Samstag, 8. Dezember 2012

PETER SCHIESST DEN VOGEL AB (1959 Géza von Cziffra)


Peter, ein Hotelpage, erbt eine Menge Geld, schmeißt seinen Job und dreht endlich einmal den Spieß um. Er macht Ski-Urlaub und wird somit selbst einmal Gast in einem Hotel. Da es allerdings als Normalperson zu viel Wartezeit in Anspruch nimmt, um ein Zimmer zu bekommen, gibt er sich als berühmter Millionär aus. Ebenfalls vor Ort, und von Peter heiß begehrt, befindet sich eine junge Frau, die per Telefon schon des öfteren Ärger mit Peter in seiner Position als Page hatte. Der neureiche Held handelt sich mit jeder Lüge immer mehr Probleme ein. Und sein Geld wird mit der Zeit auch immer weniger...


Der Peter wird‘s schon richten...

Und wieder spielt Peter Alexander einen arroganten, lebensfrohen Egoisten, der sich als wen anders ausgibt als er ist, damit und mit anderen Dingen tausend Gesetze bricht, vor sich hinträllert und jedem Rock hinterher guckt, ganz besonders allerdings einem speziellen. Das gab es schon diverse Male und manchmal auch eine Spur aufregender, ja manchmal sogar lebensbedrohlicher.

Die Story von „Peter schießt den Vogel ab“ ist auch innerhalb der belanglosen Geschichte eher einfallslos. Ohnehin erzählt das Werk nicht viel, stolpert von einer chaotischen Situation in die nächste, durch ein Gehampel und einer so infantilen Komik, wie man sie heutzutage wohl dementsprechend nur noch in Kinderfilmen einsetzen würde. Dabei wirkt der Hauptcharakter wie ein würdeloser Clown, wütet herum, macht alles kaputt, aber keiner ist unserem Peter ernsthaft böse.

Das ganze Theater streckt sich dann über die erste Stunde hin, bis dann allerdings noch kleine Kriminalelemente mit eingespielt werden, womit der Film wenigstens zum letzten Drittel hin genügend Fahrt bekommt um immerhin als Routine durchzugehen. Denn bei aller Naivität, Dreistigkeit, Peinlichkeit und Eigenkopie geht es dem aufgeschlossenen deutschen Cineasten letztendlich doch genauso wie den Urlaubern im Film: Man kann Peter Alexander nicht ernsthaft böse sein.

Das macht seine Werke so viel erträglicher als vergleichbare Produkte aus Deutschland und Österreich. Er ist einfach (wie immer) der schmalzige Schelm, ehemalige Frauenheld und Schlagerbarde, den man zwar zu Recht in den Bereich des Trash abstufen sollte, dem man aber sein Talent, auch wenn es aus einer fast unbrauchbaren Ecke zu kommen scheint, nicht absprechen kann.

Musikfreunden sei allerdings gesagt, dass die Lieder Alexanders in diesem Werk nicht gerade zu den Lichtmomenten seiner Kariere gehören. Dass die komplette Story aus heutiger Sicht so ziemlich in jedem Punkt arg fragwürdig ist, macht „Peter schießt den Vogel ab“ immerhin zu einem halbwegs interessanten Dokument einer Zeit, von der ich behaupten möchte, dass sie individueller als die Gegenwart geprägt war.


OFDb

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