Sonntag, 11. November 2012

THE DARK KNIGHT (2008 Christopher Nolan)


Ein Psycho, geschminkt wie ein Clown, beklaut die Mafia und schafft es diese in die Knie zu zwingen. Der Joker, wie er sich selber nennt, verbreitet Terror in ganz Gotham City und scheint kein wirkliches Ziel zu haben. Den Staatsanwalt Dent erwartet durch Jokers Spiel ein besonders übles Schicksal. Kann Batman den Psychoclown aufhalten?...


Ein Comicheld wird real...

Was, schon wieder ein Superhelden-Film? So wird sicherlich der ein oder andere reagiert haben. Und kaum eine Frage könnte irrtümlicher sein. Die Antwort lautet ganz klar nein, und sie kommt nicht von mir sondern von Regisseur Christopher Nolan persönlich. Und die Antwort ist ein zweifaches Nein. Denn die Frage impliziert ja eigentlich die Erwartung an etwas durchschnittliches, halt „wieder ein Superheldenfilm“. Doch was Nolan dem Zuschauer alles an Action, Informationen, Bildern, Philosophischem, Sozialkritischem und Unterhaltung zuwirft ist alles andere als Routine. Hier also schon mal ein klares Nein.

Das zweite betrifft die Formulierung Superheld. Die kompletten 150 Minuten befasst sich Nolan mit dem Widerlegen der allgemeinen Annahme Batman wäre ein Superheld. Er war schon immer anders als die anderen Helden im Kostüm, und Nolan erklärt uns warum, und er beantwortet dies mit der Feststellung dass der Fledermausmann überhaupt nicht zu dieser Gruppierung dazugehört. Und das ist nun kein Geschwätz eines Reviewautors, der meint tolle analytische Entdeckungen gemacht zu haben, Nolan selber beantwortet diese Frage mit klaren Worten am Ende des Filmes. Dass Batman kein Superheld ist, ist die Kernaussage von „The Dark Knight“, Nolan braucht die komplette Laufzeit um auf diese Information hinzuarbeiten.

Durch die Jahrzehnte seiner Präsenz in Heftform, TV-Serie und Film ist Batman eine besonders bekannte Figur geworden. Selbst wer sich mit ihm nicht näher befasst hat, kennt einige Elemente, die immer wieder auftauchen. Der Fledermausmann ist einfach legendär. Diese nach Fangeschwätz klingende Thematik reiße ich deshalb an, weil Nolan seine Batman-Filme sehr anders erzählt. Eigentlich sind die Geschichten um Batman sehr phantastisch, obwohl der Held selber keine Superkräfte hat. Aber in „Batman Begins“ und „The Dark Knight“ zaubert Nolan etwas ganz besonderes. Er zaubert Batman in unsere Welt hinein.

Batmans bisherige Welt war an der unseren orientiert, wirkte aber dennoch immer wie eine fremde Comicwelt. Klar war Gotham City immer nur ein Synonym für New York, durch die düsteren Bilder wirkte es dennoch immer wie ein phantastischer Ort. Und ganz besonders die Figuren schienen nicht von dieser Welt zu sein. Nolan verfrachtet die bekannten Batman-Elemente nun in unsere Welt. Er verfremdet nicht mehr. Die Stadt sieht aus wie die Großstädte, die wir kennen. Die Figuren haben nachvollziehbare Hintergründe, sie sind, trotz ihrer Extreme und freakhaften Art, in unserer Welt durchaus denkbar.

Noch nie konnte man sich einen Rächer im Tierkostüm real vorstellen, aber die beiden neueren Verfilmungen des dunklen Rächers gehen durch den Verzicht reiner Verfremdung den Schritt in diese Richtung. Batman wird zu Fleisch, er wird auch in unserer Welt denkbar. Die Aktionen selber sind reines Actionkino a la James Bond und fern jeder Realität. Die Grundlagen selber sind es nur bedingt. Was in den Filmen geschieht ist sehr individuell und zufällig. Was hier geschieht könnte nicht jeden Tag geschehen, es ist realistisch gesehen nicht einmal wahrscheinlich. Wenn mehrere unerwartete Extreme aufeinander treffen ist es allerdings möglich. Und die beiden Filme zeigen uns diese unsere Welt, in der das Unerwartete möglich geworden ist. Das macht die beiden Werke für mich so interessant.

Trotz aller Phantastereien wirken die Filme so unglaublich realistisch. Gerade die Menschlichkeit der Schurken macht da viel dran aus. Ihre Optik ist keine reine Maske mehr, sie ist entweder nachvollziehbar, schlicht oder gleich beides. Hier hüpfen übelste Figuren durchs Bild, die man so auch auf der Straße sichten könnte. Man tut es nicht, sie sehen nicht alltäglich aus, aber sie sind denkbar. Diese Realitätsnähe (und ich betone, dass ich dies nur in diesem Punkten meine, nicht in den feuerwerkartigen Aktionen der Action) funktioniert nur deshalb, weil Batman so unglaublich bekannt ist.

Wäre Batman auf diese Art geboren, wäre er kaum beachtet worden. Es wäre langweilig und lächerlich gewesen. Aber jetzt, wo ihn jeder kennt, da wirkt ein zu Fleisch gewordener, verkleideter Rächer in realer Umgebung plötzlich positiv. Erst aus dem Phantastischen auferstanden bekommt er realitätsnah seine Wirkung. Zu Tim Burton-Zeiten war dies, trotz des bereits damaligen Bekanntheitsgrades, noch nicht möglich. Man wäre sich verarscht vorgekommen, Hollywood musste sich zunächst einmal auf klassische Art mit der Thematik austoben. Aber mit „Batman Begins“ war die Zeit reif und mit „The Dark Knight“ wird dieser Eindruck erneut bestätigt.

Möglich ist diese Realitätsnähe mitunter auch nur deshalb, weil wir hier eines sehr erwachsenen Film vorliegen haben. Voreilig wurde dies schon von den „X-Men“-Werken behauptet, und ganz abstreiten kann man es nicht, die Thematik die da ab und an aufblitzte war recht erwachsen, die kompletten Filme an sich waren es allerdings nicht. Auch bei „The Dark Knight“ bin ich da etwas vorsichtig, stimmt die Behauptung doch immerhin nur bedingt in einer Welt mit Faszination für Comicverfilmungen. Erwachsene freuen sich ihre Comichelden auf der Leinwand zu sehen. (auch eine Grundlage ohne die das im Absatz zuvor besprochene Thema kaum möglich gewesen wäre). Nichts klingt ferner der Reife.

Innerhalb dieser Realität aus kindlicher Freude kann man „The Dark Knight“ allerdings durchaus als sehr erwachsen betrachten. Der Film nimmt seine Figuren ernst. Er baut aktuelle Thematiken aus Politik ein. Er geht mit der Figur des Helden kritisch um. Er überrascht immer wieder mit Doppelbödigkeit. Und auch das Reinprojizieren der Comicelemente in unsere Welt sorgt letztendlich für diesen Eindruck. Die tiefergehenden Themen werden meist nicht nur angerissen. Fast jedes Thema ist ebenso diskutabel wie die Figur des Helden selber. Sozialkritische oder auch weniger kritische Äußerungen sind anfechtbar und somit ebenso zum Diskutieren geeignet wie die politischen Ansichten, die der Film aufwirft, oft auch nur in zweiter Reihe, von einigen vielleicht nicht bemerkt.

Am auffälligsten ist die Thematisierung des immer wieder aktuellen Überwachungsstaates. Hier zeigt Batman erneut wie fragwürdig er ist. Dass er kein Charakter ist den man gutheißen könnte. Der Film selber kann sich gerade in diesem Bereich von kritikmöglichen Schwachpunkten nicht frei sprechen. Auf der einen Seite wird das Ausspionieren der Gesellschaft als etwas Böses angekreidet (verkörpert durch die Rolle von Freeman), auf der anderen Seite heißt der Gegner dieser Möglichkeiten das Anwenden der von ihm kritisierten Vorgehensweise das eine mal gut. Dieses eine Mal darf es aber gar nicht geben. Es ist dieses eine Mal, das für Ungerechtigkeit sorgt. Nur das eine Mal, und dann hat man solche Ideen für immer an der Backe. Nur das eine Mal, für das eine große Ausnahmeziel. Ein solches wird es immer geben.

Ich höre schon Leute zu der Thematik reden, dass die Bedrohung, die vom Joker ausgeht, aber nun auch sehr groß. Beachtet werden muss aber auch, dass diese Bedrohung nicht aus dem Nichts kommt. Der Joker konnte auch erst durch die Umstände innerhalb der Gesellschaft entstehen. Und was man anbaut sollte man auch ernten und die Konsequenzen daraus ziehen. Man kann nicht Hunderte von Fehlern bauen, und um diese zu beheben plötzlich alle möglichen Grundrechte außer Gefecht setzen. Dass Batman kein reiner Strahlemann a la Superman ist dürfte klar sein. Aber das Gute wird zu dem hier angesprochenen Thema von der von Freeman gespielten Figur verkörpert, nicht von Batman. Und mit der Einwilligung dieses eine Mal mitzumachen ist eine Fragwürdigkeit entstanden, die am Film zu recht hart kritisiert werden muss, auch wenn es für die meisten nur eine kleine Randerscheinung ist, wenn überhaupt.

Dass das was das Volk bekommt, dieses auch selber schuld ist (in diesem Falle den Joker) wird sehr deutlich, wenn man sich unsere Welt ansieht. Ein Blick auf diese verweist auch auf den nächsten kritikanfälligen, möglichen Schwachpunkt von „The Dark Knight“ in seiner politischen Thematik. Der Joker ist die reine, bösartige Anarchie. Und er sieht sich als Alternative zur Demokratie. Den Ruf danach hört man auch in unserer Gesellschaft recht häufig. Wir leben in einer demokratieorientierten Gesellschaft, eingeredet wird uns seit klein auf es wäre eine Demokratie. Wenn nun Leute von unserer Staatsform enttäuscht sind, glauben sie fälschlicher Weise sie wären von der Demokratie enttäuscht, einem System was sie praktisch nie kennen lernten. Und dann rufen sie nach Anarchie, Faschismus und anderen fragwürdigen Antworten.

Eine solche Antwort ist der Joker. Er ist Anarchie in böser Reinform, er ist das schlimmste was Anarchie hervorbringen könnte. Er ist das extreme Endergebnis jener, welche die falsche Antwort auf das Verlogene des Systems forderten und nun feststellen müssen, welche Auswirkungen dies annehmen kann. Anarchie kann so verlockend klingen, sie kann aber auch so extrem und bösartig sein, wie durch den Joker in „The Dark Knight“ hervorragend verkörpert. Unglaublich dass ein solcher Comickasper einem derart Angst vor Terrorismus einjagen kann.

Der Schwachpunkt von „The Dark Knight“ ist nun allerdings die Gegenseite. Man baut zu sehr auf die Demokratie, auf den Staatsanwalt, die Polizei. Am Rande werden Korruption und Politlügen angesprochen, der Glaube an die angewandte Demokratie wird damit aber nicht gänzlich gestürzt. Somit steht dem glaubhaften Joker kein echter Gegenpart zur Verfügung. Der Joker als reine Konsequenz gesellschaftlichem, ignorantem Alltags wird nicht beantwortet mit dem Ruf nach wahrer Demokratie. Und damit wirkt die recht tief gehende Thematik des Streifens arg lückenhaft.

Das was den Joker hervorbringen konnte soll gleichzeitig die Lösung sein. Zumindest aus der Sicht Batmans. Während der Film uns sehr wohl die Abgründe der Gesellschaft zeigt (wenn auch nicht ohne Hoffnung, wie es gerade zum Schluss hin betont wird), glaubt Batman trotzdem noch blind an das vorgelebte Staatssystem, ausgerechnet ein Mann, der sich ihm eigentlich widersetzt. Ein Mann, der dem Joker ähnlicher ist, als ihm lieb ist. Es wird nicht ganz deutlich, was der Film als Lösung gegen Joker vorschlägt. Dent, als weitere Demokratielüge? Nur eines ist klar. Feuer soll nicht mit Feuer bekämpft werden. Batman will nicht auf das selbe Niveau wie der Joker herabrutschen, auch wenn er dieser Versuchung sehr nahe kommt.

