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Samstag, 22. März 2014

ESCAPE PLAN (2013 Mikael Håfström)


Breslin testet als Häftling getarnt die Ausbruchssicherheit in Gefängnissen. Bei seinem neuen Auftrag wird er jedoch gelinkt. In einem Hochsicherheits-Knast für die übelsten Fälle muss er beweisen wie gut er wirklich ist. Denn aufgrund einer Verschwörung lässt man ihn dort nicht gehen - wissentlich wer er ist...


Kino auf Video-Niveau...

Auch wenn die meisten Ergebnisse der Filme von Stallone und Schwarzenegger passabel sind, oftmals sogar richtig gelungene Filme waren, so haben die beiden Schauspieler innerhalb ihrer Karriere doch schon immer Böcke geschossen, sprich in Werken mitgewirkt, die vor unfreiwilliger Komik nur so sprudeln, und die man beim besten Willen nicht ernst nehmen konnte. Sie gingen weit über das hinaus, was ohnehin schon an den besseren Filmen der beiden belustigte. Bei Schwarzenegger wären diesbezüglich „Running Man“ und „Phantom Kommando“ hervorzuheben, Stallones größte Trash-Trümpfe waren „Rocky 4“ und „Driven“.

Klar freue ich mich auch über solche Ausrutscher, bieten sie doch einen hohen Grad an anspruchsloser Unterhaltung, aber wenn man die Action-Ikonen endlich einmal gemeinsam in einem Film erleben darf, weit über das Maß eines „Expendables 2“-Blenders hinaus, dann enttäuscht es schon etwas, dass diese erste wirkliche Zusammenkunft so unterirdisch ausgefallen ist.

Und überhaupt! Was ist in den großen Planer Schwarzenegger geraten, der in seiner Karriere nur selten unüberlegte Schritte gegangen ist? Wie konnte er bei einem solch kritischen Prozess wie dem eines Comebacks, so kurz nach dem geglückten „The Last Stand“, auf ein Pferd setzen, dem derart die nötige Kohle fehlte, dass er sich rein optisch wie ein billig zusammengeschustertes Digital-Werk für den DVD-Markt anschaut? Weit entfernt von dem Niveau eines Asylum-Filmes ist man nicht - rein von der Optik her betrachtet. Und in Sachen Unsinn ist man auch nicht allzu weit von der Klasse der gefürchteten Billigschmiede entfernt.

Allein die Grundidee des Streifens ist schon völliger Blödsinn, wenn mächtige Menschen Söldner engagieren, um ihre Feinde für immer weg zu sperren anstatt sie sofort umlegen zu lassen. Aber dies ist nur die Grundlage für allerhand anderen Nonsens wie viel zu schnell rostendes Metall, ein Profi-Brain, dem man nur mit dem Argument „Ach komm!“ kommen muss, damit er innerhalb von 3 Sekunden seine zuvor geäußerte Meinung ändert, Zellen eines High Tech-Sicherheitsgefängnisses, in denen man die Häftlinge nicht einmal belauschen kann und einem für Söldner arbeitenden Arzt, der trotz dieser Berufswahl auf das Argument des Hippokratischen Eides eingeht, auch wenn er in einem Buch erst einmal nachschlagen muss was er da einst geschworen hat.

Es hagelt Irrsinn hoch zehn, und wie so oft hält man auch den Zuschauer für zu dämlich. Beispielsweise traut man ihm nicht zu, dass er eine wichtige Figur, die zu Anfang des Streifens auftaucht, nicht ohne Rückblick wieder erkennt, wenn diese am Ende des Filmes noch einmal erscheint. Und wer noch immer nicht von der Plumpheit dieses Streifens überzeugt ist: die One-Liner, die am Genre Action so wichtig sind, erhalten einen neuen kreativen Tiefpunkt wenn Schwarzenegger am Ende sagen darf: „Auf Wiedersehen, Arschloch!“

Positives gibt es auch zu verkünden. Der Gegner ist nicht nur gut gewählt, er bekam auch eine wunderbar passende Synchronstimme beschert, die sein Fiesling-Dasein noch einmal um einen weiteren Aspekt unterstreicht. Trotzdem ist es gut, dass es der gelungenen Dinge nicht zu viel gibt, denn „Escape Plan“ macht als Vollschrott viel Spaß, wenn auch nicht auf dem Niveau der zu Beginn der Review aufgezählten Filme.

Und der Unterschied liegt meiner Meinung nach an den Produktionsbedingungen. Waren die von mir genannten Vergleichsfilme professionell produziert und damit in ihrer unfreiwillig komischen Wirkung um so intensiver, so zündet das Hereinreiten durch Unsinn nicht ganz so gut, wenn bereits die Kosten den Film wie eine cineastische Baustelle wirken lassen. Billig umgesetzte Actionszenen und übelste Digital-Optik ohne das Händchen für eine stimmige Bildüberarbeitung lassen einen verwundert die Augen reiben, wenn man  bedenkt dass „Escape Plan“ im Kino gelaufen ist.

Sollte ein solches Niveau im Kino Standard werden, sind wir nicht mehr weit von der Realität von „Idiocracy“ entfernt. Dann hat The Asylum doch mehr Anhänger, die den Scheiß ernstgemeint konsumieren, als ich bislang gedacht habe. Gegen Werke wie „Escape Plan“ wirken die (gar nicht mal so üblen) 08/15-Statham-Filme wie große Kino-Kunst.

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