01.10.2020

THE MUMMY'S REVENGE (1973)

Carlos Aureds und Paul Naschys dritte gemeinsame Zusammenarbeit widmet sich dem klassischen Mumien-Thema, was in der Gesamtarbeit Naschys als ungewöhnlich hervor sticht. Deswegen wurde ich neugierig über ein Werk, das es nie nach Deutschland geschafft hat, in den USA mit englischem Ton und Untertiteln aber immerhin in einer, für Menschen wie mich, die kein Wort spanisch sprechen, verständlichen Version zu erwerben war. Zwei Fassungen gibt es von "The Vengeance of the Mummy" (Alternativtitel), freilich gab ich mir die zwei Minuten längere Version. Leider war es die längere Version eines Filmes, der sich ohnehin schon arg lang anfühlt, ist er doch zäh wie Kaugummi erzählt, so brav wie er sich (wie zu erwarten) schlecht gespielt an den üblichen Handlungsablauf der berühmten Printvorlage hält und somit eine weitere Verfilmung des Stoffes "The Jewel of the Seven Stars" aus dem Jahre 1903 von Bram Stoker darstellt. Schon die professioneller geratenen Verfilmungen mag ich meist nicht, die Grundlage trifft scheinbar nicht meinen Geschmack. Aber ich vermute, dass die Langeweile, die "La venganza de la momia" (Originaltitel) ausstrahlt, auch jene Zuschauer befallen dürfte, die sich eigentlich für den Stoff interessieren dürften. 

Carlos Aured reichert den Streifen zwar mit einigen für seiner Zeit derben Gore-Effekten an, aber die verteilen sich rar über die Gesamtlänge und können ein Werk, welchem es ansonsten an jedem nennenswerten Pluspunkt fehlt, ohnehin nicht bedeutend aufwerten. Fast schon unerträglich sind jene Füllszenen ausgefallen, in welchen wir theatralischen Dialogen lauschen müssen, die wie schlecht gespieltes Theater anmuten und die vorhersehbare, da allseits bekannte, Geschichte lediglich ausbremsen. Manch stimmige Kameraaufnahme weiß zu gefallen, aber selbst dies lässt die eher mager ausgefallene Optik der zentralen Kreatur nicht wesentlich besser erscheinen. Einen funktionierenden Spannungsbogen, geschweige denn eine dichte Atmosphäre, fehlt völlig. Diesem Werk sollte ein Jahr später noch die Zusammenarbeit "Blue Eyes of the Broken Doll" folgen, bevor sich die Wege von Aured und Naschy trennten. Erstgenannter drehte außerhalb des Horror-Genres später u.a. noch "Teuflische Mission" und "Apocalipsis sexual", bevor er  1985 mit seiner letzten Arbeit "Gefangene der Angst" in den Horror-Bereich zurückkehrte. Seinen austauschbaren und todlangweiligen "The Mummy's Revenge", der gerade im Vergleich zu Beiträgen aus den Hammerstudios zudem äußerst mager im Bereich der Dekoration ausgefallen ist, kann man sich getrost sparen, so interessant der Gedanke Naschy in einem Mumien-Horror zu sichten auch scheinen mag.  OFDb

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