen Pluspunkte von "The Green Slime" (Originaltitel) ist die Präsenz des noch jungen Ed Harris in einer gar nicht so kleinen Rolle. Allerdings spielt er nicht die Heldenrolle. Die verkörpert pflichtgemäß ein intolerantes Großmaul, welches ohne jede Befugnis sowohl den Anspruch der Führung als auch den Anspruch des Weibchens an sich reißt, ohne irgendetwas besser zu wissen als jeder andere.

Die Geschichte verläuft interessant und abwechslungsreich. Die Situation ist recht aussichtslos. Das könnte alles höchst spannend sein, wären die Aliens nicht so unglaublich niedlich ausgefallen und billig zurecht gemacht. Besonders putzig wirkt eine Aufnahme aus der Ferne, in welcher man die Aliens die Außenhülle eines Raumschiffs belagern sieht. Da fehlte nur noch das Hi-Ho-Lied aus „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ zur vollkommenen Entfaltung. Bis die Aliens als solche auftauchen erinnert der Film inhaltlich ein wenig an den Klassiker "Blob - Schrecken ohne Namen". Doch kaum tapsen die größer werdenden Viecher umher, ist es vorbei mit der Parallele zu diesem Klassiker.

Die Kometen-Kulisse, wenn auch nur zu Beginn des Werks sichtbar, wirkt nostalgisch und naiv, wie aus einer Folge „Raumschiff Enterprise“ entliehen. Andererseits betrifft dies eigentlich den kompletten Film: seine niedliche Naivität, sein kindlicher Umgang mit dem Thema (und doch für Erwachsene gedreht) und der aus heutiger Sicht nostalgische Schein sorgen dafür, dass man ihn eigentlich schon nicht mehr als unfreiwillig komischen Schund betrachten will. „Monster aus dem All“ ist durch seinen Charme und seine Konsequenz mehr. Schlecht ist er überhaupt nicht. Desinteresse kommt niemals auf, zumal die erzählte Geschichte eine interessante ist. Sie könnte gar richtig bedrohlich und spannend werden, würden die Außerirdischen nicht so unglaublich niedlich aussehen und in ihrem naiven Science Fiction-Jahrzehnt feststecken.

Wer die Chance hat an diese unbekannte Perle zu gelangen, sollte zugreifen. Gerade Freude ungewöhnlicher Filme, die nicht inflationär mit dem Begriff Trash um sich schmeißen, sollten unbedingt einen Blick riskieren. "Monster aus dem All" ist ein Liebhaberstück für Genre-Freunde und Cineasten mit dem Herz am rechten Fleck.


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