POLICE ACADEMY 3 - ... UND KEINER KANN SIE BREMSEN (Police Academy 3 - Back in Training 1986 Jerry Paris)


Aus Kostengründen soll eine von zwei Polizeischulen geschlossen werden. Eine unabhängige Kommission soll entscheiden welche es trifft, also holt sich Lassard seine besten Leute als Ausbilder zurück, während Konkurrent Mauser mit Manipulation und Einschleimen versucht den Wettkampf zu gewinnen...


Ich will mal, also ich meine, ich will mal...

Mit Teil 3 war klar, dass noch einige weitere Fortsetzungen folgen könnten, also kehrte man in der zweiten Fortsetzung konsequenter Weise nach einem Abstecher in den Polizeieinsatz fertig Ausgebildeter zurück ins Training, wie der sinnvollere Originaltitel bereits verrät, so dass die Reihe wieder zurecht "Police Academy" heißt. Erneut sitzt "Police Academy 2"-Regisseur Jerry Paris auf dem Regiestuhl und setzt seine Vision eines durch liebgewonnene Charaktere verbreitenden Chaoses weiter fort. Die angeheiratete Schlägerfamilie Tacklebarrys ist ebenso wieder mit an Bord wie Gegenspieler Mauser, Hohlbirne Proctor (immer von Christian Tramitz synchronisiert) und vielen anderen Nebenfiguren. Auch alle Hauptfiguren die in beiden Vorgängern anwesend waren sind erneut mit an Bord, und so schaut sich das Ganze inszenatorisch und von der Besetzung her wie ein Wiedersehen alter Freunde, unterstützt vom unveränderten musikalischen Hauptthema der "Police Academy".

Figurentechnisch macht man alles richtig. Lassard bekommt wieder mehr Beachtung geschenkt, Schlitzohr Mahoney steht so gut wie möglich im Zentrum und Mauser wird, damit seine Anwesenheit Sinn ergibt, urplötzlich eine zweite Polizeischule angedichtet, die ihm die Möglichkeit gibt besser denn je nach unten zu treten, während er nach oben hin schleimt. Wieder wird ihm Proctor zur Seite gestellt, der die Figur des Mauser erst tatsächlich zu komplettieren weiß. Wer den Extremhumor des zweiten Teils mochte, der wird sich über eine Rückkehr von Rocker Zed freuen, der, und das dürfte wohl der schönste Kniff dieser Fortsetzung sein, die Seiten gewechselt hat und nun auch Polizist werden möchte. Ob man ihm dafür seinen unterwürfigen Erzfeind Sweetchuck als Zimmerpartner hätte aussuchen müssen, bleibt Ansichtssache, meiner Meinung nach hätte man die Figur des kleinwüchsigen Mobbingopfers nicht wieder ausgraben müssen, zumal es u.a. die Kabbeleien zwischen ihm und Zed sind, die Teil 3 einen nervigeren Anstrich verleihen.

Stets blökt der eine den anderen für einen unwitzigen Moment an, der per Schnitt auch sogleich beendet ist, ohne in solchen kurz eingeblendeten Sequenzen etwas weiteres zur Geschichte beigetragen zu haben. In "Police Academy 3" häufen sich solch affige Einschnitte, auch auf andere Personen bezogen, und lassen das Geschehen noch zerfahrener und episodenhafter in solcher Sketchmentalität wirken, als die Vorgänger ohnehin schon angelegt waren. Zumindest gelingt es der deutschen Vertonung manche solcher Momente, sofern man auf völlig alberne Komik steht, aufzuwerten, ist vieles von dem was hier noch einen gewissen flachen Wortwitz besitzt doch im Original überhaupt nicht vorhanden. Dort setzte man lediglich auf Aktionskomik, und das ist gerade im Konflikt mit Zed und seinem männlichen Spielball mehr als dünn gesät.

Die Vereinigung bereits bekannter Figuren (angereichert mit weit weniger interessanten neuen Figuren) und die Rückkehr in die Schule machen bereits das Recycling-Rezept der Reihe deutlich, welches nun von Teil zu Teil die Reihe dominieren wird. Das lässt "Police Academy 3" und den Großteil seiner Nachfolger weit weniger einfallsreich gucken, hat man doch vieles von dem hier Gezeigten bereits erlebt und ergötzt man sich doch im Zelebrieren ewig wiederholter Running Gags. In Teil 3 weiß das zumindest aufgrund der Vielzahl herrlich drolliger Comicfiguren noch zu funktionieren, wohlwollend als Fan der Reihe betrachtet und nur für eben diese geltend. Die restlichen Zuschauer gähnten bereits im Vorgänger und werden nun noch weiter unterfordert. Wem der Zugang zum Humor der hier agierenden Figuren verwehrt blieb, dem bleibt nun gar nichts mehr, denn die Handlung ist lediglich Aufhänger und entwickelt sich nirgendwo hin, und mehr denn je setzt man einzig auf die Figurenkomik. Wo ein Jones und eine Hooks ebenso wie im Vorgänger schon nichts neues mehr humoristisch beizufügen wissen und unwitzig wie sie geworden sind nur noch des Wiedererkennungseffektes mit an Bord sind, weiß manch andere Kopie und Wiederkehr zumindest aufgrund der massenhaften Ansammlung dieser bei all den vielen Figuren gerade noch zu funktionieren.

Aber auch als Freund der Reihe erkennt man wie verwässert das Konzept geworden ist, gerade wenn im Finale erneut noch eine Schippe mehr Action aufgelegt wird und die Komik noch mehr ausgebremst wird als es bereits in den Vorgängern der Fall war. Die dadurch entstehende Aussage, dass die Vollpfosten doch die besseren Cops sind, nervt hier mehr denn je; einzig der Ausgleich Mausers militante Befehlsempfänger billigst ablosen zu lassen gibt dem müden Treiben ein humoristisch wirksames Gegengewicht und der Geschichte zumindest eine Begründung warum Lassards Truppe doch noch siegen wird. Meist sind es die Szenen um Lassard und jeglicher Moment mit Mauser, die aus dem theoretisch müden Aufguss mehr machen als man meinen sollte, so dass "Police Academy 3" trotz seiner Fehlentscheidungen noch immer genug hirnlose Lacher bereit hält, um dem treuen Freund der Reihe ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. So verwässert das simple Konzept mittlerweile auch ausfällt, es weiß den Stammzuschauer gerade noch zu unterhalten, nah an der Grenze in diesem Punkt zu scheitern. Und wie gehabt: je jünger man ist, desto mehr kann man mit dem Nonsens der Reihe anfangen.


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