Sonntag, 23. November 2014

COME FLY WITH ME (2010 Paul King)


Das tägliche Treiben im Flughafen und an Bord der Maschinen wird humoristisch aufgezeigt...


Britain Airplane...

„Come Fly with Me“ bestätigt, was die zweite und dritte Staffel „Little Britain“ bereits vermuten ließen: die erste Staffel „Little Britain“ war ein zufälliger Glückstreffer, in welchem die Chemie der einfallsreichen Figuren, die auf ein zurecht verständnisloses Umfeld stoßen, zu stimmen weiß. Wurde bereis in den folgenden Staffeln die fröhliche Figurenkonstellation nur noch in der Ausnahme mit halbwegs einfallsreichen neuen Figuren ergänzt, so spürt man in „Come Fly with Me“ aufgrund dem Fehlen der Kultfiguren der Vorgängerserie, wie begrenzt der Humor der beiden wandlungsreichen Briten Matt Lucas und David Walliams doch eigentlich ist. Konnte die Serie, welche die beiden einst berühmt machte, gerade aus der ewigen Wiederholung einen Vorteil erschließen, ödet in der Flughafen-Comedy jegliche Wiederholung an, da Gags bereits beim ersten Mal meist nur ein müdes Lächeln hervorbringen.

In dieser Flut an bemühter Komik ist freilich immer auch mal ein Lacher mit enthalten, und manches Kostüm erweist sich als so charmant wie seinerzeit in „Little Britain“, insgesamt hat man in Sachen Verkleidung diesmal jedoch des öfteren übers Ziel hinaus geschossen. Wenn Walliams in mancher Maske als Walliams schon kaum noch zu erkennen ist, verfehlt das seinen Zweck, lag der Reiz in den grotesken Gestalten von „Little Britain“ doch im Wiedererkennungswert, gerade bei noch so provokativen Ideen und Extrem-Übertreibungen.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Kotz- und Pinkelkomik, welche die beiden letzten Staffeln der Vorgängerserie so unangenehm werden ließ, über Bord geschmissen wurde. Außerhalb der Vulgärkomik bleibt das Austeilen unter der Gürtellinie freilich noch erhalten, würde aber nur dann stilvoll anstatt plump wirken, wenn man in dem was man parodiert auch um die Ecke denken würde. Es z.B. dabei zu belassen, dass der Sicherheits-Chef auf ganz klassische Art komödiantischer Übertreibung ein Rassist ist, kann nur ein müdes Lächeln ernten. Und selbst Ideen, die schön begonnen haben, wie die nach einem Ehebruch eifersüchtige Frau eines Piloten, die sich 5 Jahre lang zur Pilotin hat umschulen lassen, um von nun an immer im selben Flugzeug zu sitzen wie ihr untreuer Ehemann, wird derart ausgereizt, dass bereits bei ihrem zweiten Sketch die Luft raus ist.

Zu belustigen wissen meist die einmaligen Auftritte, so z.B. der Sketch um eine 90jährige Frau, die erstmals fliegt und eine Betreuungsperson des Flughafens gnadenlos ausnutzt, oder das Disney-vernarrte Ehepaar, das selbst in einer Apotheke erhofft auf Disney-Produkte zu stoßen. Als funktionierender Tiefflieger weiß immerhin der Typ zu gefallen, der in einer Burgerbude arbeitet, weil er mal Pilot werden will. Seine extreme Dummheit weiß immerhin manchen schlichten Lacher zu erzeugen, womit er schon mal mehr taugt als die anderen Stammfiguren, denen man ansieht wie sehr man auf vergangene Erfolge schielt.

Anstatt sich selbst zu kopieren und dabei lediglich eine Blaupause zu erschaffen, hätte man besser weiter auf „Little Britain“ gesetzt. Nach einer kreativen Pause hätte man vielleicht nochmal das Niveau der dort allmählich verbrauchten Figuren anheben können. Freilich hätte auch eine solche Verzweiflungstat nicht die Qualität der ersten „Little Britain“-Staffel erreichen können, aber ein Resterecycling wäre bei funktionierenden Figuren immer noch besser ausgefallen, als das müde Bemühen um Originalität, das doch eigentlich nur der Klonversuch eines selbsterschaffenen Vorbildes ist. Worin soll der Sinn liegen, wenn man seine Komik schon nicht weiterentwickeln will, etwas selbst Kreiertes noch einmal zu kopieren, wenn man doch, eben weil man der Schöpfer des Originals ist, genau so gut auf dieses zurückgreifen könnte?


Kommentare:

  1. Mir haben am Besten die alte Frau und das Disney Paar gefallen, wie oben angesprochen, gerne hätte ich mehr von solchen gelungenen Figuren gehabt, der Rest wirkt auch auf mich stellenweise langweilig und machen Come Fly with me auch langatmig.
    Schön auch der Tremor der alten Dame, der in der Szene ihr nicht antworten oft ironisch unterstreicht.

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    1. Lustig, dass Du sie selben Figuren mochtest. Aber viel bleibt an Originellem ja auch leider nicht übrig. Da ist es schon gut, dass man über "Little Britain" auch beim x-ten Gucken noch lachen kann.

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