Montag, 5. August 2013

RETURN OF THE LIVING DEAD 4 - NECROPOLIS (2004 Ellory Elkayem)


Ein böser Konzern experimentiert mit dem Gas der Army, das Tote zum Leben erweckt. Da sie hierfür Versuchskaninchen brauchen, entwenden sie Unfallopfer, anstatt diese ins Krankenhaus zu bringen. Als man dies auch mit Zeke macht, folgen ihm dessen Freunde in das Konzerngebäude. Recht bald sind die Zombies los...


Wieder Hirn, aber kein Hirn...

Return Of The Living Dead 3“ war für Freunde der ersten beiden Teile eine Zumutung, aber keiner hat wohl je damit rechnen können wie tief die Reihe um die Gehirn-geilen Zombies noch sinken könnte. Die gute Nachricht zuerst: die Zombies rufen wieder nach den Gehirnen, und die Fässer werden auch wieder wichtig für die Geschichte.

Ach, wie schön hätte Teil 4 allein wegen dieser Tatsachen werden können. Leider bleiben diese Elemente Lichtblicke in einem Desaster-Meer. Da wäre zunächst einmal das Budget zu nennen. Wenn man schon die Geschichte des ersten "Resident Evil" kopieren will, dann sollte man wenigstens genug Geld haben um dies glaubwürdig umzusetzen. Wenn nur ein paar Gestalten im ganzen Firmenkomplex herumhampeln ist das nicht sehr glaubhaft. Und wenn Schüler einen Überwachungsjob mit Dringlichkeitsstufe 1 ausüben, dann ist das sogar noch weniger überzeugend als ohnehin schon.

Alle Darsteller spielen selbst für eine Komödie zu überzogen, die Zombies brabbeln zu viel, womit man ihnen ihre Mystik beraubt. Mal sterben sie bereits an einer Kugel, manchmal auch nicht, immer so wie es Regie und „Drehbuch“ gerade wollen. Ob überhaupt irgendwer so etwas wie einen Überblick über das Gesamtprojekt hatte kann jedoch angezweifelt werden. Zu Anfang wird interessant erzählt, dass die Welt mittlerweile von den Zombievorkommnissen der Vorgänger weiß, dann wird nie wieder richtig darauf eingegangen. Im Laufe des Filmes werden uns zwei deaktivierte Superzombie-Soldaten gezeigt. Sie werden eingeführt wie zwei Endgegner in einem Superhelden-Film. Kaum sind sie aktiviert, es macht bumm bumm bumm und sie sind tot. Aber nicht zur humorvollen Untermalung, sondern wegen - genau, dem mangelnden Überblick. Na danke dafür!

Das unglaublichste an der ganzen Sache ist jedoch das Amateurfilm-Flair, das diesen Streifen umweht, obwohl er keiner ist. Okay, er hat nicht viel gekostet, aber nach einem Erfolg wie „Arac Attack“, den Regisseur Elkayem zuvor gedreht hat, wird „Return Of The Living Dead 4“ genug Geldgeber gefunden haben, um mehr zu sein als eine kleine Independent-Produktion. Das sieht man ihm allerdings nicht an. Und sollte er doch eine solch magere Produktion sein: das sind Filme wie „Hesher“ auch, und trotzdem wirken sie nicht so dahingerotzt wie diese unglaubliche Beleidigung an den Horror-Fan.

Ein löchriges Drehbuch, Action die zu lahm daher kommt, zu wenig Geld, zu viele Widersprüche und zu lahme Rollen, all dies ist Necropolis. Es ist eine Schande, wenn man bedenkt welch ein Meilenstein mit Teil 1 seinerzeit an anspruchsvollem Horror geboten wurde. Wie kann man den Ruf dieser Reihe nur derart ruinieren?

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