Donnerstag, 14. Juli 2016

DER UNHEIMLICHE MÖNCH (1965 Harald Reinl)


Der Anwalt Sir Richard kann das kurz vor dem Tod aufgesetzte Testament seines verstorbenen Vaters in seinen Besitz bringen, bevor es öffentlich gemacht wird. Begünstigt wird darin die Tochter seines inhaftierten Bruders, die er zwingen will den Großteil des Erbes auf ihn zu übertragen...


Der Mönch und die Brieftaube...

„Der unheimliche Mönch“, der in den USA bereits 1938 verfilmt wurde, sollte, vom in Farbe gehaltenem Vorspann einmal abgesehen, der letzte Schwarz/Weiß-Beitrag der Rialto-Wallace-Reihe werden. Passend zu dieser überholten Methode des Bilderablichtens kommt auch die Inszenierung eines Stoffes noch veraltet daher, der Ähnlichkeiten zu dem zwei Jahre zuvor inszenierten „Der schwarze Abt“ besitzt und von Alfred Vohrer gerade einmal zwei Jahre nach seinem Erscheinen in Farbe als „Der Mönch mit der Peitsche“ neuverfilmt wurde.

Das musikalische Hauptthema von Wallace-Stamm-Komponist Peter Thomas kommt so flott daher wie der eigentliche Film, in romantischen Momente klingt die Musikuntermalung jedoch eher parodistisch als herzzerreißend. Und jegliche andere Musikuntermalung fällt durch seine viel zu reißerische Art so überholt aus, wie „Der unheimliche Mönch“ an sich, der sich im Vergleich zu dem ihm folgenden, wesentlich moderner ausgefallenem, „Der Bucklige von Soho“ wie ein Werk aus einer vergangenen Epoche guckt, so als habe man übersehen, dass das Kino sich weiterentwickelt habe.

Das liest sich zwar sehr negativ, ist aber etwas was ich Regisseur Harald Reinl niemals ankreiden würde, der als einer der Stamm-Regisseure mit „Der unheimliche Mönch“ ebenso Abschied von der Reihe nimmt wie es Karin Dor tut. In diesem letzten Beitrag der beiden bieten sie noch einmal all das wofür die Kinoserie so beliebt war. Dor ist die taffe, sich in Lebensgefahr befindende, junge Frau, der eine Menge Menschen im nebligen England nach dem Leben trachten. Ein maskierter Killer, diesmal ein Mönch, der seine Opfer mit einer Peitsche tötet, ist freilich auch wieder mit dabei, ebenso wie der humoristische Sidekick Eddi Arent, der in diesem Film so manchen Stammzuschauer mit einem düsteren Geheimnis überraschen sollte.

„The Sinister Monk“ (Alternativtitel) guckt sich so überholt wie sympathisch, kann dem vergleichbaren „Der schwarze Abt“ mit Leichtigkeit das Wasser reichen, schafft es auf der anderen Seite aber auch nicht zu den Höhepunkten der Reihe zu werden. Dafür bleibt die Ermittlerfigur Inspektor Bratt zu charakterlos, das Thema des Mädchenhandels wird zu verkrampft in die Geschichte eingefügt und erweist sich als völlig unnötiges Element, und der komplette Zusammenhang des Kriminalfalls muss aufgrund seiner zu konstruierten Art arg bemüht vom Inspektor zum Schluss erklärt werden, damit all das Erzählte irgendwie einen Sinn ergibt. Dafür muss u.a. ein unsinnig psychologisches Leiden als Motiv für die Taten herhalten. Aber da dies selbst dem guten alten Hitchcock in seinem Vorzeigewerk „Psycho“ passiert ist, kann man das einem der Trivialunterhaltung verpflichtendem Film, wie dem hier besprochenen Werk, wohl kaum vorwerfen.


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