Sonntag, 17. Februar 2013

TITANANIC (2013 Moritz Stieber)


Nach einem Schiffsunglück treiben Überlebende auf dem Wasser...


Voll Banane...

Schon lange warte ich auf einen neuen Film des Österreichers Moritz Stieber, der mir mit „Nesn Nose“, „Checkmate“ und anderen Werken wundervolle humoristische Momente auf den Bildschirm gezaubert hat und mit „Cargo“ sogar auch mit ernsten Tönen zu gefallen wusste. Zur Zeit muss man sich als Freund seiner Werke mit recht kurzen Beiträgen zufrieden geben, aber ein Blick auf „Titananic“ zeigt, dass sich auch dieser lohnen kann.

Nun wird nicht jeder vor Begeisterung aufschreien, wenn er von einer Obstversion des bekannten „Titanic“-Dramas hört, und dank „Angriff der Killertomaten“ und „Die gelbe Killerbanane aus dem All gegen die Kiwi“ ist das Spiel mit Lebensmitteln im Zentrum eines Filmes auch keine komplett neue Idee mehr. Aber wen kümmert‘s? Letztendlich ist „Titananic“ mit gerade mal einer Laufzeit von 1,35 Minuten auch viel zu kurz um sich über vergeudete Lebenszeit zu beschweren.

Stieber konzentriert sich in dieser Parodie auf den eigentlichen Kern der Geschichte (Kern, Obst, Ihr versteht... kicher): das Schiff geht unter, Überlebende nehmen kurz vor dem Tod Abschied. Dass das ganze recht nett funktioniert liegt nur bedingt an dem Gag das ganze als Obstversion zu präsentieren und sicherlich auch nicht an der gewollt schlichten Stop Motion. Hauptursache für einen guten Lacher ist letztendlich die Musik, die auf treffsichere Art geradezu unverkrampft albern das berühmte Celine Dion-Lied aus der wohl bekanntesten Verfilmung des Katastrophendampfers „Titanic“ von James Cameron verarscht, und dass auf so charmante Art, dass ich mir das Video gleich zwei mal angeschaut habe.

„Titananiac“ ist ein schlichter, kurzer Film, der nicht viel Aufmerksamkeit erregen will, sondern lediglich einer Idee nachgeht, die Stieber wohl nicht losgelassen hat. Wer weiß wo das ganze seinen Anfang nahm. Wer das DVD-Interview des Regisseurs Tom Six zu „The Human Centipede“ kennt, weiß wie harmlos manche Idee gestartet ist, und wer weiß ob mit „Titananiac“ bereits die endgültige Version der hier vorliegenden Idee bewerkstelligt wurde, oder ob uns diese Idee beizeiten in einem ausführlicheren Werk erneut präsentiert wird. Sollte es mal dazu kommen, sollte man jedoch auf die Sprechblasen verzichten, die in der jetzigen Version noch so positiv wirken. Einer längeren Filmversion täte dann schon eher eine Synchronisation gut.

„Titananiac“ ist ein kleiner Pausenfüller für die Wartezeit auf den nächsten längeren Banatterie-Film. Der letzte lag mit „The Wildlife-Explorer“ vor und liegt nun auch einige Jährchen zurück. Tja, je älter man wird um so mehr kommt einem beim Hobby Filmedreh das Leben dazwischen. Bis es zum nächsten richtigen Projekt kommt freue ich mich aber auf jeden Fall auf mehr solcher kurzen Früchtchen im großen Obstsalat cineastischen Schaffens.

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