Dienstag, 16. Mai 2017

THE RIG (2010 Peter Atencio)


Bei starkem Unwetter geht auf einer Ölplattform ein Seeungeheuer um und tötet die dort arbeitenden Menschen...


Das unheimliche Wesen aus einer feuchten Welt...

Zu Zeiten von „Targoor“, Anfang der 80er Jahre, schien es noch recht reizvoll zu sein den Erfolg „Alien“ zu kopieren. Und auch wenn derlei Aktionen bis heute nicht minder häufig angegangen werden als damals: je mehr Zeit vergeht, desto gelangweilter reagiert man auf alternative Kreaturen, die Gigers Schöpfung kopieren wollen, eingepackt in eine Billigproduktion meist unmotivierter Filmschaffender, die auch etwas vom nimmer enden wollenden Geldkuchen abhaben wollen. So wenig wie die mit Ridley Scotts Film begonnene Kinoreihe enden will (zur Zeit dieser Review startet gerade „Alien Covenant“ in den Kinos), so wenig endet der Versuch mit Blaupausen der dort tätigen Kreatur auf dem Heimvideomarkt Geld zu scheffeln.

Zwar grast Peter Atencio nur die grundlegenden Klischees der immer wiedergekäuerten Monsterfilmchen ab, gerade jener einfallslosen Generation der SyFy-CGI-Genrebeiträge, auf wundersame Art schafft er es jedoch, dass man seine Abziehbilder tatsächlicher Charaktere sympathischer findet als sie es eigentlich wert sind. Ein verständnisvoller Papa, eine taffe Tochter, ein verängstigter Koch, ja selbst der unter der Dusche fickende Prolet, der vor lauter Beischlaf von den Ereignissen auf der Bohrinsel lange Zeit nichts mitbekommt, bekommt gerade ebenso den Bogen zur halbwegs greifbaren Figur. Lediglich die überempanzipierte Agro-Truller, mit der er pimpert, bleibt einem bei ihrer arroganten wie aggressiven Art absolut unsympathisch.

Damit hätte der Film sich bei einer Lauflänge von 50 Minuten über Wasser halten können, aber so sehr wie Richtung 40. Minute langsam Desinteresse beim Zuschauen aufkommt, will das noch halbwegs mittelmäßige Szenario anvisiert auf eine TV-gängige Spielfilm-Laufzeit dann aber doch nicht genug funktionieren, als dass man das viel zu monotone und sich ewig wiederholende Treiben in langweiliger Kulisse tatsächlich auch nur ansatzweise interessiert verfolgen könnte. Und wenn der Haupttrumpf des Drehbuchs dann lediglich darin besteht, dass die Helden nach einer Stunde erkennen, dass sie es mit zwei Kreaturen anstatt mit einer zu tun haben, dann weiß man was man von einem Werk wie „The Platform“ (Alternativtitel) zu halten hat.

Ich bin bei derlei billigen Monsterfilm-Produktionen nun wahrlich oft sehr großzügig mit meinen Besprechungen, eben weil mein Herz seit Kindheit an im Monsterfilm-Bereich schlägt, und ich auch im schnell heruntergekurbelten CGI-Bereich, der von anderen Monsterfilm-Fans so gar nicht gemocht wird, immer wieder den ein oder anderen sympathischen Gehversuch zu entdecken meine. Aber wenn alles so lustlos heruntergekurbelt ist wie in diesem innovationsfreien Stück Langeweile, dann nutzt es auch herzlich wenig, dass die Pseudo-Charaktere zu Beginn mehr Sympathie ausstrahlten als ihre leblose Körperhüllen-Konkurrenz vergleichbarer Streifen. Manch einer von diesen funktionierte mit weniger wirksamer Figurenzeichnungen gar mehr als Atencios Schlaftablette wirksamerer mauer Helden.


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