Dienstag, 6. August 2013

RETURN OF THE LIVING DEAD 5 - RAVE TO THE GRAVE (2005 Ellory Elkayem)


Aus der gefürchteten Chemikalie, die Menschen und Tote zu Zombies macht, basteln ein paar Teens eine Droge. Auf einer Rave-Party bekommen sie dafür die Rechnung serviert...


It‘s Party Time...

Böse Erwartungen waren gegeben. „Return Of The Living Dead 5“ wurde zeitgleich mit Teil 4 gedreht, somit war auch der Regisseur der selbe und einige der Figuren aus den Vorgänger wurden mit eingebaut. Alles kein gutes Omen, wenn man bedenkt wie unterirdisch schlecht „Return Of The Living Dead 4“ ausgefallen ist.

Dementsprechend ist Teil 5 kein gelungener Film geworden, aber er hat gegenüber seines Vorgängers einen klaren Vorteil: die Story ist simpler und damit dem geringen Budget angemessen. Wo Teil 4 an mangelnder Glaubwürdigkeit krankte, da wird diese in der vierten Fortsetzung des Kultfilmes von Dan O‘Bannon kaum mehr benötigt. Die Drahtzieher im Hintergrund wirken wie gehabt unterbesetzt und an den Haaren herbeigezogen. Der Rest erzählt jedoch lediglich von einer Party, auf welcher Menschen zu Zombies werden. Da benötigt man nicht viel Geld, und die comicartige Story keinen Bezug zur Realität. Dementsprechend unverkrampfter kommt Elkayems zweiter Zombie-Streich daher, und wie ein Amateurfilm schaut er sich im Gegensatz zum Vorgänger auch nicht mehr.

Die schönste Idee an Teil 5 war, dass man endlich einmal sieht, wie ein eingelagerter Zombie aus der Tonne herausbricht. Das wurde ja leider immer der Phantasie des Zuschauers überlassen. Und dass „Rave To The Grave“ ebenso wie „Necropolis“ wieder auf die Stammzutaten der Reihe achtet, jene die Yuzna in „Return Of The Living Dead 3“ ignorierte, ist eigentlich selbstverständlich, aufgrund der unterschiedlichen Qualität beider Filme von mir aber lieber trotzdem noch einmal erwähnt. Hier war jemand am Werk, der die ersten beiden Teile mochte, das merkt man. Schade dass man es dem Niveau des Streifens nicht ansieht.

„Return Of The Living Dead 5" ist ebenso dilettantisch gedreht wie sein Vorgänger, und kann sich nur durch einen gewissen Grad Charme der vorhanden ist vom Vorgänger distanzieren. Wie es zu einem solch niveaulosen Zustand kommen konnte bleibt dennoch fraglich, bewies der Regisseur mit „Larger Than Life“, "Arac Attack" und "They Nest" doch dass er eigentlich sein Fach beherrscht. Klar, hier wurde kostengünstig in Rumänien gedreht, aber das wurde so ziemlich jeder Streifen von Charles Band auch, und die funktionieren trotz unübersehbarem Trash-Charakter in der Regel besser als der hier besprochene Streifen.

Elkayem dreht wie ein Laie. Der Bildfilter ist billig, die Darsteller in ihren Rollen nicht glaubwürdig und die Dynamik des Films ist auch nicht gerade vorbildlich. Die Tricks sind ganz o.k. ausgefallen und den Zombies wurden nette Masken beschert. Immerhin das bekam man hin. Manches Mal stimmen gar die Gags. Aber der nötige Schwung um den Zuschauer mitzureißen, der fehlt noch immer. Man hat das Gefühl, dass es keinen Stunt-Experten im Team gab. Jegliche Actionszene wirkt schwach, so als würde sie zu langsam geschehen. Schade! Aber seine besten Momente hat Teil 5 ohnehin in den ruhigeren Szenen. Und Ideen wie dem Schluss-Gag kann man ihren Reiz nicht absprechen.

Also: Teil 5 ist kein Total-Reinfall wie der gleichzeitig mitgedrehte Teil 4, er guckt sich aber auch nur halbwegs versöhnlich wenn man den Vorgänger gesehen hat. Hat man diesen übersprungen ist man mental nicht auf diese halbwegs funktionierende Katastrophe eingestellt. Dann wundert man sich nur über die Produktionsbedingungen und kann die guten Elemente nur schwerlich annehmen. Dass dieser Billigfilm dem Konzept der ersten beiden Teile wieder treu bleibt, ist ihm immerhin hoch anzurechnen. Lediglich der wichtigste Aspekt wurde ignoriert. Warum sind die Zombies mittlerweile mit nur einem Kopfschuss aufzuhalten? Der Reiz der ersten beiden Teile bestand doch gerade darin, dass reanimierte Materie lebendig bleibt, selbst wenn sie als Hackfleisch existiert.

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