Dienstag, 7. August 2012

WARNINGS - DIE ZEICHEN SIND DA (Silent Warnings 2003 Christian McIntire)



Gefährliche Aliens hinterlassen Warnungen in Form von Kornkreisen bevor sie zuschlagen...


Kopierte Zeichen...

Billigfilme, insbesondere wenn sie erfolgreiche Produktionen dreist kopieren, sind oft eine kurzweilige Angelegenheit, nur mal eben so für zwischendurch, der triviale Schnellverzehr um im Alltag einmal abzuschalten. "Warnings" zählt nicht zu diesen Glücksgriffen. Trumpft der Film auf Cover und im Vorspann mit dem Namen einer der Baldwin-Brüder als Erstgenannter (was bereits einen B-Film verdeutlicht, denn nur im B-Bereich könnte ein Baldwin ein nennenswerter Trumpf sein), darf man beim Schauen des Streifens feststellen, dass dieser, es ist übrigens Stephen, noch umkommt bevor der Vorspann erscheint.

Nun bekommen wir ihn nur noch ganz selten auf alten Videoaufnahmen zu Gesicht. Was sich wie ein Grund zur Klage anhört, ist in Wirklichkeit eine Erleichterung: der Mann nervte! In jener Szene vor dem Vorspann soll er einen durchgeknallten Farmer spielen. Für einen privaten Hobbyfilm, den man mit seinen Leuten zum Belustigen dreht und hinterheransieht, ist diese Rolle sicherlich wunderbar gespielt. In einer halbwegs professionellen Produktion, die eigentlich ernst genommen werden will, ist das Ganze sehr unangenehm dargestellt. Baldwin überzieht seine Rolle, und er nervt die Zuschauer damit nie zum Punkt zu kommen, bzw. gar keinen Punkt zu haben auf den er hätte kommen können! Urplötzlich verlässt er sein Haus, fährt mit dem Auto ins Korn, ballert dort wie blöd herum und explodiert schließlich in seinem eigenen Auto! Endlich kommt der langersehnte Vorspann, mit der Hoffnung im Hinterkopf dass mit Ableben dieser mehr als unangenehmen Figur „Warnings“ endlich besser werden kann.

Doch auch der Vorspann lässt da keinerlei Talent erahnen: die Schrift ist billig gewählt, der Titel bekommt keine besondere Sequenz, der computeranimierte Hintergrund ist schlecht gestaltet, und die Musik ist, wenn überhaupt, nur als mittelprächtig zu bezeichnen.

Die nun eingeführten wahren Hauptfiguren des Streifens benötigen auch nicht viel Zeit um zu nerven. Schnell gibt es die erste und arg unnötige Nacktszene zu schlechtem Musikgeklimper. Und dass es Ausnahmsweise einmal nicht die Rothaarige ist, die als erstes über Aliens schwafelt, ist auch gleich die erste wirkliche Überraschung im Film. Im Laufe der Story nerven die Personen immer mehr durch unsympathisches Verhalten und durch dümmliche Dialoge.

In einer Szene, die ich nicht zitiert wiedergeben kann, befindet sich eine der Hauptpersonen auf dem Dachboden. Der Quotenschwarze kommt kurz rauf und sagt er wolle nur kurz fragen wo er schlafen könne, obwohl man sich eigentlich bereits den zweiten oder dritten Tag im Haus aufhält. Sie unterhalten sich über etwas, was nichts mit der Frage zu tun hat, und dann verabschiedet sich der Schwarze, so als wüsste er nun wo sein Schlafquartier ist, dabei wurde nichts dergleichen geklärt. Dieses sinnfreie aneinander Vorbeireden kommt in „Warnings" des öfteren vor. Bleibt die Frage ob dies Fehler des eigentlichen Filmes sind oder nur der deutschen Synchronisation, ich weiß es nicht, "Warnings" ist mir nicht interessant genug um dies zu überprüfen.

Es bleibt billig, ich wurde schläfrig, und noch bevor sich die Frage klärt, ob es um Aliens oder um einen Streich geht, erwische ich mich dabei, dass mich die Antwort auf diese Frage so gar nicht interessiert. Ich drehte mich um und schlief auch ziemlich zügig ein. Aber wie soll man auch gegen eine solch bleierne Schwere ankämpfen? Es wurde keine Erwartungshaltung aufgebaut, keine sympathische Figur eingebracht und man wurde mit Dummheiten zu bombardiert. Durch die vorrangegangene Billigkeit verschwand auch die Neugierde auf das Aussehen von Ufo oder Aliens. Das hätte mich vielleicht noch locken können, wenn das bisherige Ergebnis unfreiwillig komisch gewesen wäre. Aber „Warnings“ war einfach nur quälende Langeweile. Wer ein Review zur zweiten Filmhälfte lesen will, muss wo anders suchen, tut mir leid!


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