Samstag, 9. Februar 2013

ZOMBIES HELL'S GROUND (Zibahkhana 2007 Omar Khan)


Jugendliche wollen auf ein Konzert, nehmen eine Abkürzung und geraten an Zombies und einen Psychopathen...


Der direkte Weg in die Hölle...

Nicht nur dass man in letzter Zeit mit der Gattung Zombiefilm zugeschmissen wird, die meisten Filme stammen aus christlich orientierten Ländern. Da weckt es die Neugierde, wenn ein solcher Genrebeitrag plötzlich aus einem Land mit moslemischer Prägung stammt. Der Film kommt aus Pakistan und sein Titel lautet „Zibahkhana“. Da ein Film mit solchem Titel wohl eher selten gekauft wird, bekam er in Deutschland einen englischen Titel, und dieser lautet „Zombies Hell’s Ground“.

Anfangs ist man noch voller Neugierde, und die bleibt zuerst bestehen in einem ungewöhnlichen Mix aus typischen Elementen des Genres Horror (auch außerhalb des Zombiefilms) und aus untypischen, da die pakistanische Kultur betreffend. Diese wird nicht kritiklos verwendet, aber dennoch mit Respekt. Am deutlichsten fällt der kulturelle Unterschied am Soundtrack auf, bietet dieser doch eine willkommene Abwechslungen zum englisch gesungenen Einerlei typischer Genre-Vertreter.

Zitiert wird viel. Ob es das Gefährt der Jugendlichen ist, das deutlich an „Blutgericht in Texas“ erinnert (inklusive Anhalter, der jedoch erst relativ spät dazustößt). Zu entdecken gibt es für Horror-Freunde viel und auch das sammelt Pluspunkte. Die erfreulichste Entdeckung sind zunächst dann auch die Zombies, die aussehen wie frisch aus einem italienischen Werk der 70er und 80er Jahre entlaufen. Sie schlurfen, laufen geknickt, sehen herzallerliebst vermodert aus, kurzum: ihr Anblick ist ein Fest.

Fangen sie an Gedärme zu mampfen, erinnert das leider eher an üble deutsche Amateurfilme. Eine solch langgestreckte Szene würde dennoch nicht stören, wenn genug Zombieszenen vorhanden wären, in denen man sieht wie die Untoten auch andere Bluttaten begehen. Aber die im Titel genannten Zombies kommen kaum vor. Nur ein Wermutstropfen in einem Film, der sich bei fortschreitender Laufzeit immer unbeliebter macht.

Dass die Schauspieler maximal mittelmäßiger Natur sind, machte nicht viel aus, geht es doch vielen Billigproduktionen so, die dennoch zu funktionieren wissen. Einen nervigen, alten Mann, welcher die reisende Truppe vor Unheil warnt, kann man noch zu den liebevoll gemeinten Wiedererkennungsmerkmalen anderer, großer Werke zählen. Spontan fallen mir da diverse Teile der „Freitag der 13.“-Reihe und wieder einmal „Blutgericht in Texas“ ein.

Dass man zitieren will und nicht nur brav klaut, und das der Film von Fan-Hand gedreht ist, zeigt er uns recht früh, wenn man ein „Maniac“-Poster und eine Filmszene aus einem alten Vampir-Film sichten darf. Und die Figurenkonstellation aus Unartige, Brave, Kiffer und Co könnte man auch noch als Verbeugung sehen.

Aber irgendwann ist es der Verbeugung einfach genug. Nie will etwas eigenständiges Aufblitzen, und so sorgt auch langsam das lahme Schauspiel und der mangelnde Spannungsgehalt für Unbehagen, zwei Elemente, die bei anderer Umsetzung gegen andere Stärken hätten ausgetauscht werden können. Aber es passiert nichts aufregendes. Endlose, schlechte und inhaltsarme Gespräche langweilen, völlig lebensfernes Verhalten stört.

Da kann ein Freund schon halb zum Zombie mutiert sein, ein Psychopath Schrecken verbreitet haben und eine Meute Zombies den Kleinbus attackiert haben. Es ändert kaum etwas am Verhalten der Teenager, so als seien solche Probleme Alltag. Selbst wenn sich zur Mitte des Films einer der Ausflügler die Schuld für alles gibt, erwähnt er lediglich das aufgebrauchte Benzin und einen Unfall, nicht aber die ungewöhnlichen Geschehnisse.

Und daran scheitert der Film nun komplett. Genredoof o.k., aber komplett doof, das nervt. So wird die semiprofessionelle Produktion auf Dauer nicht nur gewöhnlich sondern richtig schlecht, und das ist wirklich schade, versprach der Anfang auf diesem Produktionsniveau doch noch recht viel, und gab ich dem Film doch lange Zeit noch viele Chancen und Spielraum, verzieh ihm viel und war geduldig. Die Enttäuschung wurde dadurch um so größer. Wenn man es nicht kann, sollte auch nicht zwingend jedes Land seinen Beitrag zum Zombiegenre beisteuern. Dann ist es besser die Finger gar nicht zu rühren.


Trailer,   OFDb

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