Montag, 22. Dezember 2014

SHARK WEEK - 7 TAGE, 7 HAIE (Shark Week 2012 Christopher Ray)


Ein Mafiaboss entführt acht Menschen die Schuld am Tod seines Sohnes sind. Auf seiner Insel sollen sie ein Spiel mit ihm spielen. Er lässt in verschiedenen Zeitabständen verschiedene Gattungen Haie auf seine Opfer los, und wer die Woche überlebt, kommt frei...


Graf Säge...

Kennt Ihr das? Man guckt einen Film der alles andere als toll ist, einem Vorhersehbares vorsetzt wie man es schon zig mal gesichtet hat, einen Scheiß den man eigentlich gegen die Wand schleudern und im Internet zerreißen sollte, Euch aber einfach nicht langweilig beim Sichten wird? Ein solches Werk ist „Shark Week“ für mich gewesen. Ich weiß nicht ob es an einer top-fitten Tagesform lag, oder daran dass ich mit der Nennung von „The Asylum“ im Vorspann schon jede Chance auf gute Unterhaltung in die Tonne gekloppt sah: gut sieht anders aus, aber mir wurde nicht langweilig. Ich musste nicht durchhalten. Ich guckte interessiert zu, auch wenn jeglicher Bereich billig zusammengeschustert wurde.

Das Interesse blieb jedoch nicht wie bei „Sharknado“ und „Mega Piranha“ am Leben, weil dieser Dilettantismus Party-mäßig zu belustigen wüsste. Klar wimmelte es vor Idiotien, aber aufgrund der monotonen Story und der Gewöhnung an diese Art Schrott wussten die mich nicht wirklich zum Schmunzeln zu bringen. Nein, ich blieb interessiert dabei, weit weg von der Langeweile eines „King of the Lost World“ und „Alien vs. Hunter“, völlig verwundert über meinen geduldigen und sich gesättigt gefühlten Zustand bei einer solch überraschungsfreien Story, die krampfhaft und uninspiriert den Bereich des Hai-Horrors mit „Graf Zaroff“ und der „Saw“-Reihe verknüpfte.

Aufgrund der schrecklich untalentierten Darsteller, der übelsten Hai-Szenen die ich seit langem gesehen habe (hektische Schnitte, Dunkelheit, kurze Hai-Auftritte, Blut im Wasser) und der erschreckend ereignislosen Auflösung der Geschehnisse im Finale, hätte ich „Shark Assault“ (Alternativtitel) eigentlich nichts abgewinnen dürfen. Selbst das absichtliche Zurschaustellen des Klammerns an Klischees, was gerade in der ersten Szene deutlich wird, wenn wir dem Spiel des Mafiabosses und die Art wie er ins Bild eingebunden wird beobachten dürfen, schaffte nur kurzfristig belustigte Distanz zu schaffen, zu erkennen wie absichtlich plump alles gemeint ist, zu sehen wie belustigt man, wenn nach außen hin auch todernst gehalten, an die Sache heran ging. Diese Distanz hielt Regisseur Christopher Ray („Mega Shark vs. Crocosaurus“, „2-Headed Shark Attack“), Sohn des Schundfilmers Fred Olen Ray, dessen Werke nicht besser waren als die vom Sohnemann, nicht lange durch. Schnell wird dieser Asylum-Film zu einem typischen Beitrag dieser Firma. Distanz ade!

Und doch, auf wunderliche Art habe ich mich unterhalten gefühlt. Nicht gut, aber auf plumpester Ebene doch zufrieden gesättigt und dabei Angst vor mir selbst bekommend. Wie kann ich auf Werke wie „Transformers“ und Emmerichs „Godzilla“ schimpfen, wenn ich solch plumpen Billigschund, dem jede Daseinsberechtigung zu fehlen scheint, nicht böse sein kann? Klar gucke ich das ganze aus einer gewissen Distanz heraus, kann darüber schmunzeln dass dieses Werk, so wie viele seiner naivsten Zuschauer, sein Wissen aus Kinofilmen anstatt aus dem wahren Leben ernten. Es ist lustig noch mehr Unsinnigkeiten über Haie zu erfahren, als in „Anaconda“ über die angeblichen Gesetzmäßigkeiten der Riesenschlangen. Kein Wunder dass in einem Film, in dem selbst Jahre nach „Der weiße Hai“ noch immer behauptet wird der weiße Hai sei der gefährlichste aller Haie, und Haie werden von Blut im Wasser angelockt, die tierischen Helden wie ein Löwe brüllend durchs Wasser schwimmen dürfen. Ich will nicht wissen wie viele der nicht absichtlichen Trash-Zuschauer glauben dem wäre tatsächlich so.

Geguckt mit dieser Distzanz, nur bedingt belustigt durch Idiotien und nicht gelangweilt vom 08/15-Plot dieser Art Film, unterhielt mich „Shark Week“ ohne mir wirklich zu gefallen, aber doch genug um nicht gelangweilt Nebentätigkeiten nachzugehen oder frühzeitig abzuschalten. Rays Werk fehlt eigentlich jeglicher Sehwert. Was ich gestern an ihm gefressen habe und warum ich ihn als nicht so schlimm wahrgenommen habe wie er eigentlich ist, ist mir nicht bewusst. Es ist mir ein Rätsel. Aber man muss ja nicht jedem Rätsel nachgehen. Ich sehe es einfach als Geschenk, dass ich einen uninspirierten Asylum-Film sichten durfte ohne mir minütlich das Ende herbeizusehnen. Vielleicht gehe ich ja irgendwann eine Zweitsichtung als eine Art Mutprobe an.


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