Donnerstag, 20. August 2015

MEUTEREI AM SCHLANGENFLUSS (Bend of the River 1952 Anthony Mann)


McLyntock führt einen Treck nach Oregon an. In Portland kauft man Lebensmittel, die im September geliefert werden sollen wenn die ersten Häuser in der neuen Heimat stehen. Als im Oktober noch immer nichts geliefert wird und die Vorräte knapp werden reitet McLyntock nach Portland, wo ein Goldrausch ausgebrochen ist. Die vom Treck erworbenen Lebensmittel sollen anderweitig für mehr Geld verkauft werden. Darauf lässt sich McLyntock nicht ein. Er schnappt sich die Lebensmittel und sucht sich auf dem Heimweg einen Weg über die Berge, um sich einen Vorteil vor seinen Verfolgern zu verschaffen...


Wären wir doch auf dem Mississippi geblieben...

Ich habe erst vor kurzem meine Leidenschaft für das Western-Genre festgestellt und merke bislang, dass mir die klassischen braven Western a la „Rio Bravo“ besser gefallen als die härteren Beiträge. Deswegen hatte ich eigentlich auch ein gutes Gefühl was „Meuterei am Schlangenfluss“ betrifft. Nun nach dem Sichten kann ich zwar von einem handwerklich gut gemachten Genre-Beitrag berichten, hübsch fotografiert, professionell geschauspielert und eine Geschichte erzählend, die von keinerlei reißerischem Element getrieben wird, letztendlich ist der Film jedoch alles andere als aufregend erzählt.

Die Geschichte grast gemütlich wirkend relativ flott eine Station nach der nächsten ab. Jegliche Hindernisse sind schnell überwunden, brave Menschen treffen auf brave Menschen, die einander helfen, so dass der Spannungsbogen ebenso flach liegt wie der dramatische Aspekt. Erst kurz vor Schluss, wenn ein Verbündeter sein wahres Gesicht zeigt, wird es ein wenig interessanter, zerbricht doch eine Freundschaft und steht doch ein finaler Konflikt bevor, wie er sich für einen guten Western-Stoff gehört.

Aber das gibt „Bend of the River“ (Originaltitel) so spät auch nicht mehr den nötigen Zunder um aus ihm mehr zu machen als ein gut inszeniertes Stück unaufgeregtes Western-Abenteuer. Ein peinlich synchronisierter Schwarzer und die Verteufelung der Indianer helfen nicht gerade dabei dem Werk von Anthony Mann mehr Sympathie entgegenzubringen. Glücklicher Weise sind diese Tiefpunkte jedoch zu nebensächlich in die Gesamtstory integriert, als dass sie mehr als lästige Randerscheinungen sein könnten. Geduldigere und sanftere Filmfreunde mögen dem Werk eines erfolgreichen Film-Teams (Stewart, Mann und Chase) eventuell mehr abgewinnen als ich, es würde mich freuen so liebevoll die Mühe hinter diesem Projekt wirkt. Aber für mich war das insgesamt zu lahm was mir hier geboten wurde - auch für einen Freund des sanfteren Westerns.


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