Samstag, 15. Dezember 2012

ALIENS VS. AVATARS (2011 Lewis Schoenbrun)


Eine Gruppe campender Jugendlicher stößt auf der Suche nach einer vermissten Freundin auf ein außerirdisches Wesen, welches sie zunächst für feindlich und Schuld am Verschwinden ihrer Freundin halten. Der wahre Feind ist jedoch ein Monster, ebenfalls aus dem Weltall stammend, welches sich unsichtbar und die Gestalt verwundeter Personen annehmen kann. Es kann nur mit Hilfe eines Roboters aufgehalten werden, der gerade wegen einer Fehlfunktion nicht in der Lage ist zu handeln. Ein Teil der Kids hilft dem Alien zum Landeplatz des Roboters zu gelangen...


Wie tief geht es eigentlich nach unten?...

Wer sich einen Film mit dem Titel "Aliens vs. Avatars" anschaut, muss damit rechnen einen äußerst kostengünstigen Unterhaltungsbeitrag zu sichten, eventuell gar einen Mockbuster, jene Gattung Film, die dilettantischst zusammengeschusterte Ware präsentieren, die sich an großen Kinoerfolgen orientieren. Firmen, die derartiges produzieren, wachsen zur Zeit in Rekordzeit aus der Erde und kommen wie Werke wie "The 25th Reich" zeigen dabei nicht nur aus dem Turbokapitalismus-geilen Amerika.

"Aliens vs. Avatars" kommt aus den USA und ist ein besagter Mockbuster. Ein solcher ist in der Regel in seiner Schlechtigkeit zu ernst umgesetzt, so dass durchaus aufgrund des Fehlens von Ironie manch unfreiwillig komischer Beitrag seines Genres entstehen kann. Meist bleibt man jedoch nur enttäuscht zurück, gelangweilt oder genervt und sich immer wieder die Augen reibend wie dreist, dumm und plump ein solcher Film noch werden kann.

"Aliens vs. Avatars" spielt in Sachen Tiefpunkt in der ersten Reihe mit. Hier begleiten wir Personen, die in ihrer schauspielerischen Qualität nie mehr hätten drehen dürfen als einen Amateurfilm oder einen Porno. Sie stampfen in überzogenen Situationen durch eine unsinnige Geschichte, plappern dabei entweder Unsinnigkeiten oder Standard-Klischees und entwickeln dabei nur kurzfristig so etwas wie einen Gute Laune-Film, weil das Teil mit gerade mal lobenswerten 75 Minuten Laufzeit (inklusive Abspann) mit müden Erklärungen und inhaltsleeren Dialogen gestreckt wurde und einem damit trotzdem wieder wie 90 Minuten vorkam.

Was nutzt ein Vorspann, dessen Schrift aus dem C64 stammen könnte und ein Roboter, der besser in einen 50er Jahre-Science Fiction seines Landes gepasst hätte, als in einen Streifen aus Effekt-verwöhnten Zeiten? Zwar ist er, so wie die Aliens, nicht computeranimiert, das gibt einen dicken Pluspunkt, und Monster wie Roboter sind auch hübsch charmant lächerlich anzuschauen. Aber man hätte ihnen Auftritte in einem anderen Werk gegönnt, will "Aliens vs. Avatars" trotz aller Blödheit, billigen Hand- wie Computer-gemachten Effekte doch einfach nicht unterhalten.

Genervt schaute ich schon nach 20 Minuten auf die am DVD-Player angegebene Laufzeit und erschrak bei dem Gedanken noch etwa 50 Minuten gequält zu werden. Zum Glück habe ich den Film nicht alleine geschaut, aber auch inmitten unserer Trash-geilen Cineasten-Stammrunde war Schoenbruns Streifen, der mit dem mittelmäßigen "Dr. Chopper" immerhin etwas halbwegs besseres abgeliefert hatte, eine Prüfung, die wir nur deshalb nicht als Tiefpunkt menschlichen Schaffens empfunden haben, weil wir erst 1 1/2 Wochen zuvor mit dem eben erwähnten "The 25th Reich" einen ähnlich schlechten Beitrag aus dem Science Fiction-Bereich gesichtet hatten.

Es ist nicht immer leicht zu erklären was Mist sichtbar macht und was unerträglich, immerhin weiß selbst der Soundtrack in seiner naiven Art zu belustigen. Und doch schien es bei übereinstimmender Meinung dieses Streifens nicht an der Tagesform zu liegen, dass er einfach nicht zu belustigen wusste. In meinen Augen war er ein dilettantisch zusammengeschustertes Stück Schrott, dass aufgrund fehlender Motivation und echtem Interesses etwas erzählen zu wollen nicht funktioniert. Ich bin nicht überrascht, stoße ich als ewig neugieriger Mockbuster-Erkunder doch immer wieder auf solch selbstvernichtende Filmchen. Enttäuscht bin ich dennoch bei all diesen Trash-einladenden Zutaten und dem wundervollen Ideendiebstahl von "Predator", "Avatar", "Critters" und vielen anderen mal mehr mal weniger großen Werken der Filmgeschichte.


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