Mittwoch, 1. Januar 2014

MICHAEL CLAYTON (2007 Tony Gilroy)


Der ehemalige Staatsanwalt Clayton löst im Schatten der offiziellen Geschehnisse Probleme für die Anwaltskanzlei für die er auf dem Papier als Anwalt arbeitet. Als er sich eines durchgedrehten ehemaligen Kollegen annehmen muss, gerät er zwischen die Fronten... 


Alternative Karrieren... 

Die Geschichte erfordert in seiner verschachtelt erzählten Umsetzung viel Aufmerksamkeit vom Zuschauer, so dass die im Prinzip halbwegs schlichte Geschichte anspruchsvoller erzählt ist, als sie es theoretisch gesehen wert gewesen wäre. Deswegen braucht man auch nicht zu maulen, wenn das Finale etwas zu einfach erzählt ist. Aber da die Psychologie dort ohnehin alles zu entschuldigen weiß, ist auch dies kein wirklicher Wermutstropfen. 

Insgesamt lebt „Michael Clayton“ von der souveränen Darstellung George Clooneys und von einem guten Drehbuch, welches die zentrale Figur keinesfalls als Sympathieträger versteht, sondern, ähnlich wie im lustigen „Up In The Air“, nur das Abbild eines modernen Menschen der neuen Moral zeigt. Dass sich Clayton im Laufe des Filmes wandelt, liegt keinesfalls an positiven Charakterzügen, sondern viel mehr daran, dass das Drehbuch ihm keine andere Chance lässt, wenn der in die Ecke gedrängte Clayton eine Entscheidung treffen muss. 

Trotz der modernen Thematik ist Tony Gilroys („Das Bourne Vermächtnis“) Film sehr ruhig und seine Charaktere und ihre Erlebnisse ernst nehmend erzählt, und orientiert sich damit eher am niveauvollerem, da gehaltvollerem Kino aus Zeiten vor der Blogbuster-Ära, was ihn auf sehenswerte Art vom psychologisch mageren Einerlei heutiger zu Action-orientierter Thriller-Produktionen unterscheidet.

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