Montag, 14. April 2014

SPLATTER UNIVERSITY (1984 Richard W. Haines)


Auf einer Universität geht ein Frauen-Killer um. Eine neue Lehrerin meint zu glauben wer hinter den Taten steckt...


Ein Genre für Menschen mit kranken Gedanken...

Erstaunlich wie unglaublich schlecht manche Slasher sein können. Sicherlich, im Zeitalter der Produktionen, die schnell rein zur DVD-Veröffentlichung heruntergekurbelt wurden, ist man einiges gewohnt. Aber dass die Blütezeit des Independent-Films, die 80er Jahre, solchen Mist wie „Splatter University“ hervorgebracht haben, ist schon erschreckend. Aber Filme wie „Ausflug in das Grauen“, „Terror At Tenkiller“, „Graduation Day“ und „Backwoods“ zeigen dem Fan immer wieder, dass auch in den 80er Jahren nicht alles goldig oder zumindest trashig unterhaltsam war.

Nicht dass „Splatter University“ das Zeug dazu gehabt hätte zumindest zur Entstehungszeit zu unterhalten, aber er ist unglaublich schlecht gealtert. Unmotivierte Darsteller, selbst für Teen-Horror-Verhältnisse viel zu alt besetzt, die Mode der 80er Jahre von ihrer schlechtesten Seite präsentiert, ein grässlicher Soundtrack der bereits im Vorspann nervt, und dank des nicht überarbeiteten Bildes der Astro-DVD zudem mit der alten schlechten VHS-Qualität versehen, die einem jeden Spaß rauben würde, wenn der Film Qualitäten besäße diesen entstehen zu lassen. In Kombination mit langweilig heruntergefilmten Kameraaufnahmen macht der Stil des Streifens schon einen unglaublich negativen Eindruck, noch bevor man in die Geschichte eingetaucht ist.

Als hartnäckiger Film-Fan der ich nun einmal bin hat er trotzdem seine Chance bekommen, logisch, aber die lahmarschigen Dialoge schrecken noch mehr ab als die grässlichen Charakterzeichnungen, wobei die Deutschfassung mit den heruntergelesenen Betonungen jedes einzelnen Sprechers schlechter ausgefallen ist als der sympathischere Originalton (dem zur Ergänzung leider kein deutscher Untertitel beschert wurde). In seiner viel zu trocken gehaltenen Atmosphäre ist das einzige was den Streifen ab und zu auflockert ironischer Weise der trockene Humor, der immer über den Dingen schwebt ohne aus „Highschool des Grauens“ (Alternativtitel) eine Horror-Komödie zu machen.

Manche Sprüche sind schon nicht ohne. So lästert eine alte Dame über Horrorfilme, und dass sie deren Zuschauer zu kranken Gedanken verleiten. Nach dem Satz schneidet sie mit der Gartenschere ein Stück Hecke weg, und wohl kein Stammzuschauer des Genres kann verleugnen, dass er diese in diesem Moment nur all zu gerne als Tatwaffe sichten würde. Verdammt! Die Lady hat recht.

Ja, die Sprüche sorgen dafür, dass man zumindest als geduldiger Trash-Fan bei einem sonst so miesen Streifen bis zum Schluss hängen bleibt. Ob da nach dem Film gefragt wird, wenn von einem Mord im Autokino berichtet wird, oder ob eine Bierdose nach der anderen auf einer Leiche im Müllcontainer landet, der trockene Humor weiß meist zu wirken, auch wenn er es schwer hat gegen die restliche Schlechtigkeit des Streifens anzukämpfen.

Entgegen dem was man von der Standard-Ware der 80er Jahre kennt, ist „Splatter University“ nicht aus Teeniesicht erzählt. Den Hauptteil macht die Perspektive einer Lehrerin aus, auch wenn ab und an zu einer Teenie-Clique übergeschwenkt wird. Leider passt das in der Herangehensweise überhaupt nicht parallel zueinander, so dass die verschiedenen Blickwinkel zu bemüht und uneinheitlich wirken. Es greift nicht ineinander. Es wirkt eher wie ein verzweifelter Versuch den Streifen auf Spielfilmlänge zu strecken.

Ohnehin ist Haines Werk, der mit seinem Folgefilm „Class Of Nuke 'em High“ zeigte dass er es definitiv besser kann, aus einer merkwürdigen Perspektive erzählt, versteht man doch nie was Haine eigentlich will, z.B. wenn er den Hauptverdächtigen der Heldin ziemlich schnell für den Zuschauer als unschuldig outet, es Richtung Finale aber nur noch einen Verdächtigen gibt, der ansonsten als Täter in Frage kommt. Dennoch wird sein Outen wie eine große Überraschung präsentiert und der Weg dahin als großes Mörderraten inszeniert. Verstehe da die Verantwortlichen wer will, ich tue es nicht.

Eine Überraschung am Schluss, die gegen Genre-Erwartungen arbeitet, ließ mich zunächst glauben die Story schwanke innerhalb des Finales in eine unverhoffte Richtung. Aber selbst das war nicht der Fall. Der Traditionsbruch des Streifens wurde rein zum vor den Kopf stoßen eingebaut, soll als Grund auch genügen, was soll‘s, trotzdem ist es schade dass aus dieser Provokation nicht mehr herausgeholt wurde.

Andererseits: was erwarte ich so kurz vor Schluss auch von einem Film, der nie aus irgendeiner Möglichkeit etwas herausgeholt hat? Selbst der Täter mordet auf langweilige Art, zieht halt immer sein Messer und sticht dann zu. Meist sehen wir Leichen nur im Ergebnis, ab und an sehen wir die Tat selbst und dann fliesst ein bisschen Blut. Für den Stammgast des Genres Slashers gibt es da nicht wirklich was zu holen. Gäbe es zu viele Beiträge wie „Highschool des Grauens“ würde ich mir das Genre abgewöhnen. Aber meist wissen ja selbst schlechte Varianten des ewig gleichen Themas auf irgendeine Art zu unterhalten. Komplette Nieten, wie den hier vorliegenden Fall, gibt es glücklicher Weise nur all zu selten.


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