Dienstag, 18. Dezember 2012

BLACK DEVIL DOLL (2007 Jonathan Lewis)


Die junge, vollbusige Heather spielt gelangweilt mit einem Hexenbrett und verursacht damit versehentlich, dass der Geist eines frisch hingerichteten Schwarzen in eine Puppe fährt. Heather beginnt eine sexuelle Beziehung zu der Puppe, doch diese sehnt sich bald nach anderen Frauen. Sie überredet Heather ihre Freundinnen einzuladen, damit die Puppe auch sie beglücken kann. Dies tut sie auf recht blutige Art...


Onkel Toms Puppe...

Ich bin wirklich für viel filmischen Schund zu haben. Ich erfreute mich an „Angriff der Killerbratwurst“, hatte Spaß mit „Invasion der Bienenmädchen“ und auch der 70er Jahre-Streifen „Rabbits“, der von mutierten Riesenkaninchen handelt, lieferte mir unterhaltsame 90 Minuten. Da ich auch den Filmen von Charles Band, und somit einhergehend dem Subgenre Puppen-Horror nicht abgeneigt bin, fand ich die Idee eines schwarzen „Chucky“ recht interessant. Dass es einige Nackedei-Szenen geben sollte, hielt mich auch nicht ab, wusste ich doch nicht, dass dies zum Mittelpunkt von „Black Devil Doll“ werden sollte.

Der Vorspann machte noch einen recht anständigen Eindruck. Zwar ließ sich schnell erkennen, dass der Streifen nur semiprofessionell umgesetzt wurde, aber das wurden interessante Filme wie „Day X“ und „Dead Eyes Open“ auch. Also stellte ich mich auf eine billige Umsetzung ein mit Puppeneffekten, die sicherlich nicht viel plumper sein sollten, als die aus der Schmiede Charles Bands.

Die Puppe ist eine simple Bauchrednerpuppe, wurde meist von unsichtbarer Hand bewegt und ist bei Bewegungen eigentlich nie komplett im Bild. Ich sollte diesbezüglich also recht behalten. Trash mag diese Art Umsetzung gar unterstützen, also was soll's. Doch schon die Hauptrolle, die ausschaut wie aus einem Porno entlaufen, ließ böses erahnen.

Nachdem der Tote in die Puppe fährt darf man auch gleich seinen Sprüchen im Gangster-Stil lauschen. Der inflationäre Gebrauch des Wortes Bitch nervt recht schnell. Aber da darf man eigentlich nicht meckern, will der Film doch die Blaxploitation-Streifen der 70er Jahre kopieren. Da gehört der Gangsterslang von heute sicherlich ebenso rein, wie der Erotikaspekt. Trotzdem, die Puppe nervt, da sie nie einen wirklich witzigen Spruch auf den Lippen hat. Und in den nächsten Minuten wird nun erst einmal gevögelt was das Zeug hält.

Dass eine Frau mit einer Spielzeugpuppe schläft, mag witzig klingen, ist es aber eigentlich kaum, da dem Schreiber des Drehbuchs jegliche Form von Situationskomik egal war. Wäre der Humor nicht so still ausgelegt, man hätte es Brachialhumor nennen können. Der Witz ist unsensibel wie die Puppe, und man bekommt das Gefühl, dass das nötige Augenzwinkern deshalb fehlt, weil sich Autor, Regisseur und Puppe gar nicht sonderlich charakterlich unterscheiden. Das mag trügen, und völlig ohne Augenzwinkern ist ein solcher Film sicherlich gar nicht erst umzusetzen, aber die Dosis lässt einen misstrauisch werden.

Nach einiger Zeit bekommt die Heatherdarstellerin mit Namen Heather (jede Dame behielt ihren original Künstlernamen auch in den Rollen bei) Verstärkung. Sieht man einmal von einem vor sich herschimpfenden Casanova ab, der kurze Male durchs Bild huschte, war Heather bislang der einzig menschliche Cast in der Hauptgeschichte. Nun kommt ein Damenclübchen hinzu, deren Mitglieder ebenfalls alle aus der Beischlaf-Branche zu kommen scheinen. Nach einer feuchtfröhlichen Autowäsche zeigen sich die Frauen erst einmal gegenseitig ihre Brüste. Die unwitzigen und schlechten Dialoge dazu kann man sich sicherlich denken.

Lustig wird es nie, dafür nun nach langer Wartezeit blutig. Die Puppe tötet nach und nach die Frauen, genießt Sexpraktiken meist erst nach deren Tod, und da geht es nicht gerade zimperlich zur Sache. Der Voyeur entdeckt kurze Aufnahmen von Körperregionen, die im regulären Filmgewerbe meist umgangen werden. Ansonsten spritzt das Kunstblut, und die Puppe ermordet jede Besucherin auf andere Art und ejakuliert dabei ab und an.

Natürlich kann all das den Film auch nicht mehr retten, und so ist man auch gar nicht böse, dass Heather nach der blutigen Schweinerei nun doch nicht mehr in die Puppe verliebt ist, und diese mit mehreren Pistolenschüssen endlich ins längst fällige Jenseits befördert. Also: nicht einmal der Finalkampf ist einfallsreich, selbst den hätte man sich sparen können.

„Black Devil Doll“ ist provokant und extrem, aber leider kein bisschen unterhaltsam. Wer so etwas auf netter Trashbasis gucken möchte, sollte zu „Terror Toons“ greifen. „Black Devil Doll“ ist lediglich peinlich, frauenfeindlich und billig. Auch unter dem Deckmantel Trash lässt sich dem Konsumenten nicht alles andrehen. Das haben schon die Verantwortlichen von „Waldile - Der schlimme Killerhund“ nicht begriffen.


OFDb

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