Donnerstag, 8. November 2012

PREDATOR 2 (1990 Stephen Hopkins)


In L.A. tobt seit längerem ein Straßenkrieg rivalisierender Banden. Um so erstaunter ist Lieutenant Mike Harrigan als im jüngsten, sehr brutalen Vorfall jemand Drittes mitzumischen scheint. Das Einmischen des FBI ignoriert er gegen alle Vorschriften, erst recht als der unbekannte Dritte auch noch Harrigans Team dezimiert. Ein Kontakt mit dem ursprünglichen Feind, dem Kopf einer Straßengang, bringt lediglich hervor, dass man dort an die Macht des Teufels glaubt. Eine heißere Spur scheint da eher der Team-Leiter des FBI zu sein, der mehr zu wissen scheint, als es den Eindruck macht...


Der Dschungel L.A. ...

Es dauerte gerade mal 3 Jahre bis nach dem großen Erfolg des Science Fiction-Action-Krachers „Predator“ eine Fortsetzung auf der Leinwand erschien. Nach Sichten dieser wundert es gar nicht, dass es danach bis „Alien vs. Predator“ dauern sollte, bis der Fan seine heißgeliebte Kreatur erst wieder im Kino erleben durfte, und dies nicht einmal in einer richtigen Fortsetzung. Auf diese musste er gar bis 2010 warten.

Um es kurz zu sagen: „Predator 2" enttäuscht, springt schnell auf den Erfolg des Vorgängers auf ohne selbst auch nur halbwegs innovativ zu wirken. Teil 2 gibt keinen neuen Stil vor oder bietet dem Genre etwas anderweitig Neues. Im Gegenteil, er badet mitten im Popkorn-Kino der 80er Jahre, und biedert sich dabei dem an, was seinerzeit in war, was sich deutlich in der völlig unsinnig überzeichneten, ewig plappernden Figur des Neuen in Harrigans Team zeigt, der zu keiner Zeit zu wirken weiß und heutzutage mit Sicherheit mit einem Quotenschwarzen besetzt würde.

Solch negative Figurenzeichnung beginnt allerdings bereits bei der Hauptfigur, verkörpert von Danny Glover, der in der „Lethal Weapon“-Reihe, bei den „Royal Tenenbaums“ und in vielen anderen Filmen zu überzeugen wusste. Hier ist er fehlbesetzt, sieht er doch mit seinem Dackelblick viel zu harmlos aus, um den vor Klischees nur so triefenden harten Cop zu mimen, dessen Krieg gegen das FBI ganz am Anfang überhaupt keinen Sinn macht, und dessen Willkommensansprache für den Neuen heute wohl nur noch in einer Genre-Parodie Platz finden würde, so peinlich wie diese ist.

Harrigans Team ist recht klein, und da recht früh einer von diesen stirbt, bleibt nur noch die Frauenrolle zu erwähnen, um die Liste zu vervollständigen. Vielleicht liebäugelte man mit der Figur der Ripley aus „Alien“, was nicht wundern würde, so oft wie beide Filmreihen im Zusammenhang genannt werden, und dies schon lange vor „Alien vs. Predator“. War Ripley jedoch eine emanzipierte Frau, so ist das harte Weib dieses Films eher eine Kampf-Emanze, die das Publikum schon einmal auf das vorbereitet, was mit „Die Akte Jane“ seinen peinlichen Höhepunkt erreichen sollte. Ein harter, weiblicher Cop darf dem mit Worten aufdringlich werdenden Anbaggerer gerne mal die Eier umdrehen, und wird mit dieser Tat auch noch inmitten von Polizei-Proleten als Frau der Tat gefeiert.

Was bleibt um den Film mit solchen Grund-Charakteren zu retten ist die Geschichte. Aber die wäre nur dann reizvoll, wenn die Identität des Gegners ein Geheimnis wäre, welches der Streifen erst im Laufe seiner Spielzeit enträtselt und das Publikum dabei so unwissend wie den Held sein lässt. Leider ist „Predator 2" aber nun mal eine Fortsetzung, und deshalb wissen wir womit wir es zu tun haben. So bleibt die eigentliche Geschichte recht flach, wird aber von dem oben erwähnten Problem gnadenlos runtergedrückt. Und dort erwähnte ich nur die Helden. Dass der dort nicht genannte FBI-Frontmann besetzt und verkörpert wurde wie der asozialste Klischee-Nazi, hilft der dünnen Story auch nicht auf die Beine, ganz im Gegenteil.

Reizte an „Crocodile Dundee“ das Spiel mit dem Versetzen von dem was man aus dem Dschungel kennt in die Großstadt, und wusste auch „Kinder des Zorns 3“ mit einem relativ ähnlichen Ortswechsel zu trumpfen, so ist das Plus dieser Idee in der Fortsetzung von „Predator“ nicht ganz so effektiv. Dabei ist die Einleitung recht geglückt, die mit einer Kamerafahrt vom vermeintlichen Dschungel auf das Stadtbild von L.A. schwenkt.

Der Schauplatzwechsel wird von Regisseur Stephen Hopkins, von dem mir bislang nur „Der Geist und die Dunkelheit“ gefallen hat, jedoch nur genutzt, um im überzogenen, da in der Zukunft spielenden, Bandenkrieg-Szenario in Gewalttätigkeiten zu baden. Die Action ist immens hoch, da gibt es nichts zu meckern. Die Bilder sind blutig und hart. „Predator 2" ist entgegen des Trends seiner Zeit weit weg vom familientauglichen Film. Er soll ein Werk für Erwachsene sein.

Dass es auch hart und actionreich zu einem gelungenen Kinoergebnis kommen kann, bewies der im selben Jahr von Teil 1 erschienende „RoboCop“. Bei dem verlor man jedoch die Gesellschaftskritik, und somit einen Hauch Geist, nicht aus dem Auge. „Predator 2" suhlt sich jedoch nur hirnlos in Klischees und harten Bildern und ruht sich auf den Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad seines Vorgängers aus. Er präsentiert im Vergleich zu Teil 1 den sehr beliebten Außerirdischen recht häufig, und dieser ist auch gut gestaltet. Im Bereich der Spezialeffekte und Kreaturgestaltung gibt es ohnehin keinen Grund zu klagen. Dies sind die Aspekte, die den Verantwortlichen der Fortsetzung dann auch einzig wichtig waren. Sie sind es, die den Film immerhin noch in die schwache Mittelmäßigkeit katapultieren, einen Bereich in dem heute die meisten DVD-Massenproduktionen selbigen Genres baden.

Wenigstens der Schluss, der an dieser Stelle für die wenigen die den Film noch nicht kennen, nicht verraten werden soll, weiß zu gefallen und beweist, dass man damals, selbst bei einem so schwachen Werk wie „Predator 2" noch wusste, wie man eine fremde Kultur eigenständig wirken lässt und das wenige, was man über die Aliens weiß, in einem Sequel nicht über Bord warf, sondern im Gegenteil, das geringe Wissen glaubhaft erweitert, ohne dabei den Reiz des Unbekannten, das Mysterium einer fremden Spezies und seiner Art zu leben, kaputt zu machen. Ein schwacher Trost!


Trailer,   OFDb

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