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Donnerstag, 20. April 2017

THE REDWOOD MASSACRE (2014 David Ryan Keith)


Teenager sind mitten im Wald auf der Suche nach einem Haus, in dem einst ein schreckliches Familienmassaker stattfand, um zum 20. Jahrestages dieses Verbrechens dort Party zu machen. Nach und nach werden sie Opfer eines maskierten Irren, der mordend durch den Wald stampft...


Der Umleger...

Der semi-professionell umgesetzte „The Redwood Massacre“ mag manch einem aufgrund der sehr hohen Blutrate trotz seiner routiniert erzählten, allein schon in der „Freitag der 13.“-Reihe schon x-fach wiederholten, Geschichte gefallen haben, ich persönlich konnte im fertigen Produkt nicht einmal ein Stück mittelmäßige Kost für den hungrigen Dauergast im Genre erkennen. Zwar umgeht Regisseur und Autor David Ryan Keith die Peinlichkeiten eines „Slasher“ und Co, obwohl auch er sichtlich ein Fan der Vorlagen aus den 70er und 80er Jahren ist, andererseits verhindert sein zu professioneller Inszenierungsstil wiederum, dass man mit dem fertigen Produkt so großzügig umgehen könnte, wie mit Werken a la „Lock the Doors - Trügerische Sicherheit“, die einen Amateurfilm-Bonus besitzen.

Was soll man sagen? Um wirklich auch nur halbwegs gefallen zu können, ist einfach zu viel falsch gemacht worden. Ein maskierter Killer der immer und überall im Wald auftaucht, sobald sich Opfer gefunden haben, grast nicht einmal den bereits in der „Freitag der 13.“-Reihe minimal gesäten Spannungsbogen ab, bietet also nicht einen Hauch von dem was den Zuschauer angespannt im Sessel sitzen lassen würde. Wenn nun noch brutale Morde im Wald allein nicht ausreichen und im Zuge der Torture-Porn-Welle ausgewählte Opfer noch in einer Hütte gefoltert werden müssen, dann hat Keith einen weiteren Teil dessen nicht verstanden, was die Filme, die als Vorbilder des Streifens herhielten, ausmachte.

Müde Verbeugungen, wie das Türzuschieben aus „Blutgericht in Texas“, oder die Kopfbedeckung, die an „Freitag der 13. 2“ erinnert, welches wiederum aus „Der Umleger“ entliehen wurde, können nicht das ersetzen, was das simple Rezept eines Jason-Filmes ausgemacht hat. Zwar ist „The Redwood Massacre“ in tollen Waldkulissen gedreht, deren Unendlichkeit durch den Hintergrund deutlich wird und damit eine beunruhigende Stimmung hätte entfachen können, neben der Digitaloptik, die nie an das Bild klassischer Kameras heranreichen kann, verhindert ein noch größeres Problem das Entfalten einer nervenkitzelnden Atmosphäre: der mieserable Soundtrack.

Bedeutungsschwanger schwebt er über allen Szenen, hochdramatisch komponiert wenn simpelste Probleme in billig zusammengeschusterten Dialogen besprochen werden, übertrieben düster in nicht ansatzweise spannenden Momenten ausgefallen, und episch im Zweikampf gegen das maskierte Opfer erklingend, so als ob man gerade eine Kriegsschlacht in einem Historienfilm Hollywoods sichten würde. Zumindest weiß der zu aufdringliche Soundtrack Keith gegen Ende dabei zu helfen ein angebliches Finale vorzutäuschen, bevor der Film dann doch noch einen Bogen schlägt.

Das ist eine der wenig guten Ideen. Ich bin tatsächlich darauf hereingefallen, obwohl der Gegner recht schlicht ins angebliche Jenseits befördert wurde, was aber daran liegt, dass „The Redwood Massacre“ zuvor nicht gerade durch Einfallsreichtum zu überzeugen wusste, und ich ihm solch einen plumpen Schluss tatsächlich zugetraut hätte. Als kleiner Lichtblick hält zudem das Entstehen einer Freundschaft zwischen zwei Stereotypen her, von der einer in Vergleichsfilmen die typische Hassperson bis zum Schluss gewesen wäre, so dass sie sich hier überraschend zum vertrauenswürdigen Verbündeten mausern darf, was aber nur dann inmitten der komplett klischeelastigen Geschichte eine den Film positiv beeinflussende Veränderung hervorgerufen hätte, wenn man auch den Mut besessen hätte, sie als Final Girl einzusetzen.

Kurzum: „The Redwood Massacre“ steckt so tief in Stereotypen und Klischees einer immer wieder erzählten Geschichte fest, dass er in seiner sich endlos drehenden Gewaltorgie lediglich zu langeweilen weiß. Sympathische Figuren und ereignisreiche Momente sichtete man auch im Vorbild der „Freitag der 13.“-Reihe kaum, dafür besaßen die meisten von denen allein schon aufgrund des Soundtracks ein gewisses Maß düsterer Grundatmosphäre. Dass „The Redwood Massacre“ zudem noch auf DVD ohne deutschen Untertitel herausgekommen ist, so dass der Englischunkundige zum arg mäßig ausgefallenen Deutschton schalten muss, ist auch nicht gerade hilfreich für ein besseres Seherlebnis. Allerdings verfälscht die eher schlechte Synchronisation nicht die Qualität des Streifens. Der ist auch im Originalton langweilig und unoriginell ausgefallen. Einzig schade ist es um die wirksame Maske des Killers und das einladende Coverdesign, das richtig Lust auf den Film gemacht hat.


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