Samstag, 22. September 2012

DOGHOUSE (2009 Jake West)


Da er gerade durch eine schmerzhafte Scheidung durch muss, beschließt eine Gruppe Freunde für den angeschlagenen Vince eine Männer-Sauftour auf die Beine zur Stellen. Mit dem Bus reist man in ein kleines Örtchen, in dem es mehr Frauen als Kerle geben soll. Was positiv klingt, endet übel: ein Virus verwandelt alles was weiblich ist innerhalb der Ortsgrenze in mordrünstige Zombies...


Krieg der Geschlechter...

Jake West wird den wenigsten Cineasten etwas sagen. 2005 machte er ein wenig von sich reden, als er den umstrittenen "Evil Aliens" drehte, den manch einer als großen Party-Film feierte und andere, mich eingeschlossen, als zu monoton empfanden um ihre Freude daran zu haben. Nun sind bösartige Außerirdische auch nichts außergewöhnliches auf dem Videomarkt, und da lockt ein Film über Männer in einer Frauenzombie-Stadt schon ein wenig mehr.

Der Einstieg ist auch recht geglückt, in welchem uns die Personen kurz im einzelnen präsentiert werden. Ein paar nette Gags stimulieren immer wieder mal die Mundwinkel, aber das war bereits in "Evil Aliens" nicht das Problem am Projekt. Was es denn nun war merkt man auch gleich wieder "Doghouse" an, wenn auch erst nach geschätzten 20 Minuten. 

Ist die fröhliche Einleitung der Geschichte vorbei und das Grauen präsentiert sich den Protagonisten, geht es steil bergab mit dem Unterhaltungswert eines Filmes, der mit seinem britischen und geschmacklosen Humor das ein oder andere Mal ins Schwarze getroffen hat. Nun ist "Doghouse" beim meist vom optischen Gag zu Gag hüpfen abhängig vom Verständnis für seine Figuren und deren Lage. Aber was sich zunächst in kurzweiligem Szenario verheimlichen ließ, offenbart sich nun in der Endlos-Wiederholungsschleife im Kampf gegen die Frauen: Psychologie ist nicht Wests Stärke.

Außer dem Kratzen an Klischees über Männer und Frauen und dem bereits seit der 00er Jahre ausgereiztem Splatstick-Humor a la "Braindead" hat "Doghouse" nichts zu bieten was den Unterhaltungswert hoch halten könnte. Wer auf Schlachtplatten-Komik steht, kommt auf seine Kosten. Der erlebt hier den "Dead Snow" des britischen Kinos. Wen das nicht zu begeistern weiß, der erlebt selbiges. Die Figuren bleiben zu schablonenhaft, die Erlebnisse zu vordergründig und der einst so individuelle Stil solcher Filme ist längst auf einem Alternativgleis des Mainstreams angekommen.

Biersaufende Trash-Freunde können sich beim Schauen lachend auf die Schenkel klopfen. Mir fehlt an "Doghouse" der spezielle Reiz, die gewisse Note, das gewinnbringende Etwas, das aus einer nicht vorhandenen Geschichte kurzweilige 90 Minuten zaubern kann. Mögen viele Gags auch zünden, in "Doghouse" herrscht ebenso viel Stillstand wie in Wests "Evil Aliens". So wird auch dieser Film wieder auf geteilte Meinung stoßen und dem ein oder anderen Horror-Fan die Freude ins Gesicht zaubern. Ich habe mich nach den ersten und sympathischen 20 Minuten recht schnell gelangweilt.

1 Kommentar:

  1. Ich denke, dass Doghouse erinnert der klassischen Partyfilme ist, der ohne Bier und Fastfood einfach nicht funktioniert - wir waren damals halt "biersaufende Trashfreunde", auf der Schiene kann man mit dem Film auch wunderbar umgehen. Alleine und nüchtern würde ich ihn mir nicht noch einmal ansehen müssen.

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