Im fertigen Film ist der Joker fast wichtiger als Batman selbst. Und nach Sichten versteht man auch, warum der tote Heath Ledger lange Zeit als Oscar-Anwärter für die beste Nebenrolle gehandelt wurde und die Trophäe schließlich auch erhielt. Ledger verkörpert den Joker einfach genial. Und er verkörpert ihn völlig anders als Nicholson. Er ist eine völlig andere Interpretation des berühmtesten Batman-Gegners aus den Comicheften, die ja selber schon verschiedenste Interpretationen hervorbrachten. Wie oben schon erwähnt ist er für eine olle Comicfigur recht furchteinflössend. Seine Charakterzeichnung könnte böser nicht sein. Er kennt keinerlei Grenzen, kaum wer vor ihm war je böser auf der großen Leinwand. Die Leistung Ledgers muss man wirklich loben.

Der restliche Cast weiß großteils auch zu gefallen. Alle die es aus dem Vorgänger zu „The Dark Knight“ herüber geschafft haben sind auf der positiven Seite zu nennen (Bale, Caine, Freeman, der Darsteller von Gordon, ...).

Der Darsteller des zukünftigen Two-Face wirkt zunächst einmal durch seine schleimig strahlende Aura zu blank, soft und lahm. Aber auch sein Spiel ist als gut zu bezeichnen, und wenn man ihn im letzten Drittel als den zweigesichtigen Schurken sichtet, weiß man auch, warum es gut war, ihn zuvor so aalglatt zu verkörpern. Das Gute und das Böse stehen sich so in seinem Gesicht deutlicher gegenüber, als es in einem Durchschnittsgesicht jemals möglich gewesen wäre. Zur Rolle des Two-Face möchte ich noch ergänzend hinzufügen, dass ich ihn schon immer für den uninteressantesten Gegner des Fledermausmannes hielt und es deswegen schätze, dass er hier nur, wenn auch auf positivem Wege, als Nebenfigur verheizt wird. An sich finde ich es eigentlich besser wenn ein Comicheld nur einen Gegner vorgesetzt bekommt (ganz schlimm war es in „Spider-Man 3“). In „The Dark Knight“ heiße ich es gut und finde es auch toll umgesetzt.

Die Rolle der Rachel ist auf der Negativseite zu nennen. Gyllenhaal spielt unglaublich blass, wirkt die ganze Zeit über wie ein schlechter Kirsten Dunst-Klon, bekommt zum Glück aber auch nicht so unglaublich viel Screentime als dass sie den Film damit ins unangenehme kippen könnte.

Dass der Joker in diesem Werk so viel Raum beschert bekommt, Cineasten fast nur von ihm sprechen und er Batman fast an den Rand drängt, wirft die Frage auf, wann Hollywood endlich einmal daran denkt, solchen Figuren einen eigenen Film zu widmen. Darth Vader war interessanter als Luke, in fast jedem Batman-Film waren die Gegner wichtiger als der Held, wann also bekommt der Bösewicht mal seinen eigenen Film? Gerade nach dem Hype um Leadgers Joker sollten sich die Produzenten mit dieser Frage mal befassen. Im Horror-Genre ist diese Herangehensweise schon Routine. Freddy, Michael und Co bekamen nicht nur ihre Filme, sie wurden auch endlos fortgesetzt. Wieso wird der Schritt zum Bösen im Mittelpunkt nicht auch in anderen Filmbereichen begangen, wenn der Zuschauer sich doch scheinbar daran so gerne ergötzt? Wer weiß, vielleicht kommt so etwas ja bald. Vielleicht war auch die Enttäuschung vom, auf Trashfilmbasis amüsanten, „Catwoman“ deshalb so groß. Vielleicht kam sich der Fan verarscht vor, weil er statt eines Bösewichts nun eine seelenlose Pseudo-Heldin vorgesetzt bekam. Man weiß es nicht!

Meiner Meinung nach ist „The Dark Knight“ besser als sein Vorgänger, ich hatte mit „Batman Begins“ nämlich ein großes Problem: Die erste halbe Stunde. Ich weiß bis heute nicht was diese bescheuerte Ninja-Thematik in einem Batman-Film zu suchen hatte. Sie war einfach fehl am Platz. Da der Film recht lange ging, hatte man nach diesen bescheuerten 30 Minuten trotzdem noch einen tollen Film auf Spielfilmlänge. Und diese restlichen ca. 90 Minuten waren das was ich sehen wollte. Und da der Ninjaaspekt zur Entstehungsgeschichte gehörte, und diese ja nun auch in „Batman Begins“ endete, konnte ich nur hoffen, dass der Nachfolger sich am Stil des Restfilmes orientierte. Wenn er es täte wäre es ein großartiger Film, wohl der beste Batman-Film bisher. Und er wurde es.

