STITCHES - BÖSER CLOWN (Stitches 2012 Conor McMahon)


Auf der Geburtstagsfeier des 10jährigen Tom kommt der Clown Stitches aufgrund eines Kinderstreiches um. Sechs Jahre später, just zu jenem Zeitpunkt, an dem der noch immer verstörte Tom erstmals wieder eine Geburtstagsparty schmeißt, kehrt Stitches aus seinem Grab zurück um blutige Rache zu nehmen...


Das Ei eines Clowns...

Ob Jon Watts‘ „Clown“, „Killer Clowns from Outer Space“, die drei „Camp Blood"-Teile oder der 90er Jahre „Es“, so wirklich Gutes will im Filmbereich zum Thema Killerclown einfach nicht erscheinen. Nett sind sie, diese Beispiele, aber bislang bilden sie für mich die Highlights dieses Sub-Genres des Horrors, und für ein solches ist das Ergebnis streng genommen doch eher mager zu nennen. Meist sind Werke zu diesem Thema gar noch enttäuschender Natur, so wie bei „Clownhouse“, „A Clown at Midnight“ und „100 Tears“ (ganz unterirdisch gar „Gingerclown“, wenn man ihn aufgrund des Titels dazu zählen will), so dass ich mit dem angenehmen Ergebnis von „Stitches - Böser Clown“, wenn auch erneut kein großes Ereignis damit gesichtet, wohl zufrieden sein kann.

Runter machen braucht man McMahons Werk ohnehin nicht, macht er für den kleinen netten Horrorfilme-Abend für zwischendurch doch ordentlich Party, denn Stitches geht nicht gerade sanft vor, wenn er auf sehr verspielte Art gnadenlos zuschlägt. Für manch perverse Idee braucht man gar einen harten Magen, sind die aufs Clownverhalten gemünzten blutigen Aktionen doch vergleichbar mit den Missetaten des durchgeknallten Cartoon-Professors aus „Terror Toons“ und dabei auf den Beruf des Psychopathen angepasst, vergleichbar mit den Mordmethoden in „Santa‘s Slay“ oder eben erwähntem „Killer Clowns from Outer Space“, so dass eine große Portion schwarzer Humor mit einfließt, ohne dass „Stitches“ (Originaltitel) dadurch gleich zur Komödie verkommt.

Die Autoren und Spezialeffektverantwortlichen haben sich kreativ ausgetobt, und ein gut besetzter Killerclown weiß mit böser Stimme und manch clownereskem Blick (gerade dann lustig wenn er selbst einmal etwas einstecken muss) die Taten ins richtige Licht zu rücken, so dass aus Stitches wirklich eine Kultfigur des Horrorfilms werden könnte, wenn der Streifen mehr Beachtung erhalten würde. Mit Freddy, Chucky und Co kann er locker mithalten, so treffsicher und optisch geglückt wie er vorgeht und eingesetzt wird. Ich würde mich diesbezüglich sehr auf eine Fortsetzung freuen, zumal die irische Herkunft des Films den Streifen trotz zu gradliniger Erzählweise und dem Abgrasen des üblichen Handlungsverlaufes weit weniger versteift daher kommen lässt, als jene US-Beiträge, die ebenfalls nur das bereits Bekannte abgrasen.

„Stitches - Bad Clown“ (Originaltitel) schafft es zumindest seine Stereotypen trotzdem lebensecht wirken zu lassen, zumindest Hauptfigur Tom und die Teenagerin, in die er verliebt ist, lassen einen mitfühlen, so dass sich inmitten von Irrsinn auch der nötige Hauch Gefühlsleben eingemischt hat, der im Gegensatz zum oftmals theoretische Treiben der Konkurrenz das Rahmenszenario lebendiger wirken lässt, und dies in der nötigen Dosis eingebracht, ohne dabei einen Kitsch- oder Seifenoperbereich zu streifen. Zudem wirkt es erfrischend, wenn besagte Stereotype für kurze Momente einmal aufgebrochen werden.

Dass des Rätsels Lösung zu offensichtlich und zu leicht zu erreichen ist, ist in einem Plot, der eigentlich schon mehrere hundert Male ähnlich variiert erzählt wurde, nicht gerade hilfreich, um ein besseres Ergebnis zu erzielen, als den netten kleinen Horrorfilm für zwischendurch geschaffen zu haben. Aber zumindest dies ist McMahon geglückt. Es bereitet Freude Stitches bei einem Rachefeldzug zu begleiten, der im Bereich des Killerclownfilms längst einmal in dieser direkten, unverfälschten Art fällig war, zumal es der Story gut tut, dass Stitches dem Grab entstiegen ist, anstatt einfach erneut einen menschlichen Psychopathen zur Erinnerung an „Gacy“ auf die Opfer loszulassen.

Stitches ist ein übernatürliches Wesen, weder eine Geistererscheinung noch ein klassischer Zombie, dafür jedoch fast unzerstörbar, gehässig, makaber und (auf angenehme Art) nicht aufs Maul gefallen. Zudem ist er mit übernatürlichen Eigenarten versehen, die es ihm möglich machen Menschen auf jene Art ins Jenseits zu befördern, wie es eben nur ein geisteskranker Clown kann. Eine selbstständig umherschlendernde, nach den Opfern schnüffelnde rote Nase ist ihm dabei sehr hilfreich, um nur mal eine der schrägen Ideen seines Könnens genannt zu haben.


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