Freitag, 2. Oktober 2015

MIRROR MIRROR (1990 Marina Sargenti)


Im neuem Haus, in welches Teenagerin Megan mit ihrer Mutter zieht, steht noch ein alter Spiegel der Vormieter, der beim Ausräumen vor dem Einzug scheinbar vergessen wurde. Außenseiterin Megan entdeckt, dass er ihr übernatürliche Fähigkeiten verleiht, welche ihr dabei helfen sich gegen ihre Peiniger in der Schule zu wehren. Die Schattenseite kennt sie jedoch nicht. Im Spiegel haust ein Dämon, der mit der Zeit immer mehr Besitz von ihr ergreift. Eine Schulfreundin erkennt die Gefahr und möchte Megan helfen, doch die ist längst nicht mehr Herr über sich selbst, wird immer gewalttätiger und möchte gar nicht gerettet werden...


Spieglein, Spieglein...

„Mirror Mirror“ ist eine dieser Fließband-Produktionen für die Videothek, wie sie typisch für die 90er Jahre waren. Mit Blick von heute kann man kaum glauben, dass dieses Stück Durchschnitt es in den kommenden zehn Jahren tatsächlich auf drei Fortsetzungen gebracht hat, wovon es neben dem hier besprochenen Teil 1 nur das erste Sequel unter dem Titel „Devil Dance“ nach Deutschland geschafft hat.

Wie erwähnt, „Mirror Mirror“ ist Durchschnitt, man verpasst wahrlich nichts, wenn man ihn nicht sichtet. Seine Figurenzeichnung ist so naiv ausgefallen wie das psychologische Verständnis für die Charaktere. Dass Megan eine Außenseiterin ist wird völlig überzeichnet, ebenso die Art wie sie ihre Freundin von dem Wert ihrer grauenvollen Taten überzeugen möchte, längst noch in einem Zustand, in dem sie halbwegs noch sie selbst ist. Ernst nehmen kann man diesen kleinen Streifen keineswegs, aber was wie eine sehr langweilige Geschichte klingt, entpuppt sich als recht passabel umgesetzt.

Hin und wieder lässt sich das Monster hinter dem Spiegel zeigen, die Mordmethoden sind recht fies, insgesamt ist die Regiearbeit von Marina Sargenti, die ein Jahr später den Horrorfilm „Kind des Satans“ nachschob, jedoch recht zahm ausgefallen, nicht erst mit Blick von heute. Wahre Höhepunkte sind nicht vorhanden, es ist eher die kurzweilige Art wie der Film erzählt ist, die für „Mirror Mirror“ spricht, vorausgesetzt man kann mit dem arg plumpen Handlungsverlauf etwas anfangen, der oft Erzähltes stark naiv und frei von doppeltem Boden wiedergibt, dabei zwar nicht frei von einem verspielten ironischen Grundton ist, trotzdem aber noch viel zu ernst umgesetzt wirkt.

Freunde dieser vergangenen B-Film-Epoche werden sicherlich keinen Freudensprung bei diesem mageren Ergebnis machen, werden als Vielseher aber zumindest ordentlich genug bedient, um bis zum Schluss dran zu bleiben. Das Cover suggerierte einen Langeweiler wie die öden „Witchcraft“-Filme (der mit Hasselhoff ist nicht gemeint), um so positiver war ich von diesem austauschbaren Stück Routine überrascht.


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