Samstag, 19. Dezember 2015

NATÜRLICH DIE AUTOFAHRER (1959 Erich Engels)


Nicht nur dass sich die Tochter von Verkehrspolizist Dobermann in einen Verkehrssünder verliebt, der besagte Mann ist auch noch Rennfahrer. Dobermann, der selbst nie viel von Autos gehalten hat, ist dementsprechend gegen die Liebschaft seiner Tochter. Aber mit einem Trick versucht das Paar den Herrn Papa umzustimmen. Sie schieben Dobermann bei einer Verlosung den Hauptpreis unter: ein nagelneues Auto...


Bravo! Bravo!...

Um eine gelungene Komödie zu erzählen bedarf es nicht zwingend einer echten Handlung, erst recht wenn der Film hauptsächlich von einem Publikumsliebling getragen wird, in diesem Falle von Heinz Erhardt wie man ihn klassischer nicht erleben könnte. Zahme Scherze, Wortspielereien und kindlicher Schabernack gehören zum Grundprogramm des liebenswerten Grummelpeters, der in der Rolle des Verkehrspolizisten Dobermann selbst seiner besten Freundin per Sie, so als würde man sich nicht kennen, einen Strafzettel überreicht.

Von einem wirklichen Autohasser, wie über die Rolle Dobermanns oftmals berichtet wird, kann man nicht wirklich sprechen. Er besitzt lediglich kein Automobil und ist aufgrund einer Umleitung, die an seinem neu erworbenem Heim vorbei führt, wütend über den Krach den die Lastwagen verursachen (vom Schaden am Haus einmal ganz zu schweigen). Dass er gegen die Verlobung seiner Tochter ist, hat mit der frechen Art zu tun, die der Verkehrssünder bei Übergabe des Strafzettels an den Tag legte. Da kommen also ungünstige Umstände zusammen, welche die Meinung Dobermanns übers Auto falsch deuten lassen könnten.

Und eben weil Dobermann kein Autohasser ist, tritt der entscheidende Erzählstrang, dass er nun selbst einen Führerschein machen muss, erst so spät in Erscheinung, ist doch dieser Teil der Geschichte für die Gesamtheit gesehen ebenso unwichtig wie der Rest der Erzählung, kommt es doch eben nicht auf den roten Faden an, welchen „Natürlich die Autofahrer“ nur recht dünn besitzt, sondern auf das Zusammenspiel und die Sympathie der Figuren, die von einem Szenario zum anderen hüpfen, was immer irgendwie etwas mit Autos zu tun hat.

Dank gut aufgelegter Schauspieler und funktionierendem Humor ist das auch alles was der Film braucht um zu funktionieren. Die gelegentlichen Musikeinlagen wissen den Streifen zwar nicht positiv zu unterstützen, aber sie nerven auch nicht. Das Lied „Cowboy Mambo“ weiß zudem noch unfreiwillige Komik zu versprühen in einem Werk welches ansonsten gewollte Lacher erntet. Ruth Stephan, die mir in vielen anderen Rollen durch ihre viel zu überdrehte Art stets negativ aufgefallen ist, weiß in ihrer Rolle als nicht offiziell Angebetete Dobermanns ebenso zu gefallen wie die restliche Besetzung, und allein deswegen war „Natürlich die Autofahrer“ bereits einen Blick wert.

Nicht unerwähnt sollte der relativ kurze Auftritt von Trude Herr bleiben, die als Fahrlehrerin des späten Schülers friedlicher agiert als ich vermutet hätte. Aus welchen Gründen Dobermann die Prüfung besteht ist ein ähnlich konstruiertes Szenario wie der Rest des Streifens, aber auch ebenso lustig wie die anderen Momente dieses leichtfüßigen Filmes, der nicht wirklich etwas zu erzählen hat. Dementsprechend stört einen auch das etwas plötzliche, menschlich nicht ganz nachvollziehbare, Happy End nicht wirklich. Dass es eins geben würde stand nie zur Diskussion, und am Ende freut man sich ohnehin nur, dass dieser brave Nonsens so angenehm unterhalten hat. „Natürlich die Autofahrer“ ist aufgrund seiner schlichten Erscheinung kein Highlight am Komödienhimmel, für Heinz Erhardt-Interessierte gehört Erich Engels Regiearbeit jedoch zum Pflichtprogramm.


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