Donnerstag, 25. September 2014

ZOMBIE CITY - EINE STADT ZUM ANBEISSEN (Boy Eats Girl 2005 Stephen Bradley)


Ein unter Liebeskummer nach einem Suizid-Rückzieher versehentlich verunglückter Teenager wird von seiner Mutter wieder zum Leben erweckt, anfangs nichts davon wissend. Nachdem er einen Mitschüler gebissen hat geht nach und nach die Zombieseuche in der Kleinstadt um...


I Was A Teenage Zombie...

Was in der 80er Jahre Zombie-Welle die italienischen Beiträge waren, das sind in der aktuell humoristischen Richtung dieser Thematik die Beiträge aus England. Zusammen mit Irland entstand u.a. „Zombie City“, der mehr Teenie-Komödie als Horrorbeitrag ist, im Finale jedoch derart derbe Effekte zelebriert, dass man trotzdem Stammgast im Horrorfach sein sollte, um mit dem Streifen etwas anfangen zu können.

Bis man mit den Hauptfiguren sympathisiert dauert leider lange. Gerade der männliche Part ist eher unsympathisch besetzt. Aber nach einiger Zeit ist man drin in einer Geschichte, in welcher man Innovationen an einer Hand abzählen kann, und welche dem üblichen „Teenager wird zum Monster“-Muster folgt wie wir es spätestens in den 80er Jahren bis zum Erbrechen vorgesetzt bekamen. Ähnlich wie in „Teen Wolf“, „Liebe mit Biss“ und Co ist unser Held nicht wirklich böse während seiner Verwandlung, und warum diese so lange dauert, während alle anderen Zombies die nach ihm kamen direkt zu reißenden Bestien mutieren, wird nicht erklärt. Ist halt der erste Zombie, das hat als Grund zu reichen, warum auch immer.

Mit Erklärungen hält sich „Boy Eats Girl“ (Alternativ- und Originaltitel) aber ohnehin nicht auf. Die Story wird ungekürzt auf etwa 75 Minuten erzählt. Das Ritual wird übersprungen, das Begreifen was mit dem Helden geschieht im Schnellverfahren abgearbeitet, und das Gegenmittel nicht minder schnell Richtung Finale festgestellt. Ein Gegenmittel muss es geben, denn wie jede vernünftige Teenie-Komödie besitzt auch „Zombie City“ eine Love Story, eine die nichts Neues erzählt oder arg mitzureißen wüsste, aber sie bringt einen akzeptabel durch das erste Drittel, bevor der Horror-Part Einzug in die Geschichte hält.

Würde zur Zeit zum Zombie-Thema nicht so viel gedreht, könnte man der Regie-Arbeit von Stephen Bradley („Noble“) vielleicht etwas mehr abgewinnen, zum einmal Gucken geht der Streifen auch in Ordnung, aber im Gedächtnis wird er sicherlich nicht bleiben bei den vielen besseren Vertretern seiner Gattung. Zumindest ist „Zombie City“ weder ein semi-professionelles Werk noch ein schlecht vertontes. Das macht auf dem überschwemmten deutschen DVD-Markt schon einmal viel aus.

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