Samstag, 8. Dezember 2012

THE MONSTER OF PIEDRAS BLANCAS (1959 Irvin Berwick)


Im kleinen Küstenort Piedras Blancas kommt es immer öfters zu seltsamen Todesfällen, bei denen die Opfer kopflos aufgefunden werden. Über die Gegend gibt es eine Legende, die von einem unheilvollen Monster erzählt. Die Bürger müssen auf unangenehme Art erfahren, dass die Legende mehr als ein olles Schauermärchen ist...


Ein Dörfchen und sein Gummimonster...

Eigentlich würde doch so einiges für diesen Film sprechen. Wir haben ein atmosphärisches Küstendörfchen wie später in „Blutgericht der reitenden Leichen“, wir haben ein Monster, das wie im „Schrecken vom Amazonas“ von einem Mann im Gummikostüm verkörpert wird, wir haben die für seine Zeit recht brutale Idee kopfloser Leichen und dürfen das Filmmonster auch hin und wieder mit einem der Köpfe in der Pfote sichten. Das ist für seine Zeit schon recht radikal und müsste doch eigentlich als nostalgisches, niveauloses Filmchen funktionieren können.

Aber wie so oft bei in Deutschland nicht erschienenen Filmen, ist auch „The Monster Of Piedras Blancas“ eine kleine Schlaftablette geworden. Da nutzt auch die aufgedonnerte, ständig auf nicht vorhandenen Terror und Spannungsbogen verweisende Musik nichts. Würde man sich an ihr orientieren, müsste hier ein Film vorliegen, der Hitchcocks Werke wie Kinderfilme erscheinen lässt. Natürlich ist dem nicht so und der völlig unnötig aufbrausende Soundtrack sorgt maximal für unfreiwillige Komik.

Davon hätte es ruhig mehr geben können, denn als Monster-Horrorfilm kann das Werk nur in banalen Bereichen punkten. Man geht die Sache zwar sehr richtig an, das Ungetüm nur sehr selten zu zeigen (komplett wieder mal nur Richtung Ende), macht dabei aber den Fehler es viel zu selten auftauchen zu lassen. Ewig darf man besorgte Bürger sehen, Menschen die das Mysterium erforschen, in dem sie Leute befragen. Das was dieses Treiben ausgelöst hat, nämlich das Monster, wird aber immer nur angedeutet, eine Methode die zu Beginn des Streifens sicherlich richtig ist, spätestens nach 30 Minuten Spielzeit aber einfach nur anödet.

Endlose Dialoge plagen den gelangweilten Zuschauer, Dialoge, denen man anfangs noch lauschte, denen man mit immer weiterem Fortschreiten aber einfach kein Interesse mehr schenken will. Die Schauspieler gehen als akzeptabel durch, sind also keine Vollnieten, was die lahme Umsetzung nur um so trauriger macht.

Kommt das Monster zum Einsatz darf der Genrefan zunächst nur klassische Gummiklauen und –füße sichten, ab und an darf es auch ein herrlich drollig eingefangener Schatten der Bestie sein. Das klingt nach wenig, sind aber nette Aufnahmen geworden. Solche Monsterszenen ohne Monster hätten durchaus gereicht, um den Film aufzulockern – wären sie nur etwas häufiger eingebracht.

Nach dem üblichen Hinhalten darf man das Biest irgendwann einmal komplett sichten, und da schlägt das Fanherz auch gleich höher. Die Kreatur sieht einfach toll aus, irgendwo nostalgisch lustig, irgendwie aber noch nicht an der Grenze zum komplett peinlichen. In der Finalszene, an einem Leuchtturm, bekommt man das Monster dann häufiger und länger zu sehen. Das ist schon ganz nett, aber leider auch zu spät, um sich wirklich unterhalten zu fühlen.

Wenigstens darf der genreübliche, inhaltliche Schwachsinn nicht fehlen: Ein Mann wird von dem Monster geschnappt, es klettert auf „King Kong“-Art mit ihm den Leuchtturm hoch. Eine Gruppe Männer steht unten mit den Gewehren. Die Tochter des Entführten hält diese aber vom Schießen ab, damit nicht versehentlich der Vater getroffen wird. Schön und gut! Aber vielleicht hätte doch mal wer schießen sollen, anstatt seelenruhig dabei zuzusehen, wie das Vieh den armen Mann bis ganz nach oben schleppt, um ihn dann ohne Gegenwehr runter zu schmeißen. Eine Kugel im Bein wäre dem Kerl sicherlich lieber gewesen, als sein vorzeitiges Ableben.

Dieser Spaß kommt aber wie erwähnt erst gegen Ende auf, so dass dem Rest des Filmes nur die grotesk überzeichnete Musik und die wenigen Auftritte der Kreatur bleibt, um mit Schrott zu belustigen. Das allein kann einen unfreiwilligen Trashfilm natürlich nicht tragen. Somit ist „The Monster Of Piedras Blancas“ weder ein gelungener Monsterfilm, ein atmosphärischer Grusler noch eine dauerhaft unfreiwillig komische Belustigung. Schade um das wirklich nette Kostüm und der sympathischen Location.


Trailer,   OFDb

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