Donnerstag, 3. Dezember 2015

SPACEBALLS (1987 Mel Brooks)


Dem Planeten Spaceballs geht die Atemluft aus. Also will man den friedlichen Nachbarplaneten Druidia erpressen ihre saubere Luft abzugeben, indem man die Tochter des dortigen Herrschers entführt. Weltraumheld Lonestar eilt zur Rettung...


Was den Unterschied zwischen einem Müsli und einer Suppe ausmachen kann...

Im Vergleich zur eher stimmig erzählten Mel Brooks-Parodie „Frankenstein Junior“ kommt „Spaceballs“ laut und übertrieben albern daher. In seiner Gag-Konzeption ist er aufgrund des Wunsches auf Wiedererkennung der zu parodierenden Filme eher vergleichbar mit „Scary Movie“ anstatt mit „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“, zumal man hier wie dort nicht die Mechanismen des Genres nutzt um zu parodieren und nur selten einen intelligenten Hintergedanken zu seinen Witzeleien hatte. Es wird einfach hemmungslos albern herumgeblödelt, auf allem herumgeritten was halbwegs mit dem Thema Weltraum zu tun hat, und man kann es Mel Brooks hoch anrechnen, dass er im Gegensatz zu „Robin Hood - Helden in Strumpfhosen“ und zu „Dracula - Tot aber glücklich“ den richtigen Ton und die richtige Trefferquote gefunden hat, so dass sich „Spaceballs“ rein vom Blödelniveau her trotzdem deutlich vom wesentlich unterirdischeren „Scary Movie“ abhebt.

Das Konzept der geistfreien Filmparodie an sich schafft nicht automatisch einen schlechten oder zumindest minderwertigen Film, wie „Spaceballs“ beweist, der es vom Unterhaltungswert her locker mit den geistreicheren Filmparodien dieser Welt aufnehmen kann. Mel Brooks ist ein kleines Wunder geglückt, so perfekt pointiert hier hemmungslos herumgeblödelt wird. Das Spiel mit den Stunt Doubles und die Kritik am Marketingwahn der damaligen „Star Wars“-Filme sind Beispiele höchst seltener Momente in denen ein tieferer Gedanke, bzw. eine Idee aus dem Hintergrund des Filmschaffens Pate für einen Gag stand. Der Rest kommt so angenehm sinnlos daher wie die eigentliche Geschichte des Streifens, die keines der Vorbilder Szene für Szene nachäfft wie es „Scary Movie“ tat, sondern trotz ganz direkt parodierter Filme eine eigenständige Geschichte erzählt, die so selbstständig daher kommt, dass kein dünner roter Faden sie mühsam beisammen halten muss.

Da wird Chewbacca zum Weltraumhund, genannt Möter, degradiert, Prinzessin Leas Frisur entpuppt sich bei Prinzessin Vespa als Kopfhörer, das endlos große Raumschiff wird zum Transformer, der wiederum an einer berühmten „Planet der Affen“-Szene mehr beteiligt ist als man vermuten darf. Und aus dem furchteinflößenden Herrscher Jabba wird der Mafiosie Pizzamampf, von dessen Haut auch seine rechte Hand ruhig einmal kosten darf. Wenn die einleitende „Krieg der Sterne“-Schrift damit parodiert wird, dass darauf hingewiesen wird dass man keine Brille benötigt, wenn man den Text lesen kann, dann weiß man in etwa welches Witzeniveau einen weiterhin erwarten wird. Feingeistigen Humor kann hier suchen wer will, man wird ihn nicht finden. „Spaceballs“ ist ein Film der lauten Lacher, und die bekommt er aus dem Zuschauer auch gekonnt herausgekitzelt.

Hierfür werden hauptsächlich Szenerien aus "Krieg der Sterne", aber auch aus „Raumschiff Enterprise“, „Alien“, „Der Zauberer von Oz“ und vielen anderen Filmen parodiert, und der Geräuschemacher Michael Winslow, den die meisten wohl aus den „Police Academy“-Filmen kennen werden, darf in einem kurzen Auftritt ausnahmsweise einmal witzig wirken kurz bevor geistfrei über Marmelade gewitzelt werden darf, so wie später an anderer Stelle über Joghurt. Der Möter und das Durchkämmen der Wüste haben es bei der damaligen „Spaceballs“-Generation zu geflügelten Worten geschafft, Witzbeispiele die mit als erstes genannt werden, wenn man sich über diesen recht berühmten Film unterhält.

Die Besetzung ist mit kindlisch verspielter Freude dabei, allen vorran der gern unterschätzte Rick Moranis, der die Darth Vader-Antwort Lord Helmchen aufgrund seiner Brille nicht nur optisch äußerst komisch verkörpern darf, sondern auch durch seine völlig infantile und verwöhnte Art, die zu solch großartigen Witzeklassikern wie der wahnsinnigen Geschwindigkeit führten und dem romantischen Puppenspiel mit Merchandising-Puppen. Meine liebste Helmchen-Szene ist das völlig kindische Verhalten während des Betrachtens des Mr. Radars nach einem Kaffee aus dem Mr. Coffee.

„Spaceballs“ wurde dank Witze wie der Szene im Jetzt, dem Beamen in den Nebenraum und dem schwulsten Lichtschwerterkampf der Filmgeschichte zum Kultfilm, und selten durfte so hemmungslos unter Niveau gelacht werden ohne sich hinterher dafür schämen zu müssen wie hier. Brooks Weltraum-Parodie ist ein pointensicheres Fest für die Lachmuskeln, wie es dies auf diesem unterirdischen Niveau nur selten so perfekt umgesetzt vorzufinden gibt und ist damit Werken seiner Zeit wie „Die nackte Kanone“ und „Kentucky Fried Movie“ ebenbürtig. „Spaceballs“ geht trotz hohem Gag-Tempo nie die Puste aus, die Story wird trotz der Hauptbemühung bekannte Vorbilder zu parodieren niemals langweilig, und somit kann man den König der Flachköpper als rundum gelungen bezeichnen, zumal man ihn alle paar Jahre immer wieder schauen kann, um erneut herzhaft zu lachen.


Weitere Reviews zum Film: 

Kommentare:

  1. Definitiv eine der besten Parodien aller Zeiten!

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  2. Ich finde ja "Galaxy Quest" als Parodie auf Weltraumzeugs etwas gelungener, weil er sich ernsthafter mit dem damit verbundenen Fannerdtum auseinandersetzt. Andererseits zielt er direkt und allein auf "Star Trek" ab und "Spaceballs" schießt wie du sagst gegen alles, was schonmal irgendwo rumgeschwebt ist. Von daher dürfen die beiden Filme gerne nebeneinander weit oben auf meiner Lieblingsweltraumfilmparodieliste stehen. :)

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    1. Ich mag beide Filme, und das obwohl "Galaxy Quest" seine Idee eigentlich vom wunderbaren "3 Amigos" entliehen hat. Da der Film mit Tim Allen ganz andere Bereiche parodiert als "Spaceballs" stehen sie auch nicht wirklich in Konkurrenz zueinander, das ist das schöne daran.

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