Freitag, 30. Mai 2014

DEMENTIA 13 (1963 Francis Ford Coppola)


7 Jahre nach dem Ertrinken der jüngsten Schwester treffen sich die Brüder Haloran mit ihrer Mutter auf dem heimischen Schloss um der Verstorbenen zu gedenken. Auch ein Axtmörder schleicht umher...


Der Teich der Puppen...

Inhaltlich kommt Francis Ford Coppolas frühe Regiearbeit unter der Produktion von Billigfilmer Roger Corman recht schlicht daher. Eine recht sorgsam verfolgte Rachethematik wird von der Geschichte eines Axtmörders abgelöst, sichtlich am drei Jahre zuvor entstandenen „Psycho“ orientiert. „Dementia 13“ ist jedoch wesentlich ruppiger erzählt, ist aber trotzdem nicht frei von Wirkung und Charme, wissen doch allein die hübschen Fotografien in Schwarzweiß zu gefallen, und weiß die Schlosslocation, wenn auch viel zu zahm eingesetzt, doch zu wirken, am meisten wohl in jener Szene, in welcher die rachsüchtige Witwe hoch oben vom Turm die Verwandtschaft belauscht.

Ohnehin wissen die Blonden und hell gekleideten Figuren im Kontrast zum düsteren Umfeld hervorragend zu wirken. Da benötigt die Geschichte nur ein winziges Rätsel am Rande und eine morbide Rahmenhandlung und schon weiß ein Horrorfilm auf solch schlichte Art zu wirken. Zu mehr wird es nie, auch wenn der Streifen mit seiner Axtthematik und den drastischen Bildern der Leichen seiner Zeit voraus war. Der nötige Pfiff, um aus „The Haunted And The Hunted“ (Alternativtitel) mehr wachsen zu lassen als sympathisch routinierten Grusel, ist nicht vorhanden, zumal der Zuschauer immer eher unsanft von einem Storyumschwung zum nächsten geschuppst wird, ohne sich dabei wenigstens an eine bestimmte Sympathie-Figur klammern zu können.

Letztendlich guckt sich „Fright Night“ (Alternativtitel) eher wie ein Edgar Wallace-Krimi als wie ein waschechter Vorläufer der Slasher-Welle, in welcher Axtmörder zum Standard werden sollten. Wer klassischen Grusel mag, dessen Wirkung wichtiger findet als das Drehbuch und die innereigene Logik, und wer trotz seines Hauptaugenmerks auf die Wirkung mit lediglich durchschnittlichem Gruselgehalt leben kann, der ist bei „Dementia 13“ im richtigen Film, zumindest in der von mir gesichteten Director‘s Cut-Fassung. Zur herkömmlichen, weiter verbreiteten Originalfassung kann ich nichts sagen.

Wer gerne Mörderraten spielt ist übrigens mit „Dementia 13“ im falschen Film. Ich weiß nicht ob es am aufpolierten DVD-Bild liegt, aber in einer recht frühen Mordsequenz kann man deutlich den Killer erkennen. Ich gehe mal davon aus dass das Filmmaterial einst schlechter war, immerhin endet der Film mit der Aufdeckung des Täters. Da hier aber ohnehin nur routinierter Grusel mit Charme serviert wird, ist das nicht wirklich ernüchternd. Spaß macht das etwas ungeschliffene Stück „Psycho“-Klau trotzdem. Lediglich die deutsche Synchronisation ist in ihrer Stimmauswahl etwas unglücklich ausgefallen.

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