Samstag, 7. Mai 2016

WILLO, DAS WALDLICHT (Willo, the Wisp 1983 Nicholas Spargo)


Willo, das körperlose Waldlicht-Wesen erzählt Geschichten von der erfolglosen Elfe Elfie Ömmel und ihren Freunden, die im Wald so allerhand kleine Abenteuer erleben...


Fette Elfe...

In Sat 1 als Zwischendurchverzehr parallel zu „Mr. Hiccup“ gelaufen, war den 5 Minütern um Elfie Ömmel ein sonderbarer Sendeplatz beschert, so dass nicht all zu viele diese kultige britische Zeichentrickserie kennen, die meiner Meinung nach hauptsächlich von ihrer absichtlich dämlichen deutschen Synchronisation lebt, macht diese aus höchst banalen Kindergeschichten doch eine augenzwinkernde Party für Jugendliche und Erwachsene, alles höchst ironisch vertont, so dass die eigentlichen Geschichten als absurd hervorgehoben werden, ein Zustand von dem ich nicht weiß ob dies bereits in der englischen Originalfassung so gedacht ist.

So oder so macht dies aus einer völlig banalen und billig produzierten Serie, die sowohl im Original als auch im Deutschen komplett für alle Figuren nur von einer Person synchronisiert wurde, einen Hingucker für Freunde des Skurrilen, muss man die 26teilige Reihe „Willo, das Waldlicht“ doch zumindest für einige Folgen schon selbst gesehen haben um zu verstehen was die ganze Sache so lustig macht. Gar nicht so positive offene Enden zeigen zumindest dass man gewollt etwas experimenteller vorgehen wollte als es im biederen Kinderprogramm üblich ist, welches mit der Serie verulkt werden sollte.

Botschaften dass Dummheit ein Segen ist, so wie es in der Folge um einen Bücherwurm propagiert wird, stellen den möglich enthaltenen pädagogischen Aspekt zurecht in Frage, und ein ständiges „sagte er“, wie man es aus dem Erzählbereich der gedruckten Worte kennt, fast immer wenn einer der Protagonisten einen Satz beendet hat, ergibt in einer Fernsehproduktion nicht wirklich Sinn, kann also eigentlich auch nur als Provokation verstanden werden und somit als Aspekt der Parodie braver Kindermedien. Wie gesagt: gut möglich dass das Ganze doch von völlig verstrahlten Menschen ernst gemeint war. Aber ich kann oder will mir dies nicht wirklich vorstellen.

Wie auch immer, dank dämlicher Zeichnungen, banaler Geschichten und einem (Synchronisations)Humor der aufgrund seiner grotesken Form von Kindern überhaupt nicht erkannt werden kann, ist die in Deutschland bislang nur im Fernsehen erschienende Zeichentrickserie zu einem kleinen Kult unter den wenigen Menschen geworden, welche die Serie nicht nur kennen, sondern auch etwas mit ihr anfangen können. Somit dürfte der inflationäre Begriff Kult tatsächlich einmal ins Schwarze treffen.

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