Ich liebe Burtons zweiten Streich, das Düstere seiner Verfilmungen blitzt auch immer wieder, wenn auch auf andere Art, in Nolans Interpretation auf. Aber „The Dark Knight“ schlägt „Batmans Rückkehr“ um Längen. Ich denke mal, dass wir es hier mit der besten Comicverfilmung zu tun haben, die es bisher gab. Und die Konkurrenz ist immerhin nicht ohne, das muss man ja auch mal berücksichtigen um zu verstehen, wie gut „The Dark Knight“ nun wirklich ist.

Im Gegensatz zu dem was in der Filmbranche Amerikas gerade so angesagt ist, fällt „The Dark Knight“ damit positiv auf, trotz schneller Schnitte übersichtlich zu sein. Werke wie „Resident Evil 2“ haben so schnelle Schnitte, dass man teilweise gar nicht sehen kann was passiert. „The Dark Knight“ verzichtet nicht auf schnelle Schnitte, wendet diese zum einen aber auch nicht pausenlos an und zum anderen sind die Schnelleinstellungen deutlicher eingefangen, so dass man keine Informationslücken oder Augenwischerei zum Verheimlichen schlechter Effekte vorgesetzt bekommt. Da sollten sich andere Großproduktionen ruhig mal eine Scheibe von abschneiden.

Insgesamt ist „The Dark Knight“ mit seinem düsteren Comicstil der auf Realitätsnähe stößt, einfach ein Augenschmaus für sich, ein Fest für Augen, Gehirn und Seele, einfach ein Film, der einem wieder klar macht wofür es Kinos eigentlich gibt. Der Mix aus Dunkelheit und Realismus orientiert sich meiner Meinung nach etwas an dem Frank Miller-Comic „The Dark Knight Returns“. Das dort eingebrachte Element mit den Batman-Nachahmern kommt immerhin auch in dem hier besprochenen Film vor, wenn auch anders thematisiert. Da Millers Comic so unglaublich gut ist wäre es mal toll, dieses detailgetreu umgesetzt im Kino zu sichten. Bis es so weit ist (was wohl ohnehin nie geschehen wird) ist „The Dark Knight“ zumindest der Schritt in die richtige Richtung, ja eigentlich mehr noch: ein bereits großartiges Ergebnis.

Nolans Film braucht den Vergleich mit anderen Batman-Werken nicht zu scheuen, wenn überhaupt müsste es umgekehrt sein. Was Burton Batman an seelischer Grausamkeit auf sehr beeindruckende Art zuschrieb, bekommt der Fledermausmann von Nolan auf gesellschaftlicher Ebene aufgelastet. Für welchen Preis Batman in „The Dark Knight“ den Sieg erringt, ist kaum in Worte zu fassen. Für einen dritten Batman-Film wäre „The Dark Knight“ das, was „Das Imperium schlägt zurück“ für „Star Wars“ war. Alles ist anders als zuvor, eine Rückkehr wäre nicht mehr auf die klassische Art möglich. Zu vieles ist zerstört, zu vieles nicht mehr zu reparieren.

Da Batman nicht so weiter machen kann wie bisher, wäre ein dritter Teil höchst interessant. Die hohen Einspielergebnisse sprechen zwar deutlich für eine weitere Fortsetzung, es bleibt nur zu hoffen dass Nolan weiter Regie führt und den Schluss von „The Dark Knight“ konsequent weiterführt. Ein Ignorieren der finalen Geschehnisse von Teil 2 wäre der größte Fehler, den ein Teil 3 machen könnte.


