Samstag, 17. Mai 2014

KILLER-ALIEN (Breeders 1986 Tim Kincaid)


In New York werden Jungfrauen von einem glibberigen Alien überfallen. Ein Polizist und eine Ärztin kommen dem Geheimnis auf die Spur...


New York - Die Stadt der Jungfrauen...

Ein Mann in einem Alienanzug, der ein wenig an das klassische Kostüm von „Die Fliege“ erinnert, nackte Frauenkörper in unsinnigsten Situationen, Sporen, Mutationen, Glibber, Blut, Gewalt und ein ominöses Nest im pulsierenden Licht wie von einer anderen Welt, dem ganzen einer Poolparty ähnelnd auf welcher sich fremdgesteuerte Weibchen mit Sperma-artiger Substanz einreiben - hier kommt einiges an trashigem Schwachsinn zusammen. „Killer-Alien“ wurde in 10 Tagen herunter gedreht, bietet völlig talentfreie Mimen in völlig unpassenden Rollen, die durch eine Handlung stampfen, die keine ist, sich ständig widerspricht und überhaupt lediglich unsinnig zu nennen ist.

Man sollte meinen eine solche Rezeptur ist das Trash-Fest des Schund-Fans, aber so wirklich zünden will das nur in der ersten Hälfte. In der zweiten fehlt es „Nemesis - Die Brut des Grauens“ (Alternativtitel) zu sehr an Tempo. Die Hauptfiguren reden bloß, während außerhalb ihrer Szenen viel passiert. Motivationslos arbeitet sich die Story krampfhaft, weil sie es muss, zu einem Finale. Scheinbar hätte man am liebsten zusammenhanglos perverse und pulpige Ideen aneinander gereiht. Zu dumm dass selbst das Publikum solcher Stoffe eine Art roten Faden erwartet, also wurde alles irgendwie zu einem Ganzen zusammengeschustert.

Schade dass dem ganzen die richtige Atmosphäre und das nötige Tempo fehlt, denn an sich könnte „Breeders“ (Originaltitel) das Ideal eines blödsinnigen Horror-Science Fiction-Werkes sein, wie es anderenorts aufgrund seiner Klischees all zu gerne parodiert wird. Wenn Werke wie „Bowfingers große Nummer“ tief in die Klischee- und Stereotype-Kiste greifen, treffen sie damit genau die Handlung, Stimmung und die Produktionsumstände von „Killer-Alien“, auch wenn sie eigentlich Filme der 50er und 60er Jahre aufs Korn nehmen wollen.

Tim Kincaids Werk tropft und trieft nur so von reißerischen Standard-Sätzen die zum Pflichtprogramm von zu parodierendem Trash gehören, zeichnet seine „Charaktere“ genau so wie man es jedem Filmschaffenden abraten würde, eben weil sie genau jener Schlechtigkeit entsprechen, für die man vergangene Werke (auch zur Erscheinungszeit des hier besprochenen Streifens) verurteilt.

Netter Weise bietet „Killer-Alien“ auch ganz eigenständige Idiotien. Wohl dem Mangel an Darstellern geschult entpuppt sich eigentlich jede Frau des Streifens als Jungfrau. Dabei handelt es sich keineswegs um eine Teen-Story, die auf einer Nonnenschule spielt. „Breeders“ spielt mitten in New York, handelt von erwachsenen Menschen die beruflich mitten im Leben stehen, und die mit den Augen der 80er Jahre wahrscheinlich sogar großteils attraktiv gewesen sind. Charakterlich keinesfalls übertrieben bieder dargestellt, kommt so nach und nach heraus, dass sich so ziemlich jede für den Richtigen oder für die Hochzeitsnacht aufhebt, was sich allein durch die Freizügigkeit mit welcher die Damen sich früher oder später allesamt nackt vor der Kamera räkeln, unglaubwürdig schaut. Im Gegenzug dazu entpuppt sich fast jeder Mann früher oder später als Alien, weswegen der obligatorische Schluss-Gag, wie ihn jeder zweite Stangenhorror bietet, um so unsinniger wirkt, ja geradezu deplaziert ist.

Vielleicht hätte ich „Killer-Alien“ besser zu ein paar Mann schauen sollen und nicht alleine vormittags am Wochenende gelangweilt zu Hause sitzend. Denn die Trashzutaten sind unglaublich, geradezu in Reinform vorhanden, so als hätte man nie kritische Worte zu den verwendeten Klischees vernommen oder für voll genommen. Allein deswegen ist „Breeders“ theoretisch eine Schenkelklopfer-Garantie. Und die handgemachten Effekte wissen zu gefallen, besitzen einen gewissen Charme und pendeln immer wieder zwischen ekelig und belustigend hin und her.

Trotzdem hat mich der Film im Laufe seiner unter 80minütigen Laufzeit ein wenig gelangweilt, und das obwohl ich bis zum Schluss über das steife, talentfreie Spiel der Darstellerin der Ärztin schmunzeln konnte. Diese Frau ist so offensichtlich im Bett gecastet worden, dass es eine Freude ist ihr bei ihrem Textaufsagen zuzuhören. Man hat nicht einmal den Eindruck, dass man von einem bemühten Spiel ihrerseits sprechen könnte. Sie versucht gar nicht erst zu agieren. Scheinbar wollte sie einfach nur in einem Film dabei sein und wusste selber nicht warum. Man ist halt wer, wenn man im TV zu sehen ist oder wenn man eine Hauptrolle in einem Film ergattert, egal wie schlecht dieser ausfällt, oder?


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