Samstag, 12. November 2016

HUBERT UND STALLER - DIE INS GRAS BEISSEN (2013 Wilhelm Engelhardt)


Hubert und Staller stoßen im Wald auf eine verbrannte Leiche. Dies geschieht für Polizeirat Girwidz zum ungünstigsten Zeitpunkt, hält sich sein ehemaliger Vorgesetzter doch gerade in Wolfratshausen auf und Girwidz vermutet, dass dieser einen Nachfolger so kurz vor der Pensionierung sucht. Zu dumm dass Hubert und Staller unabhängig vom ersten Fall auch noch auf eine weitere Leiche stoßen...


Geheimnisse einer Rentner-WG...

„Hubert und Staller - Die ins Gras beißen“ ist ein TV-Special zur Fernsehserie „Hubert und Staller“, angesiedelt zwischen der dritten und der vierten Staffel, gilt laut DVD offiziell jedoch als Doppelfolge, ist aber als Spielfilm umgesetzt. Zwar schaut sich dieser erste Spielfilm des bayrischen Ermittlerduos tatsächlich wie eine Doppelfolge, sprich das wahre Gefühl eines Spielfilms weiß dieses Special nicht einzufangen, aber zumindest ist es dem Stammregisseur der Reihe Wilhelm Engelhardt gelungen das Ergebnis nicht wie eine zu lang gestreckte Folge wirken zu lassen. Zugegeben, gegen Ende lässt die Humorquote aufgrund der Täteraufdeckung immer mehr nach, aber „Die ins Gras beißen“ guckt sich in seinen kompletten 90 Minuten trotzdem flott und entspannt, also genau so wie man es von der überraschend positiven Serie gewohnt ist.

Stammzuschauer dürfen schmunzeln, dass das TV-Special im Winter spielt, spielte die Serie bislang geradezu comicartig immer bei gutem Wetter. Dem Film schadet dies nicht, „Hubert und Staller - Die ins Gras beißen“ will nichts eigenständiges sein und fängt das Herz der Serie gekonnt ein. Die Ausnahme ist als Insider-Gag gedacht, und der Fan weiß dies zu würdigen. Wer Außenstehendes wird dies nicht bemerken, womit sich für Neulinge der Reihe keine Lücke auftut. Wirklich kennen muss man die Serie nicht um Spaß mit dem Spielfilm zu haben. Schnell ist man in die Rahmensituation eingeweiht, während Running Gags unauffällig am Rande plätschern.

Glücklicher Weise ruht sich das erste TV-Special nicht darauf aus aus einem Kriminalfall zwei zu machen. Die Verwicklungen der einzelnen Fälle in Kombination mit der Girwidz-Situation sind vom Drehbuch gekonnt interessant aufbereitet. Erst gegen Ende erweist sich alles Geschehene selbst für einen kleinen Ort wie Wolfratshausen als in zu engem Rahmen zusammengehörend, ein paar weniger Zufälle hätten der Geschichte gut getan. Allerdings erkrankt der Film damit an einer unangenehmen Entwicklung, die sich bei „Hubert und Staller“ bereits in der dritten Staffel abgezeichnet hat, ein Ärgernis über das man dort aufgrund eines schwerwiegerenden anderen Drehbuchproblems hinwegsehen konnte, wohingegen besagte Schwäche im Film um so gravierender wirkt.

Da ist es gut dass „Hubert und Staller - Die ins Gras beißen“ ebenso wie die dazugehörende Serie lediglich leichte Unterhaltung für nach den Feierabend sein soll, so dass man aus solchen Fehlern keine Affäre machen muss, zumal die Humorquote stimmt, der Kriminalfall recht interessante Wege geht und Story wie Charaktere nach wie vor wesentlich mehr Tiefe besitzen als man auf dem ersten Blick vermuten würde. Und allein die wunderbare Besetzung von Girwidz Vorgesetztem reißt einiges wieder heraus. Oliver Nägele spielt wundervoll hassenswert, und die Autoren schaffen es herrlich verschmitzt um das wahre Anliegen des baldigen Rentners ein Neugierde weckendes Geheimnis zu machen.


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