Kommentare:

  1. "The Dark Knight" schlägt "Batman´s Rückkehr" um längen? Mein lieber Scholli. Selten habe ich einen strunzlangweiligeren Blockbuster gesehen wie diesen. Das "TDK" so ein großer Erfolg war kann ich nur auf einen ungerechtfertigten Hype zurück führen. Man muss den Leuten einfach nur lang genug eintrichtern das ein Film gut ist und dann wird das auch geglaubt. Dieser Streifen hat null Spannung, lahm inszenierte Action, einen mehr als nur mittelprächtigen Cast (das trifft vor allem auf Bale & Ledger zu) und das unspektakulärste Finale das man je in einem Batman Film erleben durfte. Und das schlimmste jedoch ist das in diesem Langeweiler nicht ein Funken Atmosphäre aufkommt. Nicht einmal hatte ich das Gefühl einen Batmanfilm zu sehen sondern das ganze Disaster erinnerte mich zuweilen an die immer schlechter werdende James Bond Filmreihe. Scheiß auf Realismus in Batmanfilmen. Wie man so einen Film richtig inszeniert hat Tim Burton mit seinen ersten beiden Meisterwerken eindrucksvoll bewiesen. Nolan ist nicht mehr als ein mittelprächtiger Regisseur der aber auch gar keinen Plan von spannenden Inszenierungen hat. Da überzeugen mich auch seine Millionen von Fans nicht denn das beweißt mir nur mal wieder eines. Der Massengeschmack ist zur Zeit auf dem absoluten Tiefpunkt.

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    1. Würden wir hier von "The Dark Knight Rises" sprechen würde ich Dir in den meisten Punkten recht geben. In "The Dark Knight" stimmt meiner Meinung nach aber die Chemie Batman in die Realität zu hiefen. Ob das nun Sinn macht oder nicht sei mal dahingestellt. Auch ich würde mich freuen wenn der nächste Film wieder Richtung "Batmans Rückkehr" geht. Den mag ich sehr! Aber "The Dark Knight" halt noch'n bisschen mehr. :)
      Anbei: Was die James Bond-Reihe angeht stimme ich Dir absolut zu!

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  2. Ich habe wirklich keine Ahnung was an dem Streifen so toll ist? Ledgers Schauspiel nervt irgendwie tierisch, jede einzige brauchbare Szene hat man schon in den Burtonfilmen in besserer Ausführung gesehen und die Action wurde auch lahm inszeniert. Selbst bei den Verfolgungsjadten hatte ich das Gefühl das alles in Zeitlupe abläuft. Nolan hat kein Gespür für Dynamik. Das schlimmste war jedoch das Finale. Ich habe mich nur gefragt: "Wars das"? Darauf habe ich 2 Stunden gewartet? Für mich der die ersten beiden Burtonfilme für die besten Superheldenfilme aller Zeiten hält ist das schon ne ziemliche Watsche gewesen.

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    1. Über Ledger könnten wir jetzt endlos streiten, dessen Darstellung fand ich super, soll aber Dein gutes Recht sein es anders zu sehen. Was den Reststreifen betrifft: mir geht es gar nicht um den Knalleffekt, um Verfolgungsjagden und ein wuchtiges Finale. Ich habe es geradezu genossen, dass der Film für einen Comicfilm trotz seiner Actionszenen so ruhig erzählt war. Deswegen hat mich auch das Finale nicht gestört, das so einige Leute zu banal fanden. Ich kann schon verstehen, dass Dich der Film nicht mitreißen konnte, wenn es Dir um Tempo geht. Da ist "The Dark Knight" tatsächlich der falsche Film für.
      In Sachen Comicverfilmung mit Tiefe und gleichzeitig toller Action in schwungvoller Umsetzung ist meiner Meinung nach übrigens "Kick-Ass" sehr zu empfehlen. Wie hat Dir der denn gefallen, falls Du ihn schon kennst?

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  3. "Kick-Ass" habe ich noch nicht gesehen. Bis dato hatte ich nach den ganzen Reinfällen im Superheldengenre irgendwie keinen Bock darauf aber er wurde mir schon von mehreren Seiten empfohlen. Vielleicht finde ich heute mal die Zeit den zu gucken denn im Moment wüsste ich sowieso nicht was ich gucken soll und zudem ist der Sonntag heute noch tierisch langweilig. Aber bis zum Abendprogramm werde ich mich hier durch die ganzen Kritiken kämpfen und ein wenig rumspammen :-)

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    1. Tob Dich ruhig aus. Ich mag's ja wenn jemand so eifrig kommentiert. :)

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  4. Heut bin ich in Schreiberlaune und Zeit habe ich auch :-) Echt tolles Blogforum. Habe hier schon etliche coole Besprechungen gefunden und ich bin noch nicht mal im Ansatz fertig mit dem Lesen :-)

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