Sonntag, 13. Januar 2013

FOG² - REVENGE OF THE EXECUTED (2007 Oliver Krekel)


Urlauber beobachten am Strand einen Mord und kommen einer ominösen Nazi-Rachestory auf die Spur...


Vernebelte Hirne...

Konnte Astro-Chef Oliver Krekel trotz mittelmäßigem Ergebnis noch durch die an sich akzeptable Umsetzung seines Erstlings „Crossclub - The Legend Of The Living Dead“ auf sich aufmerksam machen, u.a. durch die Beteiligung der C-Promis Sybille Rauch und Zachi Noy, so blieb seine zweite Regie-Arbeit „Fog² - Revenge Of The Executed“ ziemlich unbeachtet. Hat man das Pech ihn gesehen zu haben, weiß man auch warum.

Von dem schlichten Charme des Debuts ist nichts mehr zu spüren. Krekel ist auf dem Tiefpunkt deutschen Amateurfilm-Schaffens angelangt, jenem Dilettantismus, der sich auch über die Arbeit privater Laien nicht mehr entschuldigen lässt. „Fog²“ ist billig dahin gerotzt und besitzt nicht einen Aspekt, der ihm Charme bescheren kann.

Das beginnt mit dem ziemlich uninteressantem „Star“-Auftritt von Regie-Kollege Andreas Schnaas, der als Pseudo-Prominenz wesentlich weniger lockt als die berühmteren Namen des Vorgängers, das geht weiter bei den mehr als schlechten Effekten, mit denen man in den ersten 5 - 8 Minuten nonstop gequält wird bis man endlich einmal eine Aufnahme mit normalem Bild sichten darf, und das endet mit der völlig irrsinnigen Idee einen deutschen Film nachzuvertonen, freilich mit den schlimmen Porno-Stimmen, die man so oft bei DVD-Premieren unbekannter Horrorfilme ertragen muss.

Ich weiß nicht ob die Darsteller sich da selbst noch einmal gesprochen haben, aber diesen Stimmen fehlt jegliches Gefühl für Betonung und jegliche Fähigkeit sich in Situationen einzufühlen. Das passt zu Schauspiel und Regie, also macht diese Ohren vergewaltigende Vertonung den Streifen auch nicht kaputter als er ohnehin schon ist.

Wer hin und wieder Amateurfilme guckt, weiß dass Laien immer etwas steif spielen und betonen. Aber in der Regel wissen sie besser zu wirken als hier, vielleicht auch weil die Herstellung eines privat finanzierten Filmes, der in der Freizeit gedreht wird, eine Herzensangelegenheit ist. „Fog²“ wirkt eher wie eine Auftragsarbeit. Sicherlich wurden die Darsteller bezahlt, anstatt dass man eine fröhliche Runde Freiwilliger um sich gescharrt hat. So kann das natürlich nichts werden.

Andererseits, wer soll sich da auch Mühe geben? Sollte man das Drehbuch gelesen haben, sofern es eines gab, müsste klar gewesen sein, dass jegliche Mühe Perlen vor die Säue war. Wir bekommen unsinnigste Dialoge um die Ohren geschmissen, müssen ertragen wie sich so ziemlich jede Figur im Film unsinnig benimmt, was die ohnehin schon unsympathische Bande endgültig unerträglich macht. Und all diese miesen Zutaten sind eingetaucht in eine fade Geschichte, die weder originell noch sinnig ist und eine Beleidigung an John Carpenters „The Fog“ ist, vor dem sich hier ganz leicht verbeugt wird.

Dass der Titel „Fog²“ eher gewählt wurde um vom Ruhm des Carpenter-Streifens zu profitieren, liegt auf der Hand, soll aber auch nicht wichtig sein. Im Gegenteil, sich an einem Klassiker orientieren kann für einen Amateurfilm schließlich auch von Vorteil sein, da muss man nur einmal einen Blick auf Schnaas‘ „Antropophagous 2000“ werfen, der auf billige Amateurfilm-Ebene eine sympathische Neuverfilmung von D'Amatos „Man-Eater“ war.

Doch so wirklich will die Geschichte des hier besprochenen Streifens nichts mit dem berühmten Namensvetter von Carpenter zu tun haben. Stattdessen orientierte man sich lieber an der immer wieder beliebten, reißerischen Nazi-Thematik, so dass es mich nicht wundern würde, wenn der Film demnächst unter einem neuen Titel erneut auf DVD erscheint, jetzt wo „Iron Sky“ so viele Mitläufer wie „Nazi Zombies“, „Zombie War Games“ und „Nazi Bloodstorm“ nach sich zog, alles Filme, die zuvor unter anderem Titel vermarktet wurden und dementsprechend mal mehr und mal weniger Jährchen bereits auf dem Buckel haben. Also los Krekel, verarsch die Horrorgemeinde noch mehr und leg ihn wieder auf! Aber vergiss nicht den Titel zu ändern, damit Leute die schon einmal auf den Film reinfielen auch bloß noch einmal Geld für Scheiße investieren.


1 Kommentar:

  1. Ich muss ja sagen, dass mir Krekel spätestens seit dem grauenhaften Ultimate Final Cut von Dawn Of The Dead mehr als unsympathisch geworden ist und ich seine eigenen Filme deswegen gemieden habe, egal wie viele kultige Releases es via Astro gab. Und wenn ich das hier so lese, ist das wohl auch kein Verlust.

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