Montag, 23. Dezember 2013

DON'T BE AFRAID OF THE DARK (2010 Troy Nixey)


Ein Architekt zieht mit seiner Familie in ein großes renovierungsbedürftiges Haus. Im Keller entdeckt die kleine Tochter, dass der Ofen abgeriegelt wurde. Als sie den Verschluss entfernt, öffnet sie nicht nur den Ofen, sondern auch einer Horde kleiner Dämonen den Weg in unsere Welt...


Ofen-Gate - Die Unterirdischen...

Ich muss zu diesem Film einfach etwas schreiben, gehöre ich doch zu den wenigen, die den TV-Film „Gates Of Darkness“ gesehen haben, der als Vorlage für das hier besprochene Remake diente und der in Deutschland, so viel ich weiß, nur auf VHS erschienen ist. Zumindest habe ich nie etwas von einer TV-Ausstrahlung mitbekommen. „Gate Of Darkness“ war ein putziger, kleiner, naiver Film, der es schaffte schlichte Gemüter zu gruseln. Es war ein charmanter Film, dessen Geschichte es aufgrund der auf kindlichen Ängste bauenden Spannungsmomente verdient hatte neu verfilmt zu werden. Mit Produzent Guillermo del Torro war ein Mann mit an Bord, dem man zutraut mit dem vorhandenen Material ein stimmiges Filmchen zu zaubern.

Schade dass er die Regie Neuling Troy Nixey übergab und ihm scheinbar nur ins Set-Design reinplapperte. Dies weiß nämlich zu wirken und schreit geradezu danach einen atmosphärischen Film unterstützen zu dürfen. Und Guy Pearce mit an Bord zu haben, der in den Filmen „Memento“, „L.A. Confidential“ und selbst in simplen Stoffen wie „Iron Man 3“ zur schauspielerischen Hochform auffährt, lässt Erwartungen ebenfalls steigen. Würde man ihn nur durch seine Darstellung in „Don‘t Be Afraid Of The Dark“ kennen, man würde ihn für einen 08/15-Schauspieler halten, so lustlos spielt er seine Rolle runter. Und das braucht nicht verwundern, ist der Film doch ebenso uninspiriert herunter gekurbelt.

Schade! Neben der bereits erwähnten Pluspunkte sind die computeranimierten Wesen gut ins Restbild eingearbeitet. Die Erwartungshaltung, die um sie herum aufgebaut wird, ist auch nicht von schlechten Eltern. Aber der Grundton des Films will einfach nicht stimmen. Figuren sind einem egal, der Soundtrack dudelt routiniert vor sich hin, und mit der einseitigen, aber stimmigen Location weiß Nixey und sein Kameramann nicht wirklich etwas anzufangen. Gruselig wird es nie, und selbst simpelster Spannungsaufbau ist kaum gegeben, spätestens wenn wir die Wesen endlich zu Gesicht bekommen und damit das einzige Geheimnis des Streifens gelüftet ist.

Gate Of Darkness“ war weder raffiniert, noch innovativ. Aber er war zumindest klug genug nicht gleich die Hintergründe aller Geschehnisse in einer unnötigen Vorgeschichte auszuplappern, so wie es das Drehbuch zur Neuverfilmung vorschrieb. Die häufigste Krankheit moderner Horrorfilme schadet mal wieder dem Sehwert: anstatt ruhig in den Film einzutauchen, muss vor Beginn der eigentlichen Geschichte ein Paukenschlag her. Scheinbar langweilt sich der moderne Kinogänger sonst zu sehr, müsste er in der Regel doch sonst 30 Minuten warten bis in einem Horrorfilm erstmals wirklich etwas passiert.

Also: überraschen kann da gar nichts mehr, und da bis zur Hälfte der Laufzeit alles dem typischen Ablauf einer typischen Horrorgeschichte folgt, weiß man dass dies auch beim Rest des Streifens so bleiben wird, der in seiner überraschungsfreien Art nur ganz knapp an der Langeweile vorbei schrammt. Das war wirklich nichts tolles. Nixeys Regie-Einstand ist uninspirierte Routine mit den Möglichkeiten zu mehr. Da greife ich in einigen Jahren lieber noch mal zum ebenfalls routinierten, dafür aber auch naiv-unterhaltsamen Original. An dies hielt man sich zwar vom Ablauf her, inklusive der tollen Idee mit dem Blitzlicht eines Fotoapparates, doch trotz vieler Lücken in der Geschichte und einiger Ungereimtheiten ist die 1973er Version die bessere Alternative zum glattpolierten Aufguss von 2010.

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