Samstag, 7. Mai 2016

DIE BESTIE VON MONTE BRAVO (The Beast of Hollow Mountain 1956 Edward Nassour u.a.)


Rinder verschwinden spurlos im Sumpfgebiet am hohlen Berg, von dem die Mexikaner behaupten es sei ein verfluchter Ort. Jimmy möchte seine in der Nähe liegende Farm dennoch nicht an den Mann verkaufen, der nicht nur große Macht in der anliegenden Stadt besitzt, sondern auch noch die Frau heiraten wird von der Jimmy sehr angetan ist. Als einer seiner Helfer im Sumpf verloren geht, sucht dessen Sohn nach ihm am sonst so gemiedenen Ort, nichts ahnend dass dort eine ausgestorben geglaubte, monströse Kreatur lauert...


Godzillas großer Freund Shane...

Zu hören dass es in den 50er Jahren den Versuch gab das Western-Genre mit jenem des Monsterfilms a la „Godzilla“ zu kreuzen, weckt in Freunden jenem Kinos automatisch Neugierde und wurde somit selbstverständlich schnell nach dessen Entdeckung von mir gesichtet, ohne dass mich erst der Aufdruck es handele sich angeblich um eine Jules Verne-Verfilmung überreden musste. Die Westerngrundlage, die den Löwenanteil des Streifens ausmacht, könnte klassischer kaum ausgefallen sein, schaut sie sich doch wie die grundlegende Blaupause des braven amerikanischen Westerns und kann in seiner naiv optimistischen und ignoranten Art eigentlich gar nicht langweilen.

Die deutsche Synchronisation unterstützt mit professionell gewählten Stimmen den angenehmen Zustand, so dass bereits vor dem Auftauchen der Kreatur einer simplen Unterhaltung nichts im Wege steht. Freilich erzählt „Die Bestie von Monte Bravo“ absolut nichts Neues, aber zuzusehen wie ein Amerikaner sich als Vorbild gemeint wie ein Elefant im Porzellanladen in Mexiko überall in den Vordergrund drängt, ist schon herrlich anzuschauen, zumal sich die Verantwortlichen des Filmes darüber überhaupt nicht bewusst sind.

Ebenso wenig sind sie es darüber, dass ihre sympathisch gemeinte weibliche Hauptrolle extremst egomanische Charakterzüge offenbart, was u.a. in der unsinnigsten Szene von allen mündet, in welcher sie den Helden des Streifens willkürlich ohne Grund heimlich am Friedhof treffen will, nur um ihm zu offenbaren dass sie hofft er und ihr verfeindeter Verlobter mögen sich nicht mehr in die Haare kriegen. Wie der wohl reagiert hätte, wenn er von dem Treffen erfahren hätte.

Aber es ist eben diese Unbedarftheit, dieses simple wie naive Szenario, welches „Der Fluch vom Monte Bravo“ (Alternativtitel) die nötige Leichtigkeit beschert, mit welcher er sich schlussendlich auch so angenehm guckt. Bis zur titelgebenden Bestie muss man jedoch bis etwa 20 Minuten vor Schluss warten, zuvor wird ewig nur über den verfluchten hohlen Berg und das gefährliche Sumpfgebiet erzählt, was den erfahrenen Zuschauer des Monsterfilms schon im Vorfeld überlegen lässt an welchem der beiden Orte die Bestie wohl ihr Ende finden wird.

In diesen letzten 20 Minuten gibt es von nun an auch jede Menge Monsterszenen zu sichten, wobei sympathisch holprige Stop Motion-Momente sich abwechseln mit Monsterfüßen in Nahaufnahme, in welchen ein Schauspieler steckt. Da man sich bei dem Dinosaurier an noch lebende Echsen orientierte, darf die Kreatur ungewohnt mit der Zunge spielen, was ihm im Vergleich zu den zig ähnlichen Wesen der Konkurrenzprodukte einen kleinen Individualitätsbonus beschert, sieht das Vieh doch bereits ohne diese Eigenschaft drollig aus, mit dieser Spielerei erobert sie jedoch endgültig das Herz eines jeden nostalgischen Monster-Fans.

Wer also gerne Werke dieser Art schaut wird es sicherlich nicht bereuen, vorausgesetzt man erwartet keinen Meilenstein a la „Formicula“ oder „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“. „Valley of the Mists“ (Alternativtitel) ist lediglich ein günstig finanzierter Film, der ein familiäres Produkt von Regisseur Edward Nassour ist, trägt die finanzierende Firma doch dessen Namen und wird er und ein weiter Nassour doch pausenlos im Vorspann genannt. Wer also auch die etwas tolpatschigen Billigvarianten des klassischen 50er Jahre Monsterfilms mag, kann definitiv einen Blick riskieren. Jeden anderen wird der ungewöhnliche Genre-Mix ohnehin nicht hinter dem Ofen hervorlocken.


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