Donnerstag, 22. November 2012

ULTRAVIOLET (2006 Kurt Wimmer)


In der Zukunft hat ein Virus einen Teil der Bevölkerung mutieren lassen. Sie sind vampirartig, besitzen schnellere Reflexe und haben sich zu einem Revolutionsvölkchen organisiert. Als es heißt die Regierung habe eine neue Waffe gegen die Infizierten in der Hand, macht sich Mutant Violet auf den Weg, besagte Waffe zu beschaffen. Diese entpuppt sich zu ihrer Verwunderung als Kind. Als der Anführer der Rebellen den Jungen zum Schutz der Infizierten töten möchte, stellt sich Violet gegen ihre Verbündeten. Auf der Flucht mit dem Kind steht sie nun zwischen den Fronten...


Feuchte Träume...

Seit „Spider-Man“ sind Comicverfilmungen wieder in aller Munde, und wahrscheinlich liegt es an dessen Erfolg, dass „Ultraviolet“ starke musikalische Parallelen im Vorspann zum Film über den arachniden Superhelden aufweist. Weitere Parallelen sind nicht gegeben, weder inhaltlich noch in der Inszenierung. War „Spider-Man“ ein beschwingter, augenzwinkernder Film will „Ultraviolet“ jede Menge Action bieten in einem Szenario, das sich mit seinen Übereinstimmungen zu den Nazi-Verbrechen hochpolitisch gibt, das Niveau eines „The Dark Knight“ oder „V wie Vendetta“ diesbezüglich jedoch nicht einmal streift.

Dafür wirkt das Produkt viel zu sehr wie der feuchte Traum von Comic-Nerds und Spielekonsolen-Freaks mittleren Alters, welche die erwachsene Reife nie erhalten haben und nun im untersten Sumpf der Trivialunterhaltung mit dem fündig werden, das ihnen Glück beschert. „Ultraviolet“ orientiert sich im Stil an „Matrix“, teilweise auch an „Aeon Flux“, schafft es aber nicht einmal dessen relativ niedriges Niveau zu erreichen. Wusste „Aeon Flux“ zumindest unterhaltungstechnisch zu begeistern, so scheitert „Ultraviolet“ mit seinem infantilen Gehabe auf der ganzen Linie.

Man sollte meinen, dass ein solcher Film nicht viel gekostet haben müsste, rettet man sich doch in jeder Szene, in der etwas passiert in den Computeranimationsbereich, der seine Herkunft optisch nicht einmal zu verstecken weiß. Dies grenzt ein erwachsenes Publikum bereits aus.

Für den Actionbereich interessante Choreographien umging man dank eines hektischen Schnitt-Gewitters, so dass nicht einmal die Kämpfe der überlegenen Mutanten zu gefallen wissen. Rein inhaltlich tun sie das eh nicht, da Mutanten alles können und damit eine Langeweile einhergeht, wie in den endlosen Rettungsaktionen Neos im müden „Matrix 2 – Reloaded“.

Mit überfrachteten aber schlechten Spezialeffekten, bunter Farbgebung, einer sexy Heldin und Endlosgedudel an Karachomusik versucht man über einen inhaltlichen Leerlauf hinwegzutäuschen. Doch um auf diesen durch Reizüberflutung inszenierten Trick hereinzufallen, muss man schon recht einfältig gepolt sein. Wo Filme wie „Aeon Flux“, „Resident Evil“, „Tomb Raider“ oder „Drei Engel für Charlie“ trotz ihres mangelnden Anspruchs noch zu unterhalten wissen, da krankt „Ultraviolet“ an zu viel Banalität. Eine Attraktion egal welcher Art will sich da einfach nicht zeigen. Einer ironiefreien Umsetzung sei dank erreicht er damit das Niveau eines „House Of The Dead“.

Immerhin im Vorspann zeigt sich ein winziger Bonuspunkt für Freunde der Comicreihe, arbeitet der doch die Namensnennung der Beteiligten damit ab, Titelbilder der Vorlage einzubauen. Ob sich der Film auch anderweitig vor dem Comic verneigt, weiß ich wegen Nichtlesens der Printmedie nicht. Sollte diese auf gleichem Niveau angelegt sein, kann sich zumindest der Fan der Reihe freuen. Falls die Vorlage wirklich ähnlich mager war, kann sich der Film mit seinem schlechten Ergebnis aber auch nicht auf dieser Ausrede stützen, denn auch hier reicht wieder ein Blick auf den geglückten „Spider-Man“, der ja nun auch nur die relativ schlichten Heftchen um die Spinne zur Vorlage hatte. Comicbücher auf dem Niveau eines „Der bewegte Mann“ oder „Batman: Die Rückkehr des dunklen Ritters“ gibt es nun einmal nicht all zu oft.


Trailer,   OFDb

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen