Donnerstag, 8. November 2012

MONSTER FROM THE OCEAN FLOOR (1954 Wyott Ordnung)


Eine Werbezeichnerin und ein Forscher treffen aufeinander. Der Forscher zeigt der Frau auf einem Schiff seine Arbeit. Er ist beauftragt herauszufinden, ob und wie Nahrung bzw. Pflanzen zur Nahrungsgewinnung am Meeresboden angepflanzt und großgezogen werden können. Ein Mann in einem Boot steuert auf das Schiff zu und bittet um Hilfe. Sein Tauchkollege wird vermisst. Den Vermissten findet man nicht, lediglich den leeren Taucheranzug in dem er steckte. Bei einem ihrer Tauchgänge stößt die Werbezeichnerin einige Zeit später auf eine übergroße Krake. Da diese auch Menschen auf ihrem Speiseplan stehen hat muss sie gestoppt werden...


Traue keinem Wesen, das weniger Augen hat als Du selbst...

Wir befinden uns mitten in der Monster-Horrorfilmwelle der 50er Jahre. "Panik in New York“, der Vorgänger des berühmten „Godzilla“, eroberte gerade erst vor einem Jahr die Kinoleinwand. Mutierte Tiere und andere Monstren sind heißbegehrt, und auch Produzent Roger Corman mischt ordentlich mit. Und inmitten dieser Produktionen geht ein Film gehörig unter: „The Monster From The Ocean Floor“. Na, wenn das mal nicht passt. Kraken gehen häufig unter.

Und über 50 Jahre nach seiner Entstehung sieht man dem Filmchen immer noch an, warum er bereits damals kein großer Hit wurde und erst gar nicht die Chance bekam Deutschland zu erobern. Er ist einfach Mist. Zunächst einmal hat die Krake (vielleicht auch ein Tintenfisch, so genau kenne ich mich damit nun nicht aus) viel zu wenig Bildschirmpräsenz. Ihr erster Auftritt ist mit dem von Bert I. Gordon so gerne eingesetzten Spezialeffekt der echten Tiere-Vergrößerung getrickst. Das ernüchtert zunächst komplett, gibt es im Monsterfilmbereich doch kaum einen brauchbaren Film mit diesem Verfahren.

Im Laufe des leicht über eine Stunde laufenden Werkes darf man allerdings aufatmen, es bleibt nicht nur bei der lahmen Naturvergrößerung, zum Glück kommt auch noch eine lächerliche Puppe zum Einsatz. Wie auf einem der wenigen Poster bereits zu sichten, wirkt es gerade dadurch so goldig, dass es nur ein Auge hat und dieses dementsprechend zyklopenähnlich auch in die Mitte des Gesichts gesetzt bekommen hat. Das sieht schundiger aus als jeder Mann im Gummikostüm und jeder Spezialeffekt heutiger Charles Band-Produktionen. Und da sich Corman und sein Regisseur der miesen Wirkung ihrer Kreatur wohl bewusst waren, wird es auch nie all zu deutlich gezeigt. Unter Wasser ist es ohnehin recht verschwommen zu erblicken, auftauchend wird die Sicht auf das Vieh aber auch nicht viel besser.

7 Jahre später in „Creature From The Haunted Sea“ versuchte Corman ähnliche Bedingungen zu retten, indem er seinen Film mit Humor anreicherte, “Monster From The Ocean Floor” soll jedoch als Horror funktionieren. Allerdings wurden keine Szenen gedreht, die Spannung aufbauen. Es wurden keine Schockmomente eingebracht oder mit irgend einer Art klassischen Gruselstoffes gespielt. Der Grusel soll einzig und allein über das Monster entstehen. Erstaunlich, wenn man die Lächerlichkeit der Kreatur und sein seltenes Erscheinen betrachtet.

Es versteht sich von selbst, dass in einem solch Schrottfilm die so genannten Schauspieler nichts rumzureißen wissen. Sie spielen plump, schlagen sich manchmal wacker, spielen halt wie all die Leute aus solchen Filmchen – die dafür aber oft auch ein starkes Monster zum Ausgleich hatten. Unsere Helden stehen auf verlorenem Posten, nichts lenkt von ihrem amateurhaften Spiel ab. Wobei man einschränken muss, dass es die angenehme Art des Amateurspiels ist, nicht die völlig unfähige, die einen nicht einmal in die Story eintauchen lässt.

Was dem Film fehlt, damit er wenigstens heute zu unterhalten weiß, ist sein Trashanteil. Dieser kommt, wie so häufig in schlechten Filmen, erst 5 Minuten vor Schluss richtig in Fahrt, bietet dafür aber dann auch gleich einen großartigen Moment des schlechten Kinos. Ansonsten gab es nur die seltenen Auftritte der einäugigen Kreatur. Das reicht zwar um bei einer Stunde Laufzeit nicht frühzeitig auszuschalten, unter einem fröhlichen Trash-Monsterfilm-Happening verstehe ich allerdings mehr, gerade im Bereich der unfreiwilligen Komik. Im Gegensatz zum grottigen „The Giant Gila Monster“ darf der Held aus „Monster From The Ocean Floor“ wenigstens nur einmal singen, ein schmalzig grausamer Moment und damit irgendwie auch schon wieder witzig. Aber wie gesagt: Von all diesem positiven Schrott gab es insgesamt zu wenig.


OFDb

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