Sonntag, 21. Dezember 2014

GHOST SHARK - DIE LEGENDE LEBT (Ghost Shark 2013 Griff Furst)


Ein getöteter Haifisch kehrt als Geist zurück...


Dunkle Wasser...

Wer auf dem übersättigten Markt des Tier-Horrors heutzutage einen Haifisch-Film abliefern möchte, der benötigt einen besonderen Aufhänger. Da reicht es nicht mehr auf den Ur-Hai a la „Megalodon“, „Der Monster-Hai“ und „Shark Attack 3“ auszuweichen. Nein, man muss entweder den Ort der Haiattacken verändern, so wie in „Sharknado“, „Sand Sharks“, „Bait - Haie im Supermarkt“ und „Snow Sharks“ geschehen, oder an der Gestalt des Ungetüms etwas herumdoktern, so wie z.B. in „2-Headed Shark Attack“ oder „Sharktopus“.

Den Hai-Horror mit einer anderen Gattung Horrorfilm zu kreuzen liegt da schon recht nahe. Also griffen ein paar Köpfe nach der Idee besagtes Sub-Genre mit der Ur-Thematik von Horror und Grusel schlechthin zu kombinieren, dem Spukbereich und kreierten damit „Ghost Shark“. Im Prinzip löst die Idee eines Geisterhais gleich zwei Probleme: das der individuellen Idee sich aus der Masse hervorzuheben, und das sich dem Spott der Zuschauer über maue Computeranimationen zu entziehen. Ein Geister-Hai muss nicht gut aussehen. Er muss nicht detailreich animiert sein. Und er muss auch nicht optisch glaubwürdig seiner Heimat, dem Wasser, entsteigen.

Zwar hätte man sich trotzdem mehr Mühe mit der Animation des titelgebenden Ungeheuers geben können, eine flotte Umsetzung sei Dank ist dies aber nicht weiter von Bedeutung. „Ghost Shark“ weiß auch so zu gefallen. Regisseur Griff Furst, der mit „I am Omega“, „Lake Placid 3“ und „Swamp Shark“ immer nur arg mittelmäßige bis langweilige Produkte auf den Filmfreund losgelassen hat, hat einen kurzweiligen Spaß gezaubert, der sich wie typisch für das Sub-Genre nicht wirklich ernst nimmt und die Grundidee erweitert lediglich einen Hai gegen einen Geister-Hai auszutauschen. Dann wäre die Veränderung gegenüber dem klassischen Hai-Horror so gering wie in „2-Headed Shark Attack“, wo es eigentlich egal war ob eine Fressmaschine nun einen oder zwei Köpfe besitzt.

„Ghost Shark“ ist nicht einfach nur ein durchs Meer schwimmender untoter Hai, der Jagd auf Menschen macht, er taucht auch überall da auf wo es Wasser gibt. Ob da eine Sprenkleranlage wegen Feueralarm ausgelöst wird, oder ein Eimer Wasser auf dem Boden steht, nirgendwo ist man vor dem Biest sicher. Da werden Pfützen und Swimming Pools zu gefährlichen Fallen, und Toiletten und jede Art von Wasserhahn zum Verhängnis für den Benutzer. Die Autoren von „Ghost Shark“ machen nicht einmal Halt von dem Verzehr von einem Glas Wasser. Der mordende Geist ist einfach überall wo es feucht ist, und letztes Beispiel erinnert dabei ein wenig an die wunderbar eklige Restaurant-Szene aus „Slugs“.

Der war von Hand getrickst, „Ghost Shark“ ist es leider per Computer. Aber so wenig CGI-Blut auch zu gefallen weiß, so sehr macht doch der Ideenreichtum wie wer um die Ecke gebracht wird Laune. Dass die Logik auf der Strecke bleibt dürfte klar sein. Der Geisterhai taucht immer da auf wo es dem Autor gerade passt. Und warum ein materienloses Wesen Materie verletzen kann wird auch nie geklärt. Aber das ist der Pluspunkt den Schreiberlinge haben, wenn es um Spuk geht. Spuk hat seine eigenen Gesetze. Die dürfen nicht nur, sie sollen sogar von Film zu Film variieren. Und was geschieht hat man einfach zu akzeptieren.

„Ghost Shark“ ist so ein kurzweiliger Stoff, von leichter Hand inszeniert, dass man ihn für einen 80er Jahre Videotheken-Horrorfilm halten könnte, wenn die Computereffekte nicht wären. Wer mault da noch über Lücken im Plot? Da die flachen Charakter-Abziehbilder zudem sympathisch besetzt sind, Overacting oftmals zum Vorteil wird und sich das Ganze trotz dichter Parallelen zu verwandten Produkten wesentlich entspannter guckt als alles was Asylum und Co so vom Stapel ließen, braucht man nicht ernsthaft über „Ghost Shark“ zu maulen, nicht wenn die Billigfilme dieser Reihe, und zu diesen gehört Fursts Werk nun einmal auch, meist weniger zu bieten haben.

Die streifen meist selbst in besserer Variation den Bereich der Langeweile, „Ghost Shark“ passiert dies nie. Sicher ist er nicht vergleichbar mit dem Ergebnis einer Kinoproduktion a la Ajas „Piranha“, aber Spaß genug um ihn beizeiten ein zweites Mal in den Player zu schieben macht der hier besprochene Film definitiv. Außerdem freue ich mich jetzt schon auf den bereits erschienenden „Ghost Shark 2“.


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