Freitag, 23. November 2012

GATE OF DARKNESS (Don't Be Afraid Of The Dark 1973 John Newland)


Sally erbt ein Haus und zieht mit ihrem Ehemann dort hinein. Der Keller birgt jedoch ein Geheimnis. Dort unten sind Wesen eingesperrt, die sich Seelen schnappen, sobald sie freigelassen sind...


Die Wesen aus dem Keller...

Wer sich auf naiver Ebene gruseln lassen kann, ist hier richtig. Auch wenn der Anfang zunächst anderes vermuten lässt. Dort wird ein Haus gefilmt, und mehrere lächerlich klingende Stimmen rufen, dass ihre Befreiung naht u.ä. Das soll unheimlich wirken, aber die Stimmen erinnern eher an ein Kasperletheater als an irgend etwas gruseliges. Um so erstaunlicher, dass im weiteren Verlauf des Filmes die selben Stimmen plötzlich Wirkung besitzen.

Nach Öffnen eines zugemauerten Kamins setzt die neue Besitzerin eines Hauses etwas frei, das von nun an ihren Tod und ihre Seele will. Wird man in den ersten 30 Minuten noch auf die Folter gespannt, wie die fremden Wesen wohl aussehen mögen, bekommt man sie ab dann auch bereits gezeigt. Ihre Gesichter sehen aus wie Tannenzapfen oder dünne Kürbisse. Obwohl sie optisch nicht wirklich unheimlich zu nennen sind, werden sie für derartigen Trash recht wirkungsvoll eingesetzt. Denn wie gesagt, auf naiver Ebene kann man sich hier durchaus leicht gruseln lassen.

Für eine kostengünstige Produktion wurde auf simple Art ordentlich getrickst. Die Spieler der ewig brabbelnden Kobolde stapfen durch übergroße Landschaften (eine vergrößerte Treppe, vergrößerte Schränke, ....), wie man das aus Filmen mit geschrumpften Leuten kennt. Da ist nichts schwerdran zu tricksen, selbst Bands "Tod im Spielzeugland" dürfte in diesem Punkt mehr Mühe vorweisen als "Gate Of Darkness". Aber da die Kobolde ohnehin nur im Dunkeln auftreten, strahlt einen die Kostengünstigkeit trotzdem weniger an als im eben erwähnten Charles Band-Film.

Kleine Kreaturen im Dunkeln, finsteres Getuschel, allein im Haus sein, es wird mit den klassischen Elementen gespielt, simpel und einfach, und nah an typischen Kindheitsängsten. Damit kommt freilich nur bei denjenigen Zuschauern Gruselstimmung auf, die das Kind von einst noch irgendwo in sich stecken haben. Dass damit kein Topfilm entsteht ist klar, aber es muss ja auch nicht immer das Überwerk sein von dem man sich unterhalten lässt.

Dank der 70er Jahre sind die Figuren recht glaubhaft in Szene gesetzt, die Umsetzung ist trotz des eher lächerlichen Themas ernst und das Bild ist nicht aalglatt wie moderne Produktionen, sondern noch angenehm grobkörnig. All dies trägt zur angenehmen Wirkung bei. Fehler, wie das Haus in Flutlicht erstrahlen zu lassen nach Anzünden einiger Kerzen, werden vermieden. Auch psychologische Fehler werden großteils vermieden. Mit seiner kurzen Laufzeit von 71 Minuten ist das Ergebnis also recht flott. Dennoch gibt es das ein oder andere zu kritisieren.

Wichtigster Punkt dürfte wohl der Beweggrund der Kobolde sein. Nie wird deutlich warum sie ausgerechnet diese Frau wollen und warum sie sich diese erst in der besagten Nacht schnappen wollen/müssen. Einige Hintergründe werden diesbezüglich jedoch gegeben. Warum sie aber den alten Handwerker nicht töten, so lange er dessen Existenz verschweigt, und warum er überhaupt von den Viechern weiß, wird alles nicht erwähnt. Immer wenn der Film den Ansatz macht zumindest dies endlich zu erklären, kommt es doch nicht dazu. Diese mangelnden Erklärungen enden schließlich in Logiklücken.

Einige Dinge, mit denen man hätte punkten können, werden aus ominösen Gründen vermieden. Ein gegen Ende genutzter Fotoapparat hinterlässt beispielsweise die Frage, warum niemand die geknipsten Fotos findet. Ähnliches betrifft die Regeln der Wesen. Warum halten die Kobolde manche Gegenwehr nicht auf? Nach welchen Regeln und Naturgesetzen müssen/können die Kobolde handeln? All das bleibt unbeantwortet und lückenhaft. Da fast jeder andere Film zu dieser Zeit provokativ auf 90 Minuten getrimmt wurde, wundere ich mich, warum man die fehlenden 15 - 20 Minuten nicht nutzte um derartige Logiklöcher zu stopfen.

Erzähllücken so groß wie der Grand Canyon und ebenso unnötig und das alles in einem sehr atmosphärischen Film. Das ist schon schade. Der Originaltitel "Don´t Be Afraid Of The Dark" ist im Gegensatz zum "deutschen" Titel "Gate Of Darkness" sehr direkt an den Inhalt angelehnt. In den vielen Szenen, in welchen mit Angst vor der Dunkelheit gespielt wird, erinnert er in seiner Wirkung zu recht an so tolle Filme wie "They - Sie kommen", "Fear Of The Dark" und "Boogeyman" (den späteren, nicht den von Lommel). Dieser Wirkung hat er es zu verdanken, trotz der großen Mängel noch so unterhaltsam zu sein. Dies freilich nur für Freunden naiven Gruselns oder aber Trashfans jenseits der Killertomaten, „Octaman“ und „Phantomkommando“.


Trailer,   OFDb

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