Samstag, 14. September 2013

PARANORMAL ACTIVITY 4 (2012 Henry Joost u.a.)


Teenagerin Alex ist nicht begeistert, als ihre Familie den Nachbarsjungen Robbie bei sich aufnimmt, als dessen Mutter ins Krankenhaus muss. Der Junge benimmt sich merkwürdig, und recht bald hat Alex das Gefühl, dass er etwas Übernatürliches mit ins Haus gebracht hat. Alex lässt die Laptops des Hauses die Geschehnisse in den einzelnen Zimmern aufzeichnen...


Die Erbinnen der Großmutter...

Es ist so ein Hin und Her mit der „Paranormal Activity“-Reihe. War der erste Teil ein richtig guter Grusler, ging es mit Teil 2 ins Langweilige steil bergab. Machte der dritte Teil mit einer sympathischen Umsetzung wieder Freude, so landet Teil 4 nun im Gebiet der Mittelmäßigkeit, damit nicht so tief gestürzt wie mit der ersten Fortsetzungen, aber weit hinter dem Erwarteten zurückbleibend.

Das Problem mit Teil 4 ist eines, das in anderen Filmen ein Vorteil wäre: er will eine Geschichte erzählen. Während die Vorgänger beiläufig eine Geschichte erzählten, während sie die Gruselatmosphäre in den Vordergrund rückten (was nicht immer mit Erfolg gesegnet war), scheint man in „Paranormal Activity 4“ nicht mehr sonderlich interessiert daran zu sein den Zuschauer zu gruseln. Da gibt es vereinzelte Momente, meist jedoch Schock- anstatt Gruselszenen, aber im Prinzip ist man viel eher daran interessiert die Fragmente der einzelnen Hintergrundideen der Vorgänger zusammenzuflicken.

Da die anklingenden Ideen der ersten drei Teile nicht völlig unsinnig wirkten, auch wenn das Bemühen eines Spukhintergrundes immer einen zu konstruierten Beigeschmack mit sich zog, ist es durchaus eine vernünftige Idee offene Fragen, die dem Stammzuschauer auf dem Herzen brennen, beantworten zu wollen. Aber mit Vernunft haben es die Verantwortlichen der dritten Fortsetzung des Originals nicht so, immerhin haben sie ein lukratives Franchise in der Hand, und das Beantworten aller Fragen würde das Ende von diesem bedeuten, zumindest im Kopf einfallsloser Autoren. Also wurde aus Teil 4 ein Wischi-Waschi-Beitrag, der zwar die Geschichte krampfhaft zu einer einheitlichen zusammenhalten will, gleichzeitig aber doch kaum Fragen beantworten will. Was bedeutet: am Ende erzählt er doch wieder nicht wirklich etwas.

Wer nach Teil 4, der immerhin recht interessant endet, noch immer glaubt ein Teil 5 würde ihn endlich aufklären, mag arg naiv sein. Dabei würde das Ende von Teil 4 durchaus eine Chance geben die Reihe mit der nächsten Fortsetzung zu Ende zu führen. Auch wenn ich das Prinzip der Found Footage-Umsetzung mag, so müsste Teil 5 meiner Meinung nach diesen Bereich verlassen, um sinnvoll zu schließen. Man müsste den Kult beleuchten, der hinter den Dämonenaktivitäten steckt. Teil 4 hat es allerdings nun so weit getrieben, dass der Standart-Zuschauer daran kein wirkliches Interesse mehr hat, im Gegensatz zum Fan der Reihe.

Der Kult-Hintergrund ist in meinen Augen eine lahme Idee. Das völlig Unbekannte hinter der ganzen Sache war Auslöser für das wohlige Grusel-Feeling des Originals. Das Wissen es mit einem Dämon anstatt mit einem Geist zu tun zu haben, sorgte für die nötige Gänsehaut. Dabei zuzusehen wie Storyfäden einer unheimlichen Kultgemeinde zusammengefügt werden, eingepackt in eine „in unserer Wohnung scheint es zu spuken“-Story die Vierte, ist nicht sonderlich erfolgreich darin ein Interesse aufrecht zu erhalten, das bereits im dritten Teil trotz passablem Ergebnisses kaum mehr vorhanden war. Was soll es bringen noch mehr über den Kult zu erfahren, wenn das Kernstück dieser Kino-Reihe, die Gruselatmosphäre, dabei auf der Strecke bleibt?

Zumindest ließ sich Teil 4 gucken ohne gelangweilt auf die Uhr zu schauen. Zudem besitzt der Film mit der sehr süß aussehenden Kathryn Newton in der Rolle der Alex einen optischen Pluspunkt. Ganz zart besaitete Persönchen werden sicher den ein oder anderen Gruselmoment erleben. Sich nach dem Gucken allein im eigenen Heim unwohl zu fühlen, ein Ergebnis das Teil 1 noch beim x-ten Sichten hervorruft, ist jedoch ein Ergebnis das „Paranormal Activity 4“ nicht zu erreichen weiß. Mehr noch: scheinbar gar nicht möchte.

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