Samstag, 9. März 2013

DAS WIEDERSEHEN (2006 Raoul Schaupp)


Eine Teenagerin bekommt Besuch von ihrem Freund, der kürzlich verstarb. So ganz ohne Grund ist er allerdings nicht vorbei gekommen...


Eine bittere Wahrheit...

„Das Wiedersehen“ zeigt uns, wie man ganz privat auf schlichte Art und Weise einen interessanten Kurzfilm machen kann. Schauspielerisch liegt zwar einiges im argen, aber man versucht sein bestes, und für einen Privatdreh geht das schon in Ordnung. Denn die Geschichte selbst macht neugierig und gibt mit Fortschreiten der sehr kurzen Laufzeit immer mehr Informationen her. Dies treibt Regisseur Schaupp so weit, dass sogar der Abspann dafür herhalten muss. In diesem erfahren wir mitunter die wichtigste Information, sozusagen eine (fast) schwarzhumorige Pointe.

Aus Klischeesätzen, in denen erwähnt wird warum man im Tode nun glücklich sein kann, wird auf makaberer Ebene mehr als zunächst privatfernsehgewöhnt vermutet. Das ganze Geschehen entpuppt sich mit der Verwendung nur eines Satzes der Mutter zu einem anderen Hintergrund. Die daraus resultierende Thematik wird sonst gerne mit dem Holzhammer präsentiert. Hier wird sie schlicht nebenbei erwähnt, so dass manch einer dies vielleicht sogar gar nicht mitkriegt. Hut ab, das finde ich gut.

Wie ernst oder sarkastisch das fertige Werk sein soll ist schwer zu erahnen. Ich habe einen anderen, ebenfalls geglückten Film, von Schaupp gesehen („Without – Ohne Äldern“). In diesem wurde die in verschiedener Hinsicht humorvolle Seite der Schaupp-Brüder sehr deutlich. Schwarzer Humor in dieser Schlusspointe wäre also zu Recht hineinzudeuten. Aber egal ob ernst oder bitterböse augenzwinkernd, „Das Wiedersehen“ weiß zu gefallen.

Auch im stilistischen Bereich kann man von einem gelungenen Werk sprechen, freilich wenn man bedenkt wie privat der komplette Film abgedreht wurde (was spätestens die Namen im Abspann verraten). Die Rückblicke wurden in schwarz/weiß gehalten, eingeleitet durch ein stimmiges Geräusch, das den Bruch der verdrängten Erinnerung deutlich macht, bzw. dabei hilft zu erkennen, dass nun ein Rückblick folgt.

Auf Musik wird passend zum an sich doch sehr ernsten Thema komplett verzichtet. Im kurzen Vorspann hört man gar nichts, der Abspann wird genutzt um die Mutter zu zeigen (bzw. sie zu hören), was zur erwähnten Pointe führt.

Im Bereich des Amateurfilms werde ich mir den Namen Schaupp merken, immerhin sind es bis jetzt bereits zwei Filme die mir zusagen. Ich hoffe, dass man von diesen Hobby-Filmern noch das ein oder andere präsentiert bekommt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen