Sonntag, 14. Oktober 2012

DAS SIEBENTE OPFER (1964 Franz Josef Gottlieb)


Auf einem Schloss wird die dort ansässige Adelsfamilie, die ohnehin nur noch wenig Nachkommen hat, nach und nach von wem Unbekanntes umgebracht. Zeitgleich versuchen mehrere zwielichtige Individuen das dem Lord gehörende Pferd Satan zu schwächen. Es gilt als ungeschlagener Favorit im nächsten Rennen und viele sähen gern sein Scheitern...


Wenn ein Pfarrer Satan ruft...

Warum der Film „Das siebente Opfer“ heißt erfährt man erst in der letzten Szene als eine Art Schlusspointe. Irgendwie klamaukig, irgendwie grotesk, trotzdem leider unpassend und unwitzig. Aber was soll’s, der Film ist nun ohnehin vorbei, und das was man zuvor sichten durfte hat Spaß gemacht.

Was man sah ergab nicht alles Sinn, und vieles davon wirkte arg konstruiert, aber es war kurzweiliger, nicht all zu ernst gemeinter, Krimi-Nonsens aus der Trivial-Ecke, und allein die Bezeichnung Kurzweile trennt dieses Werk von den bisher von mir gesehenen Werken nach Bryan Edgar Wallace.

Die Verfilmungen seiner Romane erlangten nie das selbe Niveau wie die kultigen Werke nach Edgar Wallace. Mit „Das siebente Opfer“ habe ich den ersten gelungenen Beitrag gesehen. Auch dieser ist nun kein echter Geheimtipp, aber wer solch antike Krimi-Kost gerne konsumiert, sollte diesem unbekannten Stück Film ruhig einmal eine Chance geben.

Wie man es von den beiden Wallace gewohnt ist schwirren allerhand zwielichtige Personen durch die Handlung. Diese werden erst gar nicht versucht realistisch zu halten, dafür dürfen sie von Anfang an viel zu augenzwinkernd gemeinte Kommentare ablassen, sich in jeglichem Krimi- und Sozial-Klischee suhlen, schlichtweg wirken sie dafür einfach viel zu comichaft. Allein dass der Pfarrer während des gegen Ende stattfindenden Pferderennens „Satan! Satan!“ ruft, spricht schon für die augenzwinkernde Erzählweise dieses etwas trashigen Streifens.

Aber das geht schon in Ordnung. Die Figuren bringen Schwung in die Bude, worum es wirklich gehen soll wird nicht so schnell klar, und mit diesen zwei Trümpfen ist der Zuschauer nun auch beschäftigt und unterhalten genug, um über kleine Mängel hinwegzusehen. Einzig die Kommissaren-Rolle wirkt eingangs zu dick aufgetragen, pöbelt dieser doch in Überheblichkeit alles und jeden an, der ihm in den Weg kommt. Mit der Zeit schafft er es jedoch, dass seine Figur einen schrulligen Touch bekommt, so das die anfangs fehlende Sympathie nachrückt.

So mancher Spruch wäre des Zitates wert, ein Tag später und ich konnte mich schon an keinen mehr konkret erinnern. Worum es in dem Kriminalstück geht ist ein wenig wirr umgesetzt, eigentlich auch Nebensache, man lauscht belustigt den Dialogen und schaut, was die Schar bunter Figuren wohl als nächstes treibt. Trude Herr bleibt in ihrer recht kleinen Rolle eher unbedeutend. Als großer Trumpf erweist sich hingegen der Schauspieler in der Rolle des Hausdieners, dessen Namen ich leider nicht kenne. Er dürfte die beste Rolle erwischt haben und füllt diese mit seinen verschlagenen und verschmitzten Blicken mit Leben.

Für viele ist „Das 7. Opfer“ sicherlich unbedeutende und zurecht vergessene Krimi-Kost, für andere ein untergegangenes Stück deutsches Film-Juwel. Irgendwo dazwischen liegt die Wahrheit. Eine kleine Empfehlung für Freunde des Genres ist dieser Schwarz/weiß-Film definitiv.


OFDb

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