Dienstag, 25. März 2014

DAS UNSTERBLICHE MONSTER (The Undying Monster 1942 John Brahm)


Ein unheimlicher Familienfluch beschäftigt einen Spezialisten von Scotland Yard...


Im Bann der Bestie...

Parallel zu den erfolgreichen Universal Monsterfilmen wollte auch 20th Century Fox etwas vom Geldkuchen des damals wenig anerkannten Genres Horrorfilm abhaben, und einer ihrer ersten Beiträge diesbezüglich war „Das unsterbliche Monster“, ein Film ein Jahr nach „Der Wolfsmensch“ mit einem Hauch Werwolf-Thematik versehen, mehr jedoch an „Sherlock Holmes“ aufgrund der rätselhaften Krimi-Thematik und an „Das Cabinett des Dr. Caligari“ aufgrund der Auflösung erinnernd. So spukt einem noch am ehesten „Der Hund von Baskerville“ als verwandter Stoff durch den Sinn, unterstützt dadurch, dass der hier vorliegende US-amerikanische Film, wahrscheinlich aufgrund der literarischen Vorlage, ebenfalls in England spielen soll.

Für Amerikaner sprechen unsere Helden sogar recht nuschelfrei, ein authentisches England bietet uns deren Auftreten dennoch nie, aber was soll man sich da beschweren, funktionieren doch auch die deutschen Wallace-Filme meist, obwohl sie diesbezüglich ebenfalls ein (charmantes) Makel besitzen. Da „The Undying Monster“ (Originaltitel) für einen Billigfilm recht professionell inszeniert ist, verzeiht man auch ihm dieses Wackeln in der Glaubwürdigkeit gern, ist er doch optisch und akustisch ansonsten stimmig umgesetzt.

Der Soundtrack ist freilich übertriebendste Terrormusik, wie sie zu den 40erJahren genauso dazu gehört wie das Schwarz/weiß im Bild. Die Optik hingegen ist eine positive Überraschung: unheimlich wirkende Studioaufnahmen die das Außen darstellen sollen und ein uriges Setdesign von Schloss und Laboratorien, hier schaut man gerne hin, zumal die Beleuchtung und das Spiel mit Licht und Schatten über Durchschnitt gehalten sind.

Die Geschichte um einen alten Fluch war schon seinerzeit klassisch zu nennen, und die einzelnen Elemente am Rande sind es ebenso. Vom wehenden Vorhang über ein Geheimzimmer im Keller ist jegliches charmante und zum Genre einfach dazugehörende Klischee vorhanden, auch wenn das Geheimzimmer ein schlechter Vergleich zu sein scheint, weiß doch jeder der Protagonisten über den angeblich geheimen Raum bescheid, nur ein Beispiel einiger im Film enthaltener Faktoren, die trotz sonst so gelungener Umsetzung für unfreiwillige Komik sorgen.  Auch freiwilliger Humor wird als Randerscheinung integriert, und der weiß sogar zu wirken, lediglich der Schluss-Gag wirkt unangebracht, da zu aufgesetzt.

Dass der Horrorfilm, der sich eher wie ein Grusel-Krimi guckt, trotz der eigentlich sehr positiven Elemente und akzeptabel agierender Schauspieler nicht wirklich zünden mag, liegt an seinen letzten 20 Minuten, die inhaltlich nicht wirklich zu überzeugen wissen und sich eher mit einer schlichten Ausrede aus der Affäre ziehen, anstatt der stimmigen Geschichte ein passendes Ende zu bescheren. Dass der Film zu geschwätzig wäre, wie ihm gerne des öfteren vorgeworfen wird, kann ich hingegen nicht bestätigen, im Gegenteil: durch den Hauptaspekt der Forschung wirken die zahlreichen Dialoge sehr passend und erfrischend. Ein schwach umgesetzter Spezialeffekt am Ende zeigt zudem deutlich auf, dass es gut ist nicht vermehrt auf Effekte gesetzt zu haben und die Story stattdessen mehr über Worte vermittelt zu bekommen.

Ein zu unrecht vergessener Streifen ist „The Hammond Mystery“ (Alternativtitel) nicht, wirklich interessant ist er eigentlich nur aus nostalgischen und aus cineastischen Gründen. Ein Reinfall ist John Brahms Werk jedoch bei weitem nicht, dafür sieht man ihm zu sehr die deutsche Herkunft der Grusel-Handschrift an und dafür wissen die ersten 40 Minuten zu stimmig zu unterhalten. Wie für die 40er Jahre typisch läuft der Film auch gerade einmal leicht über eine Stunde, so dass „Das unsterbliche Monster“ trotz vergeigtem Ende flott zu gucken ist. Freunde klassischer Horror-Kunst, die auch gerne mal Durchschnitt genießen, sind also dennoch herzlich eingeladen sich Brahms Werk einmal zu Gemüte zu führen.


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