Samstag, 15. August 2015

LIGHTSPEED (2006 Don E. FauntLeRoy)


Der ehemalige Wissenschaftler Edward, der seit einem Unglück im Labor versehentlich mit Schlangenhaut überzogen ist, verbreitet Terror. Bei einem seiner Anschläge setzt er seinen ehemaligen Freund Daniel Strahlen aus, die außergewöhnliche Nachwirkungen besitzen. Fortan kann sich Daniel übernatürlich schnell bewegen...


Marvel-TV...

SyFy ist ein TV-Sender, der im Horror-, Fantasy- und Science Fiction-Bereich Filme am Fließband produziert, wobei nur selten so etwas unterhaltsames wie die TV-Serie „Eureka - Die geheime Stadt“ bei herum kommt. Was passiert wenn solch ein TV-Sender sich mit Marvel-Gründer Stan Lee zusammen tut, um die überflutete Superheldenwelle, in welcher Stan Lees weltberühmte Figuren ordentlich erfolgreich mitmischen, mit einem weiteren Beitrag zu segnen? Der Gedanke macht neugierig, also habe ich mir „Lightspeed“ angeguckt, einen Film über einen Helden, welcher sich wie Flash übernatürlich schnell bewegen kann, im Gegensatz zu ihm jedoch nie in einem Comicheft erschien.

Mit Blick auf den Gegner, der sehr früh zu erhaschen ist, scheint auf SyFy-Niveau zunächst auch alles okay sein. Der Schlangenmensch sieht recht nett aus, zumindest für Freunde typisch überzogener Marvel-Figuren, die mir mit Ausnahme von „Spider-Man“ meist zu sehr in den Fantasy-Bereich abrutschen. Ein wenig Geld schien Lee für sein TV-Projekt scheinbar durchaus locker zu machen. Spätestens der Zusammensturz eines Hochhauses in billigster CGI-Qualität zum Fremdschämen revidiert diesen Gedanken jedoch schnell, so dass „Lightspeed“ sich dann doch wie das typische Billigprodukt der TV-Schmiede um den phantastischen Film schaut.

Dies betrifft nicht nur die Spezialeffekte und das typisch einfallslose, Klischees abgrasende Drehbuch, sondern leider auch so ziemlich alles andere. Die Hintergrundmusik dudelt uninspiriert vor sich hin. Die Inszenierung ist so lahmarschig wie der Held schnell ist, und die Darsteller sind gerade mal okay zu nennen. Wenn der nicht gerade mit Schauspielfähigkeit gesegnete Lee Majors mit seinem starken Profil am positivsten wirkt, dann kann das nicht gerade für die Besetzung sprechen. Die Regie übernahm Don E. FauntLeRoy, der auch für die SyFy-Fortsetzungen des Kinoerfolgs „Anaconda“ verantwortlich war und seit der letzten im Jahr 2009 auch nichts mehr gedreht hat.

„Lightspeed“ könnte interessieren, wenn es auf der ganzen Welt noch nie einen Superhelden-Film gegeben hätte. Dann wäre er zumindest noch in Ordnung als Popkorn-Unterhaltung für die Jugend. Aber die wird aufgrund der lahmen Storyentwicklung und der lächerlichen Spezialeffekte ebenso die Augen verdrehen, wie es der erwachsene Zuschauer tut. Von daher ist „Lightspeed“ eine Nullnummer die sich selbst für den anspruchslosen Schnellverzehr des Vielsehers nicht lohnt.


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