Dienstag, 8. April 2014

ZWEI NASEN TANKEN SUPER (1984 Dieter Pröttel)


Tommy und Mike gewinnen zwei Trikes, an denen eine Nacht zuvor heimlich gestohlene Diamanten befestigt wurden. Nun sind die Diebe hinter den beiden her...


Und wenn ich Supernasen sage, dann meine ich auch Supernasen...

Ein Jahr ist seit „Die Supernasen“ vergangen, doch der Schritt nach vorne zum professionelleren Film lässt einen glauben es könnten ein paar Jährchen mehr gewesen sein. Freilich können die beiden Helden noch immer nicht schauspielern. Aber der Film erzählt eine richtige, durchgehende Geschichte (freilich keine wirklich einfallsreiche, haben doch wieder Gottschalk und Krüger das Buch verzapft), er wird mit professioneller Musik untermalt (jene Art 80er Musik, die zum Abgewöhnen einlädt) und die Rahmenrollen der Gangster sind gut besetzt. Zudem ist die Einstiegsszene, in welcher wir die Bande bei ihrem Bruch erleben dürfen, deutlich gekonnter umgesetzt als alles was dieser folgen soll. Die Supernasen spielen nun in einem richtigen Film mit. Das klingt gut, ist auch okay zu konsumieren, aber der Charme des Vorgängers geht damit leider verloren.

Wo ein Film näher an den gängigen Regeln arbeitet, da wirkt eine Restschwäche drastischer als die Schwächen in der Größe des Grand Canyons im ersten Teil. Bereits der Titel verrät, dass wir wieder allerhand schlechte Wortspiele über uns ergehen lassen müssen, aber all diese extreme Schlechtigkeit und Unbedarftheit, die in Teil 1 letztendlich dafür sorgte unverkrampft und angenehm unterhalten zu werden, wird in Teil 2 arg zurück geschraubt, so auch besagte Sprüche. Verkleidet wird sich nur noch sehr selten, gesungen wird überhaupt nicht mehr und auch Gastauftritte wirken gekonnter eingebaut als im Original. Jochen Busse bekommt im Gegensatz zu Teil 1 diesmal eine kleine Sprechrolle beschert, Jürgen von der Lippe taucht in einer der lustigsten Szenen auf (ich hätte nie gedacht dass ich so einen Satz mal schreiben würde) und auch die Rolle von Tommys tatsächlicher Lebenspartnerin wurde deutlich aufgebläht.

Mike Krüger weiß in einer längeren Szene als Betrunkener zu gefallen, Sprüche wie „ich bin doch die rutschfeste Gummimatte“ wissen zu belustigen, und die geradezu plumpe Art, mit welcher die Diebe als Bösewichter gekennzeichnet werden, meist ohne Worte präsentiert und lediglich mit Musik untermalt, ist auch recht unterhaltsam. Trotzdem folgt „Zwei Nasen tanken Super“ zu strikt den Formeln wie ein Film zu funktionieren hat. Und das Gegenteil davon war gerade das Geschenk das dem Zuschauer mit „Die Supernasen“ gemacht wurde. Wer Spaß an sinnlosem Herumgealber auf Amateurniveau hat, wird noch immer okay unterhalten, aber letztendlich ist „Zwei Nasen tanken Super“ genau den Grad zu professionell umgesetzt, der ihm den wirklich Reiz des Einschaltens nimmt.

Klar ist der Film ohnehin schon immer nur für Menschen mit geringen Ansprüchen gedreht worden, von daher wird er mit seiner noch immer vorhandenen Leichtigkeit noch immer sein Publikum finden. Aber im Vergleich zu Teil 1 guckt sich Teil 2 eher wie ein Kompromiss zwischen untalentiert und doch professionell, und somit guckt man die Fortsetzung lediglich als Ergänzung zum gelungeneren Teil 1, einfach weil dieser einen süchtig nach mehr gemacht hat und man dieses Mehr dann auch in der Light-Version sichten möchte, weil das besser ist als gar keine Fortsetzung erlebt zu haben.


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