Sonntag, 5. Juni 2016

BIG FOOT - DIE RACHE DES JÄGERS (The Capture of Bigfoot 1979 Bill Rebane)


Der Geschäftsmann Olsen lebt wie jeder vor Ort vom Bigfoot-Tourismus. Nach diversen Neusichtungen versucht er das Vieh mit Hilfe seiner Mitarbeiter einzufangen. Als dies gelingt hält man jedoch den Nachwuchs gefangen und nicht das Muttertier...


Die weiße Variante...

Einen Film mit einem Menschen attackierenden Bigfoot im Zentrum würde man zunächst dem Horrorfilm zuordnen. „Big Foot - Die Rache des Jägers“ entpuppte sich beim Anschauen allerdings als ein Abenteuerfilm, der lediglich mit kleinen Horrorelementen arbeitet, und leider muss ich sagen, dass er unabhängig dessen welchem Genre er angehören mag zu unspektakulär ausgefallen ist.

Der Bigfoot, den man zu meiner Überraschung 70er Jahre-untypisch recht schnell zu Gesicht bekommt, sieht viel zu brav aus um als Bedrohung herzuhalten. Zwar baut die Geschichte ihn lediglich als Rächer ein und nicht als Aggressor der es ohnehin auf die Menschheit abgesehen hat, der Bigfoot selbst ist somit kein böses Wesen, ein bedrohlicheres Aussehen hätte ihm dennoch nicht geschadet. Die Idee des Einbringens eines Bigfoot-Kindes hätte bestimmt einiges an Potential beinhalten können, Regisseur Bill Rebane, der auch für den unterhaltsamen „Angriff der Riesenspinne“ zuständig war, setzt es jedoch nur als Auslöser ein das Muttertier wütend werden zu lassen, danach wird es unwichtig für Geschichte.

Mimisch schien man sich an „Planet der Affen“ zu orientieren, zumindest hat das Vieh eine ziemliche Ähnlichkeit mit Roddy McDowell, der einst immer wieder in die Rolle eines der Affen zurückkehrte. Die verschneite Naturkulisse ist gut gewählt und weiß auch manches Mal zu wirken, allerdings hält Rebane zu oft drauf, scheinbar um den Film zu strecken. Fast schon fühlt man sich in einer Naturdokumentation feststeckend, aber das ist freilich nun überzogen von mir dargestellt.

Positiv fällt die Musikuntermalung auf, die mit ihrer schrägen, manche Leute sicher nervenden, Art geradezu typisch für die 70er Jahre ausgefallen ist. Es mag sein dass sie hin und wieder zu intensiv eingebracht wurde, weniger hätte da mehr sein können, aber von Rebane erwarte ich aufgrund meiner bisher von ihm gesichteten Filme, wie z.B. „Rana - Hüter des blutigen Schatzes“, kein Feingefühl, egal in welchem Teilbereich filmischen Schaffens.

Meiner Meinung nach gut beobachtend ist die deutsche Synchronisation ausgefallen, die sich am überzogenen Spiel der Akteure orientiert. Deren Mimiken sind genauso überzogen ausgefallen wie ihre deutschen Stimmen. Damit entsteht der Effekt sich fast in einer Komödie zu befinden, und in einem eher langweilig ausgefallenem Streifen ist das vielleicht gar nicht so verkehrt, um dem Film ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Genutzt hat es ehrlich gesagt aber nicht viel, „Gefangenschaft des Bigfoot" (Alternativtitel) wird auch durch seine durchaus vorhandene unfreiwillige Komik nicht wirklich besser, gepuschte Deutschvertonung hin oder her.

Gerade der Mittelteil fordert vom Zuschauer viel Geduld ab, innerhalb eines Filmes der ohnehin schon überraschungsarm erzählt ist. Lediglich Widersprüche und Ungereimtheiten lockern den vorhersehbaren Ablauf ein wenig auf und lassen das Publikum so manches Mal verwundert zurück. So ist es im Dorf vollkommen okay die Kinder draußen spielen zu lassen, obwohl bekannt ist, dass zur Zeit mehrere Menschen von einem unbekannten Tier angefallen wurden. Ein weiteres besonders unsinniges Beispiel ist der lediglich am Rande eingebrachte Indianer, der nur mal kurz durchs Bild hüpft um dem Helden Anweisungen zu geben, die dieser nur zur Hälfte erfüllt, mit dem Ergebnis dass dem Helden trotzdem alles auf dem Weg zum Ziel gelingt. Der Indianer lässt sich nie wieder blicken.

Die Geschichte an sich dümpelt jedoch wie bereits erwähnt ziemlich lahm vor sich hin. Hin und wieder gibt es Blut für jenes Horrorpublikum zu sichten, welches glaubt dies würde einen Film aufwerten, aber da gibt es eigentlich auch nur Schürfwunden im Gesicht zu sichten, was immerhin ganz gut zum viel zu braven Aussehen des Zottelviehs passt. Mit all den bereits erwähnten Mängeln weiß „The Legend of Bigfoot“ (Alternativtitel) ungewöhnlicher Weise jedoch trotzdem besser zu funktionieren als er sollte. Mit Werken wie „Big Foot“, „Creature from Black Lake“, „Boggy Creek - Das Bigfoot Massaker“ und „The Snow Creature“ habe ich schon schlimmeres zu diesem Thema gesichtet. Es ist nicht so dass „The Capture of Bigfoot“ (Originaltitel) tatsächlich eine Erwähnung wert wäre, er langweilt eher anstatt zu unterhalten. Das Ergebnis würde ich trotzdem als unteren Durchschnitt bezeichnen